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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Städtisches Elektrizitätswerk Karlsruhe
Adresse:
Honsellstraße 35
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
22.10.2012
 
© 2012 Norbert Gilson
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erbaut: 1899-1901
Bauherr: Städtisches Gas-, Wasser- und Elektrizitätsamt
Ausführung: Gesellschaft für elektrische Industrie Karlsruhe
Architekt: August Stürzenacker
    
Die bereits seit den 1880er Jahren im Karlsruher Stadtrat über mehrere Jahre geführte Diskussion über die Einrichtung einer elektrischen Zentralstation mündete schließlich im Januar 1898 in einen Entschluss des Stadtrats zur Errichtung eines Elektrizitätswerk in städtischem Betrieb. Der Bau einer stadteigenen Anlage sollte vor allem die Entstehung weiterer Privatbetriebe mit einer drohenden Zersplitterung der Karlsruher Elektrizitätsversorgung unterbinden. Als Standort für das neue Kraftwerk wurde das Gelände des Rheinhafens vorgesehen, da das Kraftwerk nicht nur einen Großteil der Stadt, sondern auch das im Bau befindliche neue Hafengebiet mit elektrischem Strom versorgen sollte. Außerdem bestand so eine günstige Verkehrsanbindung zur Anlieferung der Kohle.
    
    Mit dem Bau des Kraftwerks wurde im Sommer 1899 begonnen. Die Ausführung der gesamten maschinen- und elektrotechnischen Einrichtung wurde der Gesellschaft für elektrische Industrie Karlsruhe als Generalunternehmerin übertragen. Nach einer vierwöchigen Probelaufzeit konnte die neue Kraftzentrale Anfang April 1901 in Betrieb gehen. Installiert waren zwei Drehstromgeneratoren mit einer Leistung von je 400 kW, die Drehstrom von 50 Hz mit 4.000 V Maschinenspannung erzeugten. Sie wurden angetrieben von zwei Kolbendampfmaschinen mit einer Leistung von jeweils 600 PS. Auf Erweiterungsmöglichkeiten war beim Bau von Kessel- und Maschinenhaus bereits Rücksicht genommen worden.
    
    Seit einer Erweiterung des Kraftwerks durch Anfügen eines weiteren Maschinen- und Kesselhauses im Jahre 1916 wurden zahlreiche weitere Umbauten und Veränderungen vorgenommen, so dass von der ursprünglich von Stürzenacker entworfenen Bausubstanz nur noch ganz wenige Teile vorhanden sind. Dazu gehört neben der mit Zinnen bekränzten östlichen Maschinenhausfassade (in Foto 1 in der Bildmitte teilweise sichtbar) der Rest des nördlichen Bürotraktes. Den zweigeschossigen Bürotrakt hatte Stürzenacker der Maschinenhalle zur Honsellstraße hin vorgelagert und ihn in unterschiedlichen Stilrichtungen mit romanisierenden Rundbogenfenstern im Obergeschoss und gotisierenden Rechteckfenstern im Erdgeschoss entworfen (Fotos 2 bis 4). Dieses schwer und grob wirkende Erscheinungsbild hatte bei den Zeitgenossen die Frage aufgeworfen, warum ein Architekt bei einer neuartigen Baugattung wie einem Kraftwerk gerade auf mittelalterliche Baustile zurückgreifen konnte.
    
    Das Erscheinungsbild des Kraftwerks wird heute von den Neubauten der 1960er geprägt, als die Kesselhäuser I, II und III entstanden und das Elektrizitätswerk zum »Heizkraftwerk West« umgerüstet wurde (Fotos 1 und 5). Mit dem letzten Umbau in den 1990er Jahren erhielt die neu gestaltete Maschinenhausfassade mit den flankierenden Eckpfeilern und dem überhöhten Mittelrisalit (Foto 6) wieder ein an die ursprüngliche Gliederung erinnerndes Erscheinungsbild.

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
• Ulrike Schubart, Die Hochbauten des Karlsruher Rheinhafens von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg; in: Susanne Asche / Ernst Otto Bräunche / Manfred Koch (Hrsg.), Rheinhafen Karlsruhe 1901 - 2001. (Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Bd. 22), Karlsruhe 2001, S. 269-314
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