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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Elektrizitätswerk Tullnau
Adresse:
Tullnaustraße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
21.07.2007
 
© 2007 Norbert Gilson
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erbaut: 1895-97
Planung: Oskar von Miller
Architekt: Karl Weber (Baurat)
    
Nachdem Nürnberg bereits in den 1880er Jahren zur führenden Industriemetropole Bayerns geworden war, beauftragte die Stadt Oskar von Miller zu Beginn der 1890er Jahre mit der Planung einer »elektrischen Zentralanlage«. Der Ingenieur Oskar von Miller, Organisator der »Internationalen Elektricitäts-Ausstellung« 1882 in München und anschließend Direktor bei der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG), hatte sich 1890 mit einem eigenen Beratungs- und Projektierungsbüro selbständig gemacht. Eines seiner ersten Projekte war die Leitung der »Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung« in Frankfurt am Main 1891. Er war maßgeblich an dem wichtigsten Ausstellungsprojekt beteiligt, der erstmaligen Demonstration einer Drehstrom-Fernübertragung von Lauffen am Neckar zum Ausstellungsgelände in Frankfurt (siehe bei -> »weiter«).
    
    In direktem Zusammenhang mit dem spektakulären Ereignis auf der Frankfurter Ausstellung traten mehrere Kommunen mit Anfragen zur Begutachtung, Projektierung oder Realisierung von Elektrizitätswerken an Oskar von Miller heran, außer Nürnberg unter anderem auch Wiesbaden, Kaiserslautern, Straßburg, Stuttgart, Schwandorf oder Meran und Bozen. Für Nürnberg legte von Miller 1894/95 zwei Projektierungsvorschläge vor. Als Standort entschied man sich für das Gelände an der Tullnaustraße, weil es über einen Eisenbahnanschluss verfügte und zudem am Stadtrand lag, so dass innerstädtisch eine Belästigung durch Rauch und Ruß vermieden wurde.
    
    Anfang 1895 beauftragte die Stadt die Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. mit der Umsetzung des Vorhabnes. Die Gesamtleitung der Baumaßnahme oblag Oskar von Miller. Es entstand ein modernes Drehstromwerk, ausgerüstet mit drei Generatoren mit einer Gesamtleistung von 690 kW, die von drei Dampfmaschinen angetrieben wurden. Noch vor Inbetriebnahme wurde ein vierter Maschinensatz nachbestellt, da sich ein Nachfrageboom nach der neuen Energie abzeichnete. Betriebs- und Verwaltungsgebäude des ersten Nürnberger Elektrizitätswerks wurden im neuromanischen Stil errichtet. Heute noch erhalten sind das Kessel- und Maschinenhaus (Foto 1) sowie verschiedene Nebengebäude, unter anderem die Verwaltung (Foto 3).
    
    Im ersten Betriebsjahr lieferte die Anlage Strom für 545 Bogenlampen der elektrischen Straßenbeleuchtung, außerdem für knapp 3.000 Glühlampen und für 123 Elektromotoren. Schon ein Jahr später wurden die Erzeugungskapazitäten erweitert. Ein erneuter Ausbau erfolgte 1900, jetzt auf eine Leistung von 3.050 kW. 1910 stießen diese Kapazitäten auch an ihre Grenzen. Es wurden verschiedene Konzepte diskutiert, um den weiter wachsenden Elektrizitätsbedarf Nürnbergs decken zu können. Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten der Beteiligung am Bau eines Großkraftwerks. Dazu wurde 1911 die Großkraftwerk Franken AG (siehe bei -> »weiter«) gegründet, an der sich Nürnberg mit 51% des Aktienkapitals beteiligte.
    
    Zuständig für die Verteilung der von dem neu erbauten Großkraftwerk in Gebersdorf gelieferten elektrischen Energie wurde die Fränkische Überlandwerk AG (siehe bei -> »weiter«), die nun auch die Bauten an der Tullnaustraße übernahm. Auf dem Gelände entstand ein Umspannwerk (siehe bei -> »weiter«).
    
    Die übrigen Bauten wurden vom städtischen Betriebshof bis 1997 als Lager genutzt. Danach wurde der Hauptbau verpachtet und diente bis 2010 als Domizil einer Diskothek. Ob die Bauten im Zuge der Umstrukturierung des Gebietes erhalten bleiben oder bisher erhalten geblieben sind, ist derzeit nicht bekannt.

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
• www.nuernberginfos.de/bauwerke-nuernberg/elektrizitaetswerk-tullnau.html (abgerufen am 26.02.2014)
Informationsstand:
 
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weiter:
 
 
Link:
Ausführliche Informationen zum ersten Elektrizitätswerk Nürnbergs
 
 
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