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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Pumpspeicherkraftwerk Waldeck I
Adresse:
Kraftwerkstraße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
26.11.2011
 
© 2011 Norbert Gilson
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erbaut: 1929-32
Bauherr: Preußische Elektrizitäts-AG (Preußenelektra)
Entwurf / Ausführung: Siemens-Schuckertwerke AG / Eisenwerk Weserhütte AG (Stahlkonstruktionen)
    
In der Nähe der 1914 fertiggestellten Edertalsperre wurde 1932 das Pumpspeicherwerk Bringhausen (später in »Waldeck l« umbenannt) in Betrieb genommen. Die Anlage wurde ursprünglich für eine Leistung von 119.000 kW gebaut. Es wurden vier Maschinensätze installiert, bestehend aus Francis-Spiralturbinen und Drehstrom-Synchrongeneratoren von jeweils 36.000 kVA Leistung. Die Planung des Pumpspeicherkraftwerks führte die Preußische Elektrizitäts-AG (Preußenelektra) zusammen mit der Siemens-Schuckertwerke AG (SSW) durch. Die Firma J. W. Voith lieferte die Turbinen, während die Hochdruckpumpen von der Ravensburger Escher, Wyss & Cie. bezogen wurden. Das Pumpspeicherwerk diente als Spitzenlastwerk und Momentanreserve für die Kraftwerke der Preußenelektra.
    
    Als unterer Speicher stand das Ausgleichsbecken Affoldern unterhalb der Edertalsperre zur Verfügung. Als Hochspeicherbecken wurde oberhalb des Kraftwerks in einer Mulde zwischen dem Peterskopf und Ermerod ein mit einer Betonwandung versehenes Speicherreservoir von 760.000 m³ Inhalt angelegt. Die Bruttofallhöhe beträgt rund 300 m. Durch zwei offen verlegte, teils genietete, teils geschweißte Rohrleitungen von mehr als 2 m Durchmesser war das Hochspeicherbecken mit dem Krafthaus verbunden. Bei plötzlich auftretenden Lastspitzen konnten die vier Maschinen, von der Schaltwarte aus gesteuert, vom Stillstand bis zur kompletten Parallelschaltung innerhalb von 10 Minuten hochgefahren werden.
    
    Die ursprüngliche Schaltanlage wurde inzwischen verändert, sie ist heute hinter dem Kraftwerksgebäude platziert. Zur Bauzeit war die für den 220-kV-Betrieb dimensionierte Schaltanlage aus Platzgründen zum Teil auf dem Dach aufgebaut worden. Die aus Gittermasten bestehenden Abspanngerüste wurde in vier Reihen errichtet, wobei die zum Wasser hin gelegene Mastreihe auf 10 m langen, im Wasser fundierten Betonpfeilern platziert wurde. Über eine 17 km lange 220-kV-Leitung, die nach der Inbetriebnahme zunächst nur mit 110 kV betrieben wurde, war das Pumpspeicherwerk mit dem Großkraftwerk Main-Weser in Borken (siehe bei -> »weiter«) verbunden. Die Ausführung der Stahlkonstruktionen der Umspannanlage übertrug die Siemens-Schuckertwerke AG an die Eisenwerk Weserhütte AG in Bad Oeynhausen.
    
    Das alte, zu Beginn der 1930er Jahre errichtete Kraftwerk wurde 2006 in nordöstlicher Richtung um ein neues Kraftwerksgebäude mit einer modernen, vertikal stehenden Turbine von 70 MW Nennleistung erweitert. Außerdem wurden zwei der alten Turbinen modernisiert und können weiter benutzt werden, während die anderen beiden Maschinensätze stillgelegt wurden.
    
    Aufgrund des ständig steigenden Bedarfs an elektrischer Energie entstand 1974 neben dem Pumpspeicherwerk Waldeck l das Pumpspeicherwerk Waldeck II. Es ist von außen nicht sichtbar, da es im Berginnern als Kavernenkraftwerk in einer künstlichen Höhle von mehr als 100 m Länge, 50 m Höhe und 34 m Breite angelegt wurde und 50 m unter dem Wasserspiegel des Affoldener Ausgleichbeckens liegt. Zu der Kaverne gelangt man über einen 800 m langen Zufahrtsstollen.
    Eingebaut wurden zwei Maschinensätze von je 220 MW. Innerhalb von 60 Sekunden können die Maschinen vom Stillstand zur Energielieferung bereit gestellt werden.

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Quelle(n)/Text:
• Pumpspeicherwerk Waldeck (Bringhausen) der Preußenelektra; in: Elektrotechnische Zeitschrift 54(1933), S. 235-236
• Preußische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft. Denkschrift anläßlich ihres 25jährigen Bestehens. 1927 - 1952, Hannover 1952
• Informationszentrale der Elektrizitätswirtschaft e.V. (Hrsg.), Vom Edersee zum Fuldatal. Tips für Technik-Trips, (TechnikTouren, Nr. 33), Stuttgart o.J.
• Walch, Die Bauarbeiten am Speicherbecken und an der Rohrbahn des Speicherkraftwerkes Bringhausen; in: Die Bautechnik 8(1930), Heft 49, S. 737-741
• O. Stötzner, Die Freiluftschaltanlagen der Preußischen Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, Berlin, in Lehrte bei Hannover und Bringhausen an der Eder; in: Der Stahlbau 4(1931), Heft 21, S. 249-250
Informationsstand:
 
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weiter:
Link:
ausführliche Informationen zu den Pumpspeiherkraftwerken Waldeck I und II auf wikipedia.de
 
 
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