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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Kanalbauhof
Adresse:
Sachtlebenstraße 60 - 66
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
29.09.2011 / 27.03.2014
 
© 2011/14 Norbert Gilson
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erbaut: 1904-10 / 1919-20, 1926-27, 1938-39 (Erweiterungen)
Planung und Bauleitung: Ingenieurbüro Havestadt & Contag / Teltowkanal AG
    
Der Kanalbauhof (Bild 1, Quelle siehe Link) entstand seit 1904 im Zuge des 1900 begonnenen Baus des Teltowkanals (siehe bei -> »weiter«). Die Ausführung des Kanalbauprojektes lag in den Händen einer kreiseigenen Behörde des Kreises Teltow, der Teltowkanal-Bauverwaltung, für Planung und Bauleitung war das Berliner Ingenieurbüro Havestadt & Contag verantwortlich. Die Firma war auch Bauherr des Kanalbauhofs, der für Betriebs- und Unterhaltszwecke des Kanals und zur laufenden Ausbesserung der Betriebsmittel des Kreises Teltow errichtet wurde.
    
    Der Bauhof umfasste zunächst eine Lokomotivwerkstatt mit Revisionsgruben, Schmiede, Dreherei und Schlosserei. Hier wurden die für den Treidelbetrieb auf dem Kanal eingesetzten elektrischen Treidelloks repariert und gewartet. Eine weitere Aufgabe des Bauhofs war die Wartung der Schiffe des Kreises Teltow, die als Schlepper oder zur Personenbeförderung auf dem Kanal ihren Dienst taten. Auch auf dem Kanal havarierte fremde Schiffe konnten hier repariert werden. Daher war der Bauhof auch eine Werft, auf der Schiffe von bis zu 65 m Länge mittels eines achträdrigen Aufzugwagens und einer Winde vollständig an Land gebracht werden konnten. Diese Anlage befand sich an einem Hafenbecken von 65 m Länge und 15 m Breite, das über einen Stichkanal mit dem Teltowkanal verbunden war. Bestandteil des Bauhofs war außerdem ein Kraftwerk (siehe bei -> »weiter«), aus dem die Treidelloks mit Strom versorgt wurden.
    
    Nachdem die Kanalverwaltung 1924 an die Teltowkanal AG übertragen worden war, ließ deren Direktor, Cantignon, den Bauhof in eine Binnenschifffahrtswerft umwandeln, die auch den Bau von Fahrgastschiffen und Schleppern übernahm. Dabei leistete die Werft Pionierarbeit, um das elektrische Lichtbogenschweißen für die Anwendung im Schiffsbau tauglich zu machen. Der Vorteil lag darin, dass die auf diese Weise konstruierten Schiffe bei gleicher Tragfähigkeit mit geringerem Gewicht, gleichzeitig höherer Festigkeit und zudem mit geringeren Hestellungskosten gebaut werden konnten. Die 1927 zu Wasser gelassene »Zehlendorf« war das erste vollständig elektrisch geschweißte Fahrgastschiff Deutschlands. Es folgten weitere Schiffstypen, wie der 225 PS starke Schlepper »Havel« oder der Eisbrecher »Eisbär«. Schließlich wurden auch weitere stählerne Konstruktionen in Elektroschweißtechnik hergestellt: Treidelloks, Kohlebunker und Kräne.
    
    Auch nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Werft ihre erfolgreiche Tätigkeit fort. Nach dem Mauerbau erwies sich die Lage der Werft unmittelbar an den Grenzbefestigungsanlagen als sehr ungünstig, so dass das Unternehmen Ende 1962 seinen Betrieb einstellte. Ein größerer Teil der zwischen 1904 und 1910 entstandenen Anlagen sowie ein Mitte der 1920er Jahre errichtetes und später erweitertes Verwaltungsgebäude sind - meist unter veränderter Nutzung - bis heute erhalten und stehen unter Denkmalschutz.
    Ebenfalls erhalten blieb der Brückenkopf der ehemaligen Brücke am Bauhof samt der Zufahrtsschienen der Treidelbahn (Foto 6), über die die auf der anderen Kanalseite verkehrenden Treidelloks den Kanalbauhof erreichen konnten.

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Quelle(n)/Text:
• Jan Feustel / Horst Köhler (Mitarbeit), Lebensader durch Sumpf und Sand. 100 Jahre Teltowkanal, Berlin 2006
• Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Denkmaldatenbank, Einträge 09075893-09075900
Informationsstand:
 
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weiter:
 
Link:
Ausführliche Informationen zum Kanalbauhof / zur Teltow-Werft
 
 
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