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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Gewerkschaft Braunsteinbergwerke Dr. Geier
Adresse:
Obere Amalienhöhe
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
18.04.2007
 
© 2007 Norbert Gilson
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erbaut: 1916-17
Architekten: Gero Marquart, Eugen Seibert (Darmstadt)
    
Bereits aus dem frühen 17. Jahrhundert gibt es Nachrichten über einen Abbau von Eisen- und Manganerzen in den südlichen Ausläufern des Hunsrücks. Die Fördermengen der verschiedenen Gruben blieben jedoch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein relativ gering. Erst als Mangan seit den 1880er Jahren als Zuschlagstoff bei der Verhüttung der saarländischen und lothringischen Minette-Erze nach dem Thomas-Verfahren zunehmend gefragt war, nahm der Bergbau größere Ausmaße an. Dem Mainzer Architekten Heinrich Claudius Geier wurde aufgrund umfangreicher Schürfversuche 1882/83 das Grubenfeld Amalienhöhe zwischen Bingerbrück und Waldalgesheim verliehen. 1885 stieß man hier bei Untersuchungen in 18 m Tiefe auf ausgedehnte Manganerzvorkommen.
    
    Nach dem Tode von H.C. Geier (1898) wurde die bisher im Familienbesitz befindliche Firma 1905 in die Gewerkschaft Braunsteinbergwerke Dr. Geier umgewandelt. 1909 wurde eine neue Lagerstätte (»Glockenwiesenlager«) entdeckt und die Förderung konnte erheblich gesteigert werden. Der Transport der Erze zum Rhein erfolgte seit 1912 mit einer 10 km langen Seilbahn.
    
    Die während des Ersten Weltkriegs sprunghaft ansteigende Nachfrage nach dem Stahlveredler Mangan und die Abkopplung des Deutschen Reichs von den ausländischen Rohstoffmärkten führte zu einem erneuten starken Ausbau der inländischen Grubenbetriebe. Oberhalb Waldalgesheim wurde auf der Stöckert-Höhe 1917 eine neue Hauptschachtanlage abgeteuft. Die oberirdischen Bauten wurden von dem am Darmstädter Jugendstil geschulten Architekten-Duo Marquart und Seibert als geschlossene, an einen barocken Ehrenhof erinnernde Anlage errichtet. In die Gestaltung der villenartigen Einzelbauten flossen auch Gestaltungselemente der Gartenstadtbewegung und der frühen funktionalen Industriearchitektur im Übergang zwischen Jugendstil und Neuer Sachlichkeit ein.
    
    Die Fotos 1 und 2 zeigen das in neobarocken Formen gestaltete »Zechenhaus«, die Hauptverwaltung der Grube, mit dem vorgelagerten pavillonartigen Pförtnerhaus, in dem sich auch die Arbeitskontrolle mit Stechuhr befand. Überragt werden die Bauten von dem Wasserturm (Foto 3). Der spiegelbildlich auf der gegenüberliegenden Seite errichtete Gebäudekomplex beheimatete in dem Pavillon die Unfallstation mit Leichenhalle sowie rechts daneben das »Beamtenkasino« (Bild 4).
    
Die Anlage gehört neben den Zechen Zollern II/IV (Dortmund), Zollverein XII (Essen) und Rammelsberg (Goslar) zu den eindrucksvollsten Denkmalen des Montanwesens in Deutschland. Ausführliche Informationen gibt's auf der Website der Gemeinde Waldalgesheim (siehe Link unten).

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
• Paul-Georg Custodis, Technische Denkmäler in Rheinland-Pfalz. Spuren der Industrie- und Technikgeschichte, Koblenz 1990
Informationsstand:
 
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Link:
Geschichte der Grube Dr. Geier
 
 
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Kategorie:
Technisches Denkmal / Industriedenkmal
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