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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Städtisches Elektricitäts-Werk
Adresse:
Alte Eppelheimer Straße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
19.09.2014
 
© 2014 Norbert Gilson
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erbaut: 1899-1900 / spätere Erweiterungen
Entwurf: Städtisches Hochbauamt
    
Die Entscheidung zum Bau eines eigenen Elektrizitätswerks fällte der Heidelberger Stadtrat im Jahre 1899. Gemäß einem Gutachten, das der Privatdozent für Elektrotechnik an der TH Karlsruhe und gleichzeitig »Stadtelektriker« von Karlsruhe, Dr. Gustav Rasch, erstellt hatte, wurde das neue Elektrizitätswerk als Gleichstromzentrale erstellt. Den Auftrag zur Lieferung des maschinellen und elektrischen Teils erhielt die Berliner Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG).
    
    Der Gebäudekomplex umfasste das Maschinenhaus an der Gaswerkstraße, das Akkumulatorenhaus an der Eppelheimer Straße und das dahinter gelegene Kesselhaus. Drei Dampfkessel von jeweils 150 qm Heizfläche und 10 atü, zwei Dampfmaschinen mit je einem Gleichstromgenerator von 260 kW Leistung sowie eine Akkumulatorenbatterie mit einer Kapazität von 2.000 Ah bildeten die Erstausstattung der Zentrale. Von den im neoromanischen Stil errichteten Bauten sind das Maschinenhaus und das Verwaltungsgebäude erhalten geblieben. Der Eingang befindet sich in einem Rundturm an der Ecke Alte Eppelheimer Straße / Gaswerkstraße. Das Eingangsportal ist aufwendig gestaltet und trägt in einem Sandsteinsturz die Inschrift »Städtisches Elektricitäts-Werk«. Die mit ihrer Fassade zur Gaswerkstraße hin ausgerichtete Maschinenhalle ist in ihrem gründungszeitlichen Teil mit zweigeschossigen Bogenfenstern versehen, die zwischen übergiebelten Wandvorlagen und über einem kassettierten Sockelgeschoss angeordnet sind. Eine spätere Erweiterung erfolgte im Stil der Moderne (Foto 5), vermutlich in den 1920er Jahren. Aus dieser Zeit dürfte auch das neuere Verwaltungsgebäude stammen (Foto 6), das in jüngster Zeit einen neuen Dachaufbau erhielt.
    
    Seit Anfang Juli 1900 wurden die ersten Verbraucher - 5.244 Glühlampen, 94 Bogenlampen und 47 Elektromotoren - mit elektrischem Strom beliefert. Bereits 1902 war eine Erweiterung erforderlich, und zwar um eine Dampfturbine von 180 kW Leistung. Jetzt konnte auch der elektrische Straßenbahnbetrieb aufgenommen werden. Die weiter steigende Nachfrage nach elektrischem Strom erforderte zusätzliche Erweiterungen. ein neuer Dampfkessel von 200 qm Heizfläche, 10 atü und eine zweite Turbine von 300 kW Leistung kamen hinzu. Zur Gewinnung des Betriebswassers für die Dampfkesselspeisung wurde eine Tiefbrunnen angelegt, aus dem 200 cbm Wasser pro Stunde gefördert werden konnten. 1910 wurde die Leistungsfähigkeit des Werks auf das Doppelte erhöht.
    
    Eine neue Leistungssteigerung wurde nach dem Ende des Ersten Weltkriegs erforderlich. Es fiel die Entscheidung, die zusätzlich benötigte Energie vom neu erbauten Wasserkraftwerk der Badenwerk AG im Murgtal zu beziehen. Die Fortleitung der Energie nach Heidelberg erfolgte über eine 20 kV-Freileitung. Hier wurde der Drehstrom mit rotierenden Umformern in Gleichstrom für die Einspeisung ins städtische Netz umgewandelt. 1927 war die Leistungsfähigkeit des immer noch mit 2 x 220 V arbeitenden Verteilungsnetzes erschöpft. Auch die neuen, außerhalb der Innenstadt entstehenden Stadterweiterungsgebiete konnten wegen der zu großen Entfernung nicht mehr mit Gleichstrom aus der Umformerzentrale versorgt werden. Daher wurde dem vorhandenen Versorgungsnetz ein 6 kV-Kabelring überlagert, der nun mehrere Unterstationen mit Drehstrom versorgte. In diesen Unterstationen erfolgte dann weiterhin die Umwandlung in Gleichstrom und die Einspeisung ins Netz.
    
    1931 fiel die Entscheidung für eine konzeptionelle Neuorientierung der Heidelberger Stromversorgung. Die Eigenerzeugung wurde stillgelegt und fortan der gesamte Strombedarf durch Fremdstrombezug von der Badenwerk AG gedeckt. Außerdem wurde beschlossen, das gesamte Versorgungsnetz von Gleichstrom auf Dreh- bzw. Wechselstrom (220/380 V Spannung) umzustellen. Dazu mussten nicht nur die Kabel und sonstigen Installationen ausgetauscht und neue Transformatorenstationen errichtet werden, auch die Verbraucher mussten ihre alten Gleichstromgeräte durch neue, für Wechselstrom geeignete Typen ersetzen. Die Heidelberger Stadtwerke gewährten dafür Beihilfen. Die Umstellungsaktion nahm mehr als 20 Jahre in Anspruch, erst 1956 wurden die letzten Gleichstromabnehmer auf Wechselstrom umgestellt.
    
    Der Standort wird heute weiterhin von der Stadtwerke Heidelberg AG genutzt, die hier ein modernes Heizkraftwerk betreibt.

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Quelle(n)/Text:
• Brigitte Neff, Die Elektrizitätsversorgung der Stadtwerke Heidelberg AG, Heidelberg o.J.
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
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