Impressionen aus der Datenbank
User Online: 1 | Timeout: 03:04Uhr ⟳ | Kontakt | Impressum | Datenschutz | Home | Info | Startseite | Logout | AAA  Mobil →
Datensätze des Ergebnisses
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen
Anfang der Liste Ende der Liste
1. Historische Bauten / Objekte
zu Favoriten hinzufügen Anmerkung Db TechTour Merken
Bauwerk / Objekt:
Rundfunksendestelle Rehmate
Adresse:
Liebenwalder Straße 5a
 
Lage:
 
Kleinbild
Kleinbild
Kleinbild
Kleinbild
Kleinbild
Foto(s) vom:
16.10.2017
 
© 2017 Norbert Gilson
-:
   
erbaut: 1935-36 / 1952
Bauherr: Deutsche Reichspost
    
Die Rundfunksendestelle Rehmate, benannt nach einem nordöstlich der Sendestelle liegenden Gut, war Mitte 1936 betriebsfertig und diente als Reserveeinrichtung für die Sendestelle Zeesen, von der aus die Reportagen von den Olympischen Sommerspielen 1936 in alle Welt übertragen wurden. Damals wurden neun Kurzwellensender mit Leistungen von 150 W bis 100 kW installiert, die auf 26 verschiedene Antennen geschaltet werden konnten. Der größte Teil der Antennen bestand aus zwölf an 75 m hohen Türmen befestigten Strahlerwänden der Telefunken Gesellschaft für drahtlose Telegraphie mbH sowie aus sechs an 90 m hohen Türmen installierten Dipolquadratantennen. Nach dem Ende der Olympischen Spiele erhielten die Sender andere Aufgaben, unter anderem wurden sie vom Auswärtigen Amt für Funkverbindungen zu deutschen Botschaften in Übersee genutzt.
    
    1945 wurde alle Sender von sowjetischen Truppen demontiert und abtransportiert. Die nicht demontierbaren Teile der Antennenanlage und ein Teil der Gebäude wurden gesprengt. Nach Gründung der DDR wurden die nach 1945 eingerichteten provisorischen und größtenteils veralteten Rundfunkstandorte nach und nach modernisiert. Für Rehmate fiel 1952 der Beschluss, hier einen neuen Langwellensender mit einer Leistung von 750 kW zu installieren. Die Sendestelle wurde jetzt unter dem Namen »Rundfunksendestelle Zehlendorf« reaktiviert. Noch 1952 wurden das Sendergebäude und Antennenhaus, die Pardunenfundamente sowie ein Dieselhaus und eine Trafostation neu errichtet. Den Auftrag zur Entwicklung und Fertigung der aus drei Senderbausteinen von je 250 kW Ausgangsleistung bestehenden Sendeanlage erhielt der VEB Funkwerk Köpenick (siehe bei -> »weiter«). 1958 begann der Probebetrieb und 1959 wurde der reguläre Sendebetrieb aufgenommen, allerdings nur mit 500 kW, da für die Abstrahlung mit höherer Leistung keine geeignete Antenne zur Verfügung stand.
    
    Das erste regulär ausgestrahlte Programm war das des Deutschlandsenders. Um sich in Namen eindeutig vom westdeutschen Deutschlandfunk abzusetzen, wurde der Programmname 1970 in »Stimme der DDR« geändert. Der Langwellensender Zehlendorf diente zugleich der Handelsmarine der DDR als weitreichender Funkstützpunkt, um Meldungen der Schiffspresse an die Schiffe des Kombinats »Seeverkehr und Hafenwirtschaft« abzusetzen. Dazu nutzte man das amplitudenmodulierte Zehlendorfer Trägersignal und prägte ihm per Phasenmodulation durch Umtastung des Trägers die Datenübertragung auf, deren Rate auf 200 bit/s kam.
    
    Nach der deutschen Wiedervereinigung kam die Sendeanlage unter die Verwaltung der Telekom-Niederlassung Potsdam. Seit Jahresbeginn 1994 wurde von hier aus das Programm von DeutschlandRadio Berlin ausgestrahlt. Im Herbst 2017 war die Anlage nicht mehr in Betrieb und machte einen ziemlich desolaten Eindruck. Die brandenburgische Denkmalliste verzeichnete nach Stand zum Jahresende 2013 noch die folgenden Einrichtungen: drei Verwaltungsgebäude, Kultur- und Sozialgebäude, Senderhaus, „Dieselhaus″, Kühlturm, Tiefbrunnenanlage mit Pumpenhaus, Hauptantenne, Antennenreusenanlage mit Reusen und Antennenhäusern sowie Dreiecksflächenantennenanlage und schließlich die gepflasterter Zufahrtsstraße. Die gesamte Anlage ist von außen nur schwer einsehbar, jedoch muss stark bezweifelt werden, ob die Antennenanlagen noch vorhanden sind.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Quelle(n)/Text:
• Gerd Klawitter [Hrsg.], 100 Jahre Funktechnik in Deutschland. Funksendestellen rund um Berlin, Berlin 1997
• Dieter Fuhrmann / Constanze Schröder, Technikkarte. Technische Museen und Denkmäler in Brandenburg und Berlin, Berlin 2007
• Denkmalliste des Landes Brandenburg, Landkreis Oberhavel, Id-Nr. 09165500 (Stand: 31.12.2013)
Informationsstand:
 
____________________________________________________________________________________________________
    
weiter:
 
____________________________________________________________________________________________________
    
Schlagworte:
Stichwörter:
Land/Kreis/Ort:
Adresse:


Anfang der Liste Ende der Liste
Permalink zu diesem Treffer
X Permalink öffnen