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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Ludwig-Donau-Main-Kanal
 
Lage:
 
Kleinbild
Foto(s) vom:
25.05.2010
 
© 2010 Norbert Gilson
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erbaut: 1836-46
Planung: Heinrich Frhr. von Pechmann
    
König Ludwig I. von Bayern verfolgte seit seiner Thronbesteigung im Jahre 1825 die Verwirklichung der Idee, eine Wasserstraße zwischen Donau und Main anzulegen. Man kann dies als eine Wiederaufnahme des Baus der »Fossa Carolina« ansehen, die von Karl dem Großen vor mehr als tausend Jahren bereits - allerdings vergebens - geplant worden war. Mit der Planung wurde Heinrich von Pechmann beauftragt, der das Projekt eines 173 km langen, zwischen Kelheim und Bamberg verlaufenden Kanals ausarbeitete. Mit einem immensen Einsatz von Arbeitskraft und staatlichen Geldern wurde das Bauwerk zwischen 1836 und 1846 realisiert. Es war damals das mit Abstand größte Wasserbauprojekt im deutschen Sprachraum.
    
    Zwischen dem Main bei Bamberg und der Scheitelhaltung bei Neumarkt (Oberpfalz) waren 187 m zu überwinden. Dazu wurden 68 Kammerschleusen angelegt. Der Höhenunterschied bis Kelheim betrug nur 79 m, so dass im südlichen Abschnitt 32 Schleusenanlagen ausreichten. Zur Führung des Kanals durch die unterschiedlichen Geländeausprägungen war außerdem die Anlage von 70 Dämmen, 60 Einschnitten, 117 Brückenbauwerken und weiterer kleinerer Einrichtungen erforderlich. Der Kanal wurde mit einer Breite von 15,80 m und 1,46 m Tiefe errichtet. Wegen der Schleusen und Brückenbauwerke war die maximale Breite der Schiffe auf 4,47 m begrenzt, sie konnten bis zu 32,10 m lang sein und einen Tiefgang von 1,17 m haben. Kanalschiffe dieser Art besaßen eine Ladefähigkeit von rund 120 t. Die Kanalschiffe wurden von einem Pferd gezogen, das sich auf dem Treidelpfad neben dem Kanal fortbewegte. Für die Strecke von Kelheim nach Bamberg benötigte man etwa fünf Tage. Die wichtigsten Transportgüter waren Holz, Steine, Kohle und Agrarprodukte.
    
    Bis in die 1860er Jahre reichte das jährliche Transportaufkommen auf dem Kanal an die Marke von 200.000 t heran. Seitdem verlor der Kanal aufgrund der Konkurrenz durch die Eisenbahn zunehmend an Bedeutung. Nachdem er im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört worden war, wurde er 1950 aufgelassen. Die verbliebenen Reste werden seit 1954 als Gewässer unterhalten. Der Kanal und seine Bauwerke stehen heute unter Denkmalschutz. Im Juli 2018 wurde dem Kanal zudem der Titel »Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland« verliehen.
    
    Die Reste des Kanals sind an verschiedenen Stellen gut zu erreichen. Unter anderem gelangt man von der Autobahn-Raststätte »Nürnberg / Feucht« (-> siehe bei »Lage«) an der A 9 (Fahrtrichtung Berlin) über einen kleinen Weg (hinter dem Tankstellengebäude abzweigend) zu einem erhaltenen Abschnitt, an dem auch der Schwarzach-Aquädukt (siehe bei -> »mehr«) liegt.

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
• Sven Bardua, Ludwig-Donau-Main-Kanal ist Historisches Wahrzeichen; in: Industriekultur 24(2018), Heft 84, Ausgabe 3.18, S. 48
• Info-Tafeln am Kanal
    
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