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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Rundfunksendestelle Britz (RIAS)
Adresse:
Britzer Damm
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
25.10.2010
 
© 2010 Norbert Gilson
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erbaut: 1947, 1949
    
Die Sendeanlage in Berlin-Britz war die wichtigste Sendeeinrichtung des ehemaligen Rundfunks im Amerikanischen Sektor (RIAS). Bereits gut ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs nahm der neue Rundfunksender am 4. September 1946 seinen Betrieb auf. Die erste Sendeanlage, ein 800 W-Sender, war zunächst auf einem amerikanischen Militärlastwagen aufgestellt und als Sendeantenne diente eine zwischen zwei Holzmasten gespannte T-Antenne.
    
    1947 wurde diese Anlage durch einen Zusammenbau aus verschiedenen Bauteilen erbeuteter deutscher Wehrmachtssender ersetzt. Diese Sender waren von Telefunken gebaut und 1937/38 an das Reichspostzentralamt (RPZ) ausgeliefert worden. Der auf den Namen »Lili-Marleen-Sender« getaufte neue Sender startete mit 20 kW Sendeleistung auf der Mittelwellenfrequenz 611 kHz. Die Abstrahlung erfolgte über einen auf 100 m aufgestockten Gittermast. Während der Berlin-Blockade wurde 1949 der erste 100-kW-Sender, ebenfalls von Telefunken gebaut, installiert und für ihn ein neuer Sendemast errichtet. Dieser Sender blieb noch bis September 1988 in Betrieb und wurde nach der Demontage an das Deutsche Technikmuseum Berlin abgegeben (siehe bei -> »weiter«).
    
    Das Programm von RIAS wurde auch über Kurz- und Langwellensender ausgestrahlt, die allerdings nicht in Berlin, sondern in Ismaning bei München standen. Spektakulär in Berlin war die 1953 vorgenommene Verstärkung der Mittelwellen-Sendeleistung in Britz, um den DDR-Störsendern entgegenzuwirken. Im Januar 1953 ging in Britz der mit 300 kW leistungsstärkste Mittelwellensender Europas (ebenfalls von Telefunken gebaut) in Betrieb.
    
   Von der verschiedenen Sendeeinrichtungen auf dem Gelände in Britz, unter anderem einer 1978 in Betrieb genommenen Kreuzdipol-Antenne, blieben die beiden gegen Erde isolierten und als Selbststrahler funktionierenden Sendemaste - der 146 m hohe Südostmast und der 160 m hohe Nordwestmast - bis 2012 erhalten. Der RIAS war Ende 1993 aufgelöst worden und seitdem wurde über die Sender das Programm der Deutschen Welle abgestrahlt. Nachdem diese Gesellschaft Ende Oktober 2011 ihr deutschsprachiges Radioprogramm eingestellt hatte, verbreitete der Deutschlandfunk rund um die Uhr sein deutschsprachiges Programm auf einer Kurzwellen-Frequenz im 49-Meter-Band, unter anderem durch Einblendung eines Seewetterberichts in das laufende Programm viermal täglich. Die Anlage fiel Ende April 2012 infolge eines technischen Defektes aus und wurde nicht mehr in Betrieb genommen. Am Morgen des 19. September 2012 beendete auch das Deutschlandradio seine digitalen Mittelwellensendungen aus Berlin-Britz. Der 1949 installierte, 146 Meter hohe Sendemast, der diese digitalen Signale ausstrahlt hatte, wurde im November 2012 demontiert.
    Somit war nur noch der zweite Sendemast vorhanden, über den seit September 2013 ebenfalls keine Ausstrahlungen mehr erfolgten und der im Juli 2015 gesprengt wurde.

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Quelle(n)/Text:
• Gerd Klawitter (Hrsg.), 100 Jahre Funktechnik in Deutschland. Funksendestellen rund um Berlin, Berlin 1997
• Sven Bardua, Rias-Sendemast in Britz gesprengt; in: Industriekultur, 21(2015), Heft 72, Ausgabe 3.15, S. 53
• de.wikipedia.org/wiki/Sendeanlage_Berlin-Britz (abgerufen am 18.05.2017)
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