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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Leopold Cassella & Co. (Verwaltungsgebäude)
Adresse:
Hanauer Landstraße 526
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
27.03.2009
 
© 2009 Norbert Gilson
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erbaut: 1920-21
Ausführung: Philipp Holzmann AG
    
Die bereits 1798 von David Löb Cassel, der 1812 unter dem Namen Leopold Cassella den Bürgereid in Frankfurt leistete, gegründete Handelsunternehmung spezialisierte sich seit 1838 ganz auf den Farbgroßhandel. Seit diesem Jahr nannte sich die Firma Leopold Cassella & Comp. Teilhaber war seit 1828 Ludwig Aaron Gans aus Celle, der nach dem Tod von Cassella 1847 zunächst das Geschäft als Alleininhaber weiterführte. 1858 trat der Schwiegersohn von Ludwig Gans, Bernhard Weinberg, als Mitinhaber in das Geschäft ein. Ein Sohn von Ludwig Gans, Leo Gans, gründete 1868 nach Ende seines Studiums unter Mitarbeit des Technikers August Leonhardt in Frankfurt ein chemisch-technisches Laboratorium zur Versuchsfabrikation der damals neu entdeckten Teerfarbstoffe. Diese neuen Produkte erweckten auch beim Handelshaus Leopold Cassella & Comp. zunehmendes Interesse, so dass dieses sich an der Gründung einer neuen Firma zur Herstellung von Fuchsin und anderen Anilinfarben beteiligte.
    
    Im Mai 1870 wurde auf dem Gelände an der Mainkur zwischen der Ortschaft Fechenheim östlich von Frankfurt und der Landstraße nach Hanau der Grundstein für die neue Fabrik gelegt, die noch im selben Jahr unter dem Namen Frankfurter Anilinfarbenfabrik von Gans und Leonhardt mit zunächst 15 Arbeitern die Produktion aufnahm. Nach Ausscheiden von August Leonhardt und Übernahme der technischen Leitung des Betriebs durch den promovierten Chemiker Meinhard Hoffmann nannte sich die Firma in Frankfurter Anilinfarbenfabrik Gans & Co. um. 1883 wurde auch Arthur Weinberg Mitglied der Firmenleitung. Nach der vollständigen Übernahme der Firma durch das Handelshaus Cassella im Jahre 1894 verschwand der alte Name und das Gesamtunternehmen firmierte nun unter Leopold Cassella & Co. Die Firma expandierte stürmisch und entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem Weltunternehmen. Um 1900 waren bereits über 2.000 Chemiker, Ingenieure, Kaufleute und Arbeiter zur Herstellung von basischen und Azo-Farben sowie von Schwefelfarbstoffen und Pharmazeutika beschäftigt.
    
    In den Jahren 1920/21 wurden die ausgedehnten Werksanlagen um ein neues Verwaltungsgebäude an der Hanauer Landstraße ergänzt. Das hohe Mansarddach des dreigeschossigen, mit Klinkern verkleideten Bauwerks betont die neobarocke Gestaltung, ebenso wie der mittige Eingangsrisalit und die mit Ballusterbrüstungen versehenen Fenster über dem volutengezierten Portal. Neben dem Bau der repräsentativen Verwaltung war die Firma auch in der Errichtung von Werkswohnungen sehr engagiert. Bereits 1875 wurden für die damals vorwiegend aus dem Spessart und der Wetterau angeworbenen Arbeiter die Einfamilienhäuser »Am Gansbühel« im Norden von Fechenheim errichtet. In den 1890er Jahren folgte die Gründung einer ganzen Wohnsiedlung nördlich der Hanauer Landstraße. Einen neuen Schub erlebte der Werkswohnungsbau zu Beginn der 1920er Jahre mit dem Bau der Siedlungen an der Salmünsterer Straße, der Steinauer Straße und der Wächtersbacher Straße.
    
   Auch die Leopold Cassella & Co. wurde 1925 in den Zusammenschluss der deutschen chemischen Großunternehmen zur I.G. Farbenindustrie AG einbezogen, die in Frankfurt ihr neues Verwaltungsgebäude errichten ließ (siehe bei -> »weiter«). Dies bedeutete für Cassella eine durchgreifende Rationalisierung, in deren Folge die Zahl der Beschäftigten von 3.900 im Jahre 1924 auf nur noch knapp über 1.000 absank. Arthur Weinberg wurde 1936 zum Ausscheiden aus dem Unternehmen gezwungen und 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet. 1937 wurde die Firma gelöscht, das gesamte Vermögen ging durch vollständige Fusion auf die I.G. Farbenindustrie über. Nach der Entflechtung der I.G. Farbenindustrie entstand die Firma im Mai 1952 als Cassella Farbwerke Mainkur AG neu und ging 1970 mehrheitlich in den Besitz der Farbwerke Hoechst AG über.

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Quelle(n)/Text:
• Heike Risse, Frühe Moderne in Frankfurt am Main 1920 - 1933, Frankfurt am Main 1984
• Volker Rödel, Fabrikarchitektur in Frankfurt am Main 1774 - 1924. Die Geschichte der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1986
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