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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Dampfkraftwerk Marbach
Adresse:
Reinhold-Würth-Straße / Am Alten Kraftwerk
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
17.09.2012
 
© 2012 Norbert Gilson
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erbaut: 1938-42 / 1950er Jahre (Erweiterung)
Entwurf / Planung: Architekt Ameseder (Städtisches Bauamt), Karl Erich Haeberle (TWS-Planungsbüro)

Nachdem die Stromerzeugungskapazitäten im Steinkohlenkraftwerk Münster der Technischen Werke Stuttgart (TWS) 1935 ihre Grenzen erreichten, wurden Anfang 1936 die Planungen für den Bau eines neuen Dampfkraftwerkes aufgenommen. Als Bauplatz wurde zunächst ein Standort in einem Seitental des Neckars auf Stuttgarter Gemarkung favorisiert. Nachdem kurz danach der bisherige Generaldirektor der TWS, Richard Nübling, verstorben war, begann unter seinem Nachfolger Willy Speidel die Suche nach einem neuen Standort, der schließlich bei Marbach am Neckar gefunden wurde. Im Frühjahr 1938 konnten die Baumaßnahmen beginnen. Zur gleichen Zeit entstand in unmittelbarer Nachbarschaft das in Regie der Neckar AG errichtete Wasserkraftwerk Marbach (siehe bei -> »weiter«).
    
    Anfang 1938 trat die württembergische Hochspannungsleitungs-Betriebsgesellschaft Elektrizitäts-Versorgung Württemberg AG (EVW), die 1936 aus dem Zusammenschluss der Württembergischen Landeselektrizitäts AG (WLAG) und der Württembergischen Sammelschienen AG (Wüsag) entstanden war, an die TWS mit dem Vorschlag heran, sich an dem neuen Dampfkraftwerk zu beteiligen. Hintergrund für dieses Bestreben war eine „Empfehlung″ der NSDAP-Gauleitung Württemberg-Hohenzollern. In einer Besprechung Mitte 1938 beharrte der Stuttgarter Oberbürgermeister noch auf dem alleinigen Besitz des Kraftwerks durch die Stadt, die sich jedoch gegen die Interessen der Gauleitung nicht behaupten konnte. So musste das Kraftwerk im Mai 1939 an die aus EVW und dem Bezirksverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke neu gegründete Energie-Versorgung Schwaben AG (EVS) abgetreten werden. Das Kraftwerk wurde nun nach den von den TWS erarbeiteten Plänen weiter ausgebaut.
    
    In technischer Hinsicht wurde das Kraftwerk als Sammelschienenanlage (64 atü, 500 °C) ausgeführt. Das heißt, dass alle Kessel mit den drei Turbogeneratoren verbunden waren, während in den unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg konzipierten »Blockkraftwerken« jeder Maschinensatz einem festen Kessel zugeordnet wurde. Im Februar 1942 erfolgte die Inbetriebnahme des ersten Kessels und eines Turbosatzes. Als im November 1942 der dritte Turbosatz ans Netz ging, war der Kraftwerksausbau vorerst abgeschlossen, bevor in den 1950er Jahren ein Ausbau erfolgte.
    
    1981 wurde das mittlerweile technisch veraltete Kraftwerk stillgelegt. Die erhaltenen Anlagenteile stehen unter Denkmalschutz, wobei Teile der originalen technischen Ausrüstung noch vorhanden sind. Auf Foto 1 sieht man die im Stil funktionalistischer Architektur errichteten Betriebsbauten des Kraftwerks: im Hintergrund das Kesselhaus, davor das Maschinenhaus und vorne den Schaltanlagenvorbau. Die Gebäude wurden in Stahlbeton-Skelettbauweise mit Klinkerausfachung konstruiert. Von den mit Flachdach ausgeführten Bauten der eigentlichen Elektrizitätserzeugung heben sich die Verwaltungsbauten durch die unterschiedlich gestaltete Dachform ab. Sowohl das Verwaltungsgebäude (Foto 2) als auch das Pförtnerhaus (Foto 3) sind mit Walmdächern versehen.
    
    Vor dem Schaltanlagenvorbau ist heute der Läufer des Maschinensatzes für die Eigenstromerzeugung aufgestellt (Foto 4), wobei die Schaufeln des Niederdruckteils fehlen. Der Turbosatz bestand aus einer Zweigehäuse-Überdruck-Kondensationsturbine (Drehzahl 3.000 U/min) von Brown, Boveri & Cie. (BBC) mit einem starr gekuppelten luftgekühlten Drehstrom-Generator mit einer Leistung von 10,5 MW, ebenfalls von BBC.
    
    Wichtige Einrichtungen für den gesamten Kraftwerksbetrieb waren auch zwei Überladekräne, die die Kohle von den am Neckarufer anlegenden Lastschiffen aufnahmen und auf die Kohlehalde beförderten. Nach der Stilllegung des Kraftwerks konnte in einem Kompromiss mit dem Eigentümer, der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), die Erhaltung und fachgerechte Restaurierung eines der beiden Kräne erreicht werden. Die Krananlage (Foto 17) mit 5,5 t Tragkraft wurde von der Stuttgarter Firma C. Haushahn im Jahre 1939 aus zwei Stahlfachwerkträgern konstruiert, die einen Obergurtverband miteinander verbunden und mit Hilfe von Querrahmen stabilisiert sind. Die Überladebrücke ruht auf zwei fahrbaren Stützenpaaren. Die Spannweite dazwischen beträgt etwa 64 m, mit den Überkragungen über den Neckar und über die Straße beträgt die Gesamtlänge knapp 100 m. In Längsrichtung der Brücke bewegt sich die Laufkatze mit dem Greifer für die Kohle. Die zur Straßenseite hin gelegene fahrbare Kranstütze trägt außerdem eine mit Holz verkleidete Kohlenmühle (Foto 18).

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
• Karl Erich Haeberle, Stuttgart und die Elektrizität. Geschichte der Stuttgarter Elektrizitäts-und Fernwärmeversorgung, Stuttgart 1983
• Sophie Richter / Markus Numberger, Kohlekraft: Der Überladekran beim ehemaligen Dampfkraftwerk Marbach; in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 42(2013), S. 236-239
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