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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Straßenbahndepot Bockenheim
Adresse:
Gräfstraße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
20.04.2006 / 19.04.2007
 
© 2006/07 Norbert Gilson
-:
    
erbaut: 1898-99
Ausführung: Ph. Holzmann & Cie.
    
Die heute noch vorhandene Halle des Bockenheimer Straßenbahndepots wurde 1898/99 als neue Wagenhalle im Auftrag des städtischen Trambahnamtes errichtet. Bereits 1871 hatte die Frankfurter Stadtverwaltung die Konzession für eine erste schienengebundene Pferdestraßenbahn an ein Brüsseler Unternehmen vergeben, das sich 1880 in Frankfurter Trambahn-AG umbenannte. Beim Ausbau des Streckennetzes für die Pferdebahn entstand eines der vier Depots an der Bockenheimer Warte. Nachdem 1881 in Berlin-Lichterfelde die erste elektrische Straßenbahn in Betrieb gegangen war, entstand in den größeren Städten mit Pferdebahnen vielfach der Wunsch, diese auf elektrischen Betrieb umzustellen. In Frankfurter setzten sich unter anderem Oberbürgermeister Franz Adickes sowie die Stadtbauräte William H. Lindley und Johann Riese für die Elektrifizierung der Straßenbahn und ihre Überführung in städtischen Besitz ein. Anfang des Jahres 1898 wurden diese Pläne umgesetzt und die gesamten Anlagen und Immobilien der Frankfurter Trambahn-AG gingen an die Stadt über, die zur Verwaltung das städtische Trambahnamt einrichtete. Ein Konsortium aus den Unternehmen Brown, Boveri & Cie. sowie Siemens & Halske erhielt den Auftrag zur Einrichtung des elektrischen Betriebs. Das Frankfurter Bauunternehmen Ph. Holzmann & Cie. wurde mit der Errichtung eines neuen Depotgebäudes im Anschluss an die bestehende Pferdefuhrwerkshalle in Bockenheim beauftragt.
    
    Die Umfassungswände entstanden als Backsteinrohbau auf einem rechteckigen Grundriss von 75,50 x 31,50 m als dreischiffige Halle für acht Gleise. Während die beiden Seitenschiffe von einfachen Sprengwerken mit aufliegenden Pultdächern überspannt werden, weist das im Scheitel 12,70 m hohe Mittelschiff eine Dachkonstruktion aus hölzernen Bogenbindern mit halbkreisförmig gekrümmtem Untergurt auf, deren Kämpferpunkte mit eisernen Zugstäben verbunden sind. Diese Holzbinderkonstruktion geht auf eine Entwicklung des französischen Baumeisters Philibert Delorme (bisweilen auch „De l'Orme″ geschrieben) aus der Mitte des 16. Jahrhunderts zurück. Das Konstruktionsprinzip fand seit den 1820er Jahren größere Verbreitung und markiert den Beginn des Ingenieurholzbaus. Das Bockenheimer Straßenbahndepot ist einer der wenigen Bauten, dessen Bogensparrenkonstruktion nach Delorme vor der Zerstörung durch Feuer oder natürlichen Verfall verschont blieb.
    
    Die Bogenkonstruktion des Innenraums prägt auch die Giebelfassade zur Gräfstraße. Nach Stilllegung des Straßenbahnverkehrs wurde zu Beginn der 1970er Jahre zunächst der Abriss der Halle geplant, bevor sie 1976 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Infolge mangelnder Unterhaltung begann das Gebäude zu verrotten. Ein Glücksfall war es, dass das Frankfurter »Theater am Turm« in den 1980er Jahren auf der Suche nach einer neuen Spielstätte auf die Halle stieß. Bei der nachfolgenden Sanierung unter Leitung eines Frankfurter Architekturbüros konnte die originale Holzkonstruktion erhalten werden.

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Ingenieurbaukunst in Frankfurt am Main 1806 - 1914, Frankfurt am Main 1983
• Wolfram Heitzenröder / Rolf Höhmann / Peter Schirmbeck, Hessen. Denkmäler der Industrie und Technik, Berlin 1986
• Volker Rödel, Die Halle des Bockenheimer Straßenbahndepots in Frankfurt am Main; in: Industriekultur 22(2016), Heft 76, Ausgabe 3.16, S. 20-22
Informationsstand:
 
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Kategorie:
Denkmal (Baudenkmal); Industriehistorisch bedeutendes Bauwerk
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