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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Fafnir-Werke AG
Adresse:
Jülicher Straße 342 - 352
 
Lage:
 
Kleinbild
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Foto(s) vom:
18.11.2007
 
© 2007 Norbert Gilson
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erbaut: Ende 1890er Jahre
    
Den Ursprung der Fafnir Werke AG bildete die 1894 in Aachen als Zweigfirma der renommierten Iserlohner Nadelfabrik Carl Schwanemeyer gegründete Firma C. Schwanemeyer, Aachener Stahlwaarenfabrik. Zunächst wurden vorwiegend Nähmaschinennadeln produziert, doch gab die seit Mitte der 1890er Jahre sich stürmisch entwickelnde Fahrradindustrie den Anstoß zur Ausdehnung des Fabrikationsprogramms auf Fahrradspeichen. 1897 wurde der Firmensitz aus der Innenstadt in das neue Gewerbegebiet an der Jülicher Straße verlegt und die Firma ein Jahr später in eine selbständige Aktiengesellschaft umgewandelt. Durch die Konstruktion eigener Spezialmaschinen für die Herstellung von Fahrradteilen konnte sich das Unternehmen einen führenden Platz unter den Konkurrenten sichern.
    
    Infolge der Absatzkrise in der Fahrradindustrie um die Wende zum 20. Jahrhundert verlagerte sich der Produktionsschwerpunkt der Firma erneut. Man begann mit der Herstellung von Einbaumotoren für Motorräder und Automobile, dann auch von Getrieben, Achsen und Steuerungen. Diese Erzeugnisse wurden seit 1902 unter der Schutzmarke »Fafnir«, dem Namen des Drachens aus der Nibelungensage, auf den Markt gebracht. Da die Betriebe der Automobilindustrie inzwischen dazu übergingen, Motoren und andere Fahrzeugteile selbst herzustellen, verlor die Firma zunehmend ihre Funktion als Zulieferbetrieb und begann nun ihrerseits, vollständige Fahrzeuge zu bauen. Seit diesem Zeitpunkt, den Jahren 1908/09, expandierte der Betrieb ständig, finanziert unter anderem durch eine Kapitalerhöhung um 800.000 Mark im Jahre 1912. Damals erfolgte auch die Umbenennung in Fafnir-Werke AG. Das kurz vor dem Ersten Weltkrieg auf den Markt gekommene Fafnir-Modell 472, eine der fortschrittlichsten Automobilkonstruktionen der Vorkriegszeit, konnte mit den Produkten der großen Hersteller wie Benz, Daimler oder Maybach ohne Weiteres konkurrieren.
    
    Weithin sichtbarer Mittelpunkt der Werksanlagen war ein 1913 vollendeter, fünfstöckiger Hochbau in Stahlbetonbauweise mit angegliederter Werkzeugmaschinenhalle. Im rechten Winkel dazu lag das dreigeschossige, ursprünglich 9-achsige mit Mittelrisalit in Backsteinbauweise errichtete Verwaltungsgebäude, das später auf der linken Seite um eine zusätzliche Achse erweitert wurde. 1922/23 wurden auf der vorhandenen Fabrikationsfläche von rund 30.000 qm etwa 50 bis 70 Personenwagen pro Monat gebaut. Die Produktionsabteilung bestand aus Konstruktions- und Probierabteilung für die Motoren, Lackiererei, Monteurabteilung, Schlosserei und Karosseriebau-Werkstatt. Die ursprüngliche Produktionslinie der Firma, Nähmaschinennadeln, Speichen und Kleinteile für Fahrräder, wurde Anfang der 1920er Jahre an die Rheinische Nadelfabriken AG verkauft.
    
    Die Fafnir-Automobile galten zu Beginn der 1920er Jahre als äußerst zuverlässig. Bei den damals aufkommenden Autorennen, Fortsetzungen der seit der Jahrhundertwende veranstalteten Zuverlässigkeitsprüfungen, schnitten die Fafnir-Modelle regelmäßig gut ab, wie zum Beispiel bei den wegen der äußerst schlechten Wegeverhältnissen berüchtigten "Eifel-Rennen" rund um Nideggen. Die größten Erfolge hatte das Unternehmen in den Jahren von 1922 bis 1924, als sich Mitinhaber und Werksdirektor Carl Springsfeld um den Aufbau eines eigenen "Rennstalls" bemühte. Bei Fafnir begann unter anderem die Karriere von Rudolf Caracciola, der aber 1923 zu Daimler ging und 1926 auf der AVUS mit einem Mercedes sein erstes großes Rennen gewann.
    
    In den Jahren 1924 und 1925 erreichte die Produktion bei Fafnir ihren Höchststand mit monatlich 100 bis 120 Automobilen, die von fast 400 Beschäftigten gefertigt wurden. 1925 traf die zunehmend kritische Lage der deutschen Kraftfahrzeugindustrie auch die Fafnir-Werke. Veraltete und zu teure Produktionsmethoden, fehlende Normung und die inzwischen aus den USA importierten billigen Massenfahrzeuge waren die Ursache dafür, dass rund 70% der deutschen Automobilfabriken das "Aus" drohte. Die damals bei Fafnir aufgelaufenen Verbindlichkeiten in Höhe von 1,8 Mio. Reichsmark zogen unweigerlich den Konkurs mit der anschließenden Liquidation nach sich.

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Quelle(n)/Text:
• Michael Käding, Fafnir-Werke - Aachener Stahlwarenfabrik; in: Made in Aachen. Beiträge zur regionalen Technik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Aachen 2000
• Norbert Gilson, Automobilindustrie in Aachen; in: Frank Pohle / Myriam Kroll (Hrsg.), Vom fauchenden Fafnir zum Fahrzeug der Zukunft. Aachen und das Auto, Aachen 2016, S. 6-17
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