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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Wasserkraftwerk Kriebstein
Adresse:
An der Talsperre
 
Lage:
 
Kleinbild
Kleinbild
Foto(s) vom:
23.11.2011
 
© 2011 Norbert Gilson
-:
    
erbaut: 1926-30
Bauherr: Aktiengesellschaft Sächsische Werke (ASW)
    
Das Kraftwerk Kriebstein entstand zusammen mit der Talsperre Kriebstein unmittelbar am Fuß der Staumauer. Diese wurde im Tal der Zschopau als Gewichtsstaumauer in erster Linie zum Zweck der Energieerzeugung errichtet. Das Maschinenhaus des Kraftwerks wurde als Stahlbetonskelettbau erichtet, mit Decken und Wänden zwecks besserer Isolierung aus Hohlsteinen. Über drei Grundablässe mit Rohrleitungen werden drei Francis-Spiralturbinen des Heidenheimer Unternehmens J.M. Voith beaufschlagt. Die beiden größeren Turbinen leisten bei einer Nutzfallhöhe von knapp 21 m jeweils 3.145 PS, während die Leistung der dritten, kleineren Turbine 1.850 PS beträgt. Die Turbinen wurden mit genieteten Blechspiralgehäusen ausgeführt. Die Rohrleitungen haben Durchmesser von 2,40 m (zwei Rohre) bzw. 1,80 m (eine Rohrleitung). Die Turbinen mit stehender Welle sind direkt mit den Drehstrom-Generatoren der Sachsenwerk Licht- und Kraft AG gekoppelt. Abhängig von den Rohrdurchmessern betragen die installierten Generatorleistungen 2.900 bzw. 1.700 kVA. Die elektrische Energie wurde über ein Doppel-Sammelschienen-System mit einer Spannung von 6.000 V über ein 2,2 km langes Kabel zur Zentralstation der in der Nachbarschaft gelegenen Papierfabrik Kübler & Niethammer geleitet. Eine Fernsteuerung erlaubte es, die drei Generatoren des Kraftwerks mit den Maschinensätzen der Papierfabrik zu synchronisieren.
    
    Die ersten Planungen für Talsperre und Kraftwerk Kriebstein wurden bereits 1912 angestellt. Infolge des Ersten Weltkriegs kam die Planung jedoch nicht zur Ausführung. Nachdem der Sächsische Staat die Elektrizitätsversorgung 1916 in die eigene Hand genommen hatte, wurde die Planung wiederaufgenommen und es wurde ein Kraftwerk mit Spitzenbetrieb in Aussicht genommen. Aber auch diese Absicht konnte wegen der Lage nach dem Ersten Weltkrieg nicht in die Tat umgesetzt werden. Seit 1922 lag das weitere Vorgehen in der Verantwortung der neu gegründeten Aktiengesellschaft Sächsische Werke (ASW). Es wurde nun ein Pumpspeicherwerk geplant, bestehend aus einer als Tagesspeicher fungierenden Oberstufe der Talsperre und einem am unteren Ausgleichsbecken gelegenen Laufwasserkraftwerk. Da die Wasserführung der Zschopau nicht während des ganzen Jahres ausreichte, um den Tagesspeicher hinreichend zur Bewältigung der Spitzenlast zu füllen, sollte diese Befüllung im Bedarfsfall nachts aus dem Ausgleichbecken über mit Fremdstrom betriebene Pumpen erfolgen. Schließlich scheiterte auch dieser Entwurf, da sich inzwischen zur Deckung des Spitzenbedarfs in Sachsen der Bau des großen Pumpspeicherkraftwerks Niederwartha (siehe bei -> »weiter«) abzeichnete. In einer neuen Planung sah die ASW nun den Bau eines Talsperrenkraftwerks als Laufwasserkraftwerk als wirtschaftlichste Lösung vor. Das Staubecken der Talsperre erfüllt so im Wesentlichen die Funktion eines Hochwasserschutzraums gegen die oft schnell und stark anschwellende Wasserführung der Zschopau.
    
    Die Maschinen sind noch in der Originalausstattung vorhanden. 1992 wurde die Staumauer umfangreich saniert. Zum Zeitpunkt der Fotoaufnahmen (November 2011) waren im Umfeld des Kraftwerks umfangreiche Baumaßnahmen im Gange.

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 2. Neue Länder, Berlin / Stuttgart 1998
• Klaus Mauersberger (Leitung), Historische Sachzeugen der Kraftwerks- und Energietechnik in Sachsen, Dresden 1994
• Kirsten, Das Talsperrenkraftwerk Kriebstein bei Waldheim im Tale der Zschopau; in: Die Bautechnik 8(1930), Heft 11, S. 149-153; Heft 15, S. 233-237; Heft 16, S. 247-250
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