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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Spiegelfabrik N. Wiederer & Co.
Adresse:
Leyher Straße 10
 
Lage:
 
Kleinbild
Kleinbild
Foto(s) vom:
21.07.2007
 
© 2007 Norbert Gilson
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erbaut: um 1888 / spätere Erweiterungen
Architekt: Fritz Walter
    
Die 1859 gegründete Spiegelmanufaktur erlebte im Zuge der Industrialisierung einen bedeutenden Aufschwung, so dass 1880 die Verlagerung der Produktionsstätte in die neu angelegte Südstadt von Fürth erfolgte. Umfangreicher Dampfmaschineneinsatz und, seit 1898, ein eigener Eisenbahnanschluss markierten den Aufstieg zum großindustriellen Betrieb. Die ständig erweiterten Fabrikbauten nahmen das Areal um Ritter-, Wald-, Kaiser und Leyher Straße ein. Viele der Arbeiterfamilien siedelten sich in den Mietsbauten der Leyher Straße und Waldstraße an. Das Unternehmen entwickelte sich zum größten Spiegel(glas)produzenten in Bayern. 1912 waren in dem Fürther Betrieb rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt und er war damit wahrscheinlich der größte Arbeitgeber in Fürth vor 1914.
    
    Das Fabrikgebäude (Foto 1) entstand als viergeschossiger Putzbau in Ecklage mit leicht abgerundeter Ecke sowie mit Mansarddach, Lisenengliederung und Zwerchgiebel. Der Giebelaufbau stammt von 1939.
    
    Die Produktionspalette reichte vom kleinen Handspiegel bis zu den kostbaren, großen Venetianer-Spiegeln, einer Spezialität der Firma. Zusätzlich wurden Glasgegenstände aller Art hergestellt, wie Leuchter oder Glaspavillons, die vornehmlich in Hotels und Varietées stark gefragt waren. Die bedeutendste Rolle für den Absatz spielte der Export. Die Produkte gingen nicht nur in alle europäischen Länder, sondern auch nach Ägypten, Persien, Indien, Ostasien, Australien, Südamerika und vor allem in die USA.
    
    Nach dem Ersten Weltkrieg brachen für das Unternehmen wie für die ganze Branche schwere Zeiten an. Doch das Unternehmen verfügte auch in den 1920er Jahren weiterhin über ein weit verzweigtes Vertriebsnetz, eine eigene Niederlassung in Berlin und über ein Tochterunternehmen, die Glashütte Freiberg in Sachsen. Im Oktober 1932 musste das Unternehmen jedoch Konkurs anmelden und die verbliebenen 170 ArbeiterInnen und Angestellten entlassen.

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Quelle(n)/Text:
• Erhard Schraudolph, Vom Handwerkerort zur Industriemetropole. Industrialisierung in Fürth vor 1870, Ansbach 1993, S. 86-90
• Gilbert Krapf, Spiegel und Spiegelglas aus Fürth; in: Industriekultur 23(2017), Heft 3, S. 8-9
• de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmäler_in_Fürth/L, Nr. D-5-63-000-1593
Informationsstand:
 
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