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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Deutsche Fernkabel-Gesellschaft mbH
Adresse:
Rognitzstraße 8 - 9
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
18.04.2012
 
© 2012 Norbert Gilson
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erbaut: 1928-29
    
Die Deutsche Fernkabel-Gesellschaft mbH (DFKG) wurde 1921 vom Reichspostministerium und den drei großen Nachrichtenkabelproduzenten Siemens & Halske AG, Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) sowie Felten & Guilleaume Carlswerk AG gegründet. Ein Jahr später kamen als neue Gesellschafter noch die Hackethal Draht- und Kabelwerke AG (Hannover), die Mannheimer Süddeutschen Kabelwerke AG (siehe bei -> »weiter«), das Kabelwerk Duisburg und die Kabelwerk Rheydt AG hinzu.
    
Infolge des stark anwachsenden Fernsprechverkehrs im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts stieß der weitere Ausbau des damals aufgebauten Freileitungsnetzes an seine Grenzen. Gestänge, die mehr als 100 Doppelleitungen tragen mussten, waren keine Seltenheit mehr. Eine Sicherheit gegen Umbruch der Holzmasten bei Winddruck oder Schneebelastung war kaum noch gegeben. Die Situation im November 1909, als infolge von Schnee, Eisbildung und starker Stürme fast alle Telegrafen- und Fernsprechlinien in Nordwestdeutschland zusammenbrachen und der Fernsprechverkehr wochenlang unterbrochen war, führte beim damaligen Reichspostamt zu der Entscheidung, die Freileitungen durch Kabelleitungen zu ersetzen. So wurde 1911 das „Rheinlandkabel″ von Berlin über Hannover und Dortmund nach Köln und Düsseldorf geplant, und zwar als 52-paariges Röhrenkabel mit Adern von 2 bzw. 3 mm Stärke. Das bis zum Ersten Weltkrieg nur von Berlin bis Hannover verlegte Kabel war das erste deutsche Fernkabel für den Fernsprechweitverkehr und das erste große Fernsprechfernkabel in Europa.
    
Die Gründung der DFKG sollte den nach dem Ersten Weltkrieg zunächst von einer Dienststelle der Deutschen Reichspost in die Hand genommenen Aufbau des Fernkabelnetzes in personeller, technischer und organisatorischer Hinsicht auf eine effektivere Grundlage stellen. Die DFKG erhielt die Aufgabe der Verlegung, Montage und des Ausgleichs der Kabel bis zu den Kabelendverschlüssen. Die Aufträge wurden jeweils von der zuständigen Oberpostdirektion erteilt und die technischen Anforderungen gemeinsam von Reichspostzentralamt (siehe bei -> »weiter«) und DFKG in einem Pflichtenheft festgehalten. Zur Dämpfung der Signale wurde die Pupinisierung mit Hilfe von Spulen verwendet, die in regelmäßigen Abständen entlang der Kabelstrecke in unterirdischen Spulenkästen eingebaut wurden. Eine Alternative wäre die Verwendung von Krarupkabeln (aus mit dünnen Eisendrähten belegten Kupferadern) gewesen, jedoch ließen sich mit dieser Bauart keine hinreichend hohen Induktivitätswerte wie beim Pupinkabel erreichen. Das Nebensprechen zwischen den einzelnen Leitungsadern konnte durch eine geeignete Verseilung weitgehend ausgeschaltet werden. Eine weitere Aufgabe der DFKG war der Bau der in größeren Abständen erforderlichen Verstärkeramtsgebäude.
    
Unmittelbar nach Gründung der DFKG im April 1921 wurde zunächst die Fortsetzung der Arbeiten am „Rheinlandkabel″ in Angriff genommen. Trotz der durch Ruhrbesetzung und Inflation bedingten schwierigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse konnten zwischen 1921 und 1925 rund 5.800 km Fernkabel verlegt und 11 Verstärkeramtsgebäude an die Deutsche Reichspost übergeben werden. Zur schnellen Fehlereingrenzung wurden in den Verstärkerämtern Fernkabelmessstellen mit ortsfesten Messeinrichtungen installiert. Dies reichte jedoch für die exakte Eingrenzung und Behebung von Fehlern nicht aus, so dass die DFKG einen aus zwei Fahrzeugen (Messwagen und Gerätewagen) bestehenden „Fernkabelmesszug″ entwickelte. 1925 wurden 16 dieser Messzüge an die Deutsche Reichspost ausgeliefert.
    
1926 wurden durch Fertigstellung der Kabelstrecken Freiburg im Breisgau - Basel sowie Mülheim an der Ruhr - Arnhem die ersten Verbindungen des deutschen Fernkabelnetzes mit Nachbarländern hergestellt. Nach der Überwindung der Weltwirtschaftskrise, in deren Folge sich der Ausbau des Fernkabelnetzes drastisch verlangsamt hatte, traten die Forderungen nach Vergrößerung der überbrückbaren Entfernungen und besserer Ausnutzung der Übertragungsmittel stark in den Vordergrund. Zu dieser Zeit war das bereits im Ersten Weltkrieg auf der Basis von Elektronenröhren angewandte Trägerfrequenzverfahren (Übertragung mehrerer Gespräche gleichzeitig über dieselbe Leitung in verschiedenen Frequenzbändern) so weit entwickelt, dass es im Fernsprechweitverkehr eingesetzt werden konnte. 1934 wurde erstmals, noch für den Versuchsbetrieb, in Berlin auf einer Strecke von 11,5 km ein Breitband-Koaxialkabel (mit größerer Übertragungsbandbreite) verlegt. Die erste reguläre Breitbandkabelanlage wurde im März 1936 zwischen Berlin und Leipzig in Betrieb genommen.
    
In den Jahren 1928/29 hatte die DFKG einen neuen Firmensitz in der Rognitzstraße im Berliner Westend errichtet. Das sechsgeschossige Gebäude mit dem schlanken Treppenaufgang im Norden wird heute von der Deutschen Telekom AG genutzt. Die Reichsadler-Plastik mit den Jahresangaben 1941 und 1942 im Tympanon über dem Eingang erinnert daran, dass das Gebäude nach der Reparatur eines Kriegsschadens des Jahres 1941 im folgenden Jahr wieder bezogen und die technischen Anlagen wieder in Betrieb genommen werden konnten.
    
1935 wurde in diesem Gebäude das erste Fernsehstudio der Deutschen Reichspost eingerichtet und von hier aus wurde dann die Übertragung der Olympischen Spiele 1936 organisiert. Daran erinnert noch eine Bronzetafel an dem Gebäude. In diesem Zusammenhang war die 1934 eingerichtete Breitband-Versuchsstrecke zwischen dem Reichspostzentralamt und dem Laboratorium für Fernsehforschungsarbeiten bei der DFKG in der Rognitzstraße von besonderer Bedeutung.
    
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Sitz der DFKG nach Rastatt verlegt. Zu Beginn der 1970er Jahre waren an dem Unternehmen außer der Deutschen Bundespost zehn Kabelhersteller beteiligt. Als Nachfolger der Deutschen Bundespost wurde 1995 die Deutsche Telekom AG alleiniger Gesellschafte der DFKG. Infolge der mehrfachen Umstrukturierungen ging die DFKG 2005 in der Vivento Technical Services GmbH auf und wurde schließlich 2008 an ein Joint Venture von Siemens und Nokia verkauft.
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Quelle(n)/Text:
• Thorsten Dame, Elektropolis Berlin. Architektur- und Denkmalführer, Berlin 2014
• Ernst Burkart, Deutsche Fernkabel-Gesellschaft mbH Berlin; in: Jahrbuch des elektrischen Fernmeldewesens 20(1969), S. 169-218
• Thomas Pick, Von der Deutschen Fernkabelgesellschaft zu DeTeLine. Dokumente und Fotos zur Geschichte der DFGK; in: Das Archiv. Magazin für Kommunikationsgeschichte, 2/2018, S. 36-47
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