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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Tuchfabrik Lingens & Söhne
Adresse:
Buschmühle
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
31.10.2007
 
© 2007 Norbert Gilson
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erbaut: 1850er Jahre (?)
    
Buschmühle ist ein Siedlungskomplex zwischen Stolberg und Aachen-Eilendorf im Tal der Inde. Die Gegend ist industriehistorisch sehr interessant. Zum einen war der Standort durch zwei Kupferhöfe geprägt, die der Abt von Kornelimünster in den 70er Jahren des 16. Jahrhundert an dieser, für einen Wasserkraftantrieb günstigen Stelle, errichten ließ. Einzelne Teile der heute noch vorhandenen Bruchsteinhäuser dürften aus dieser Zeit stammen. Vermutlich in den 1820er Jahren wurde James Cockerill Eigentümer des Areals. Auf seine Initiative ging der Bau der - heute teilweise noch nach ihm benannten - Verbindungsstraße von Stolberg über Eilendorf nach Aachen zurück, die vorwiegend dem Transport der in seiner Stolberger Zinkhütte hergestellten Produkte nach Aachen diente. In diesem Zusammenhang ließ Cockerill 1830 auch die Indebrücke in Buschmühle errichten. Cockerill finanzierte die Straße aus seinen privaten Mitteln und durfte zum Ausgleich dafür an Buschmühle einen Wegezoll erheben.
    
    Bereits vor dem Tod von James Cockerill (1837) richtete die Aachener Tuchfabrik Lingens & Söhne in der Buschmühle einen Zweigbetrieb ein. In den Berichten über den gewerblichen Zustand der Rheinprovinz aus dem Jahre 1836 wird die zur Gemeinde Büsbach gehörende Mühle als Standort einer Wollspinnerei genannt. 28 Arbeiter waren hier beschäftigt, die die drei Assortiment-Spinnmaschinen in Betrieb hielten. Wohl aus den 1850er Jahren stammt der im rückwärtigen Gelände der Buschmühle gelegene, in seiner Funktion bisher nicht bekannte, zweigeschossige, achtachsige, mit zwei großen Toren im Erdgeschoss versehene Backsteinbau mit Lisenengliederung, Blausteingesims und Blausteinfensterbänken im Erdgeschoss. Die Tuchfabrik Lingens & Söhne betrieb den Standort für mehr als 60 Jahre. Nach dem Konkurs des Unternehmens um 1900 wurden die Gebäude von der Getreidemühle Johann Keuchen übernommen.
    
    Das Gebiet nördlich von Buschmühle, in Richtung Stolberg-Atsch gelegen, ist ein altes Steinkohlebergbaugelände. Bei einem Spaziergang von Buschmühle indeabwärts erkennt man an der zerwühlten Landschaft noch heute die Folgen der früheren Bergbautätigkeit, die hier infolge der oberflächennahen Lagerung der Kohlen zunächst weitgehend im Tagebau (Kuhlenbau), später auch im Untertagebau betrieben wurde. Zur Verbesserung der Wasserhaltung gestattete der Abt von Kornelimünster 1632 einer Arbeitsgemeinschaft aus mehreren Personen gegen eine Konzessionsabgabe, die Wasser des Teiches an der Buschmühle für einen Pumpenantrieb zu nutzen. Das damals installierte Pumpwerk war äußerst kostspielig, jedoch auch sehr leistungsfähig und förderte die Abwässer aus einer Tiefe bis zu 60 m. Wie man aus Berichten vom Beginn des 18. Jahrhunderts weiß, wurde der Bergbau hier nur in kleinem Stil betrieben, Damals waren sechs Gesellen und eine Witwe beschäftigt. Das Wasserrad für den Pumpeanantrieb arbeitete jedoch weiterhin zur Entwässerung von zwei Schächten, die sich in der Gegend der heutigen Nepomucenus-Mühle und Hamm-Mühle befanden. Vermutlich in den 1860er Jahren wurden die Gruben und der Pumpbetrieb stillgelegt.
    
    Zu den vermutlich von der Tuchfabrik Lingens & Söhne errichteten Anlagen gehört auch noch ein Kamin auf rechteckigem Grundriss. Die hinter dem heutigem Wohnhaus, wohl dem früheren Kontor- und Betriebsleitergebäude, gelegenen Teile wurden mehrfach erweitert und umgebaut.
    
    Zum Standort Buschmühle gehören auch die auf der gegenüberliegenden Straßenseite errichteten Bauten, in denen in den 1930er Jahren die -> Tuchfabrik F. Köstring (siehe bei »weiter«) produzierte.

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Quelle(n)/Text:
• Gerhard Adelmann, Der gewerblich-industrielle Zustand der Rheinprovinz im Jahre 1836. Amtliche Übersichten, Bonn 1967
• Eifelverein (Hrsg.), Stolberg im Tal der Vicht und des Münsterbachs (Inde) am Nordrand der Eifel. Führer durch die Stadt und ihre Umgebung, Düren [1984]
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