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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Porzellanfabrik Freiberg
Adresse:
Frauensteiner Straße 43 - 51
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
22.11.2011
 
© 2011 Norbert Gilson
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erbaut: 1905-06 (rückwärtige Produktionsgebäude) / 1922 (Verwaltungsgebäude und Hochspannungsprüffeld)
    
1904 fiel der Entschluss der 1890 gegründeten Porzellanfabrik Hermsdorf, in Freiberg eine Schwesterfabrik zu errichten. Hintergrund war die rasant wachsende Nachfrage nach Hochspannungsisolatoren, die aufgrund der Entwicklung in der Elektrotechnik im Vergleich zu den ursprünglich hauptsächlich produzierten Niederspannungs-Isolatoren immer größere Bedeutung in der Produktionspalette erlangten. In den Jahren von 1905 bis 1906 entstanden die Produktionsanlagen als Backsteinbauten mit Lisenengliederung und vertikal angeordneten Putzflächen als Blendgliederungen (Fotos 1 bis 4). Außer den Brennöfen zur Herstellung der einzelnen Porzellan-Bauteile verfügte das Werk über umfangreiche Laboratoriums- und Prüfeinrichtungen, in denen mechanische Festigkeit und Isolationsvermögen der Isolatoren stetig überwacht und weiterentwickelt wurden.
    
    1922 wurde zwischen den Porzellanfabriken Hermsdorf-Freiberg und den Porzellanfabriken H. Schomburg & Söhne AG eine Interessengemeinschaft geschlossen. Dadurch sollten zukünftig wissenschaftliche Forschung, technische Konstruktionen, Patentwesen und Werbetätigkeit unter einem Dach vereinigt und ein gemeinsamer Verkauf für alle elektrotechnischen Fabriken der Hermsdorf-Schomburg-Interessengemeinschaft eingerichtet werden.
    
    Parallel zur Gründung der Interessengemeinschaft wurde die Freiberger Fabrik um ein Verwaltungsgebäude und eine Prüfhalle mit Versuchsfeld (Fotos 5 bis 7) erweitert. Speziell wurden in Freiberg Hochspannungsisolatoren hergestellt, die in der neuen Prüfanlage für 1 Mio. Volt Spannung mit einem Transformatorensatz von 200 kVA Leistung elektrisch geprüft werden konnten.
    
    Seit 1932 war das Unternehmen auch in die Rüstungsproduktion einbezogen und wurde Ende der 1930er Jahre in den Konzern der Arado Flugzeugwerke GmbH (Potsdam-Babelsberg) integriert. Ab 1943 befand sich hier eine Außenstelle des KZ Flossenbürg für den Einsatz von Häftlingen. Nach 1946 wurde das Unternehmen enteignet und in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt. Produziert wurde hier bis zum Konkurs im Jahre 1999. Nach umfangreicher Sanierung ist in dem ehemalige Verwaltungsgebäude mit Prüfhalle heute das Landratsamt des Kreises Mittelsachsen untergebracht.
    
    Die benachbarte »Villa Hofmann« (Fotos 8 und 9) wurde für den Werksdirektor Werner Hofmann errichtet, der auch Ehrendoktor und Ehrensenator der Bergakademie Freiberg war. Durch die Verfolgung jüdischer Mitbürger verlor er seine Ämter und Titel und nahm sich das Leben.

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Quelle(n)/Text:
• Porzellanfabriken Hermsdorf (Thüringen) und Freiberg (Sachsen). Hochspannungsisolatoren. Ausgabe 1923, o.O. 1923
• Bernd Sikora, Industriearchitektur in Sachsen. Erhalten durch neue Nutzung, Leipzig 2010
Informationsstand:
 
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