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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Heizkraftwerk Altbach/Deizisau
Adresse:
Industriestraße
 
Lage:
 
Kleinbild
Foto(s) vom:
18.05.2014
 
© 2014 Norbert Gilson
-:
    
erbaut: 1899 / 1950er Jahre / mehrfache Abrisse und Erweiterungen
    
Das moderne Heizkraftwerk Altbach/Deizisau befindet sich an einem Standort mit einer mehr als hundertjährigen Geschichte der Elektrizitätserzeugung. 1899 war Baubeginn für eine »Kraftcentrale« mit kombinierter Wasser- und Dampfkraft. Bauherr war damals Heinrich Mayer, der sich das Ziel gesetzt hatte, das Neckar- und Filstal mit elektrischer Energie zu versorgen. Die Wasserkraftanlage wurde mit drei Turbinen von J.M. Voith ausgestattet und war bei Inbetriebnahme mit insgesamt 1.050 kW installierter Leistung das größte Kraftwerk Württembergs. Die erste mit Strom versorgte Gemeinde war Obertürkheim. Seit 1902 firmierte das Kraftwerk unter Neckarwerke Altbach-Deizisau Heinrich Mayer und 1905 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unter dem Namen Neckarwerke Elektrizitätsversorgungs-AG. Firmensitz wurde Esslingen. 1906 belieferte das Unternehmen bereits 37 Ortschaften und der Absatz an elektrischer Energie betrug 4,2 Mio. kWh. Später fusionierte das Unternehmen mit den Technischen Werken der Stadt Stuttgart (TWS), führte nun den Namen Neckarwerke Stuttgart AG und wurde schließlich 2003 in die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) überführt.
    
    Als in den 1950er Jahren im Zuge der Neckarkanalisierung die Planungen für das neue Wasserkraftwerk Deizisau (siehe bei -> »weiter«) begannen, wurde die alte Wasserkraftanlage abgebaut und die Stromerzeugung nur noch mit dem Dampfkraftwerk weiter betrieben. Dieses verfügte 1954 über sieben Dampfturbinensätze und erreichte eine Leistung von 108 MW.
    
    In der zweiten Hälfte der 1950er wurde das Kraftwerk um den Werksteil II mit drei Kohleblöcken erweitert. 1971 wurde der neue Werksteil um einen Gas-Öl-Kombiblock ergänzt. Die beiden Werksteile hatten damit eine Gesamtleistung von 676 MW. Mitte März 1982 war Baubeginn für den Block 5, der 1985 als Heizkraftwerk in Betrieb ging. Gleichzeitig wurde der alte Werksteil I stillgelegt und im folgenden Jahr abgerissen. Rund 15 Jahre später wurden dann auch die drei Kohleblöcke von Werksteil II ersetzt, als Ende der 1990er Jahre das neue Heizkraftwerk 2 (im Foto vorne sichtbar) seinen Betrieb aufnahm. Die Anlage verfügt seitdem über eine elektrische Bruttoleistung von 1.215 MW und eine auskoppelbare Fernwärmeleistung von 210 MW. Das Kraftwerk speist den Strom sowohl in das 380 kV-Höchstspannungsnetz als auch in das 110 kV-Hochspannungsnetz ein und ist wärmetechnisch an die Fernwärmeschiene Stuttgart - Plochingen angeschlossen.
    
    Eine Besonderheit stellt der Hybridkühlturm dar. Im Unterschied zu den herkömmlichen Naturzugkühltürmen kann diese Bauart sehr niedrig ausgeführt werden. Ein weiterer Vorteil besteht in der wesentlich verminderten Dampfschwadenbildung. Im Hybridkühlturm gibt das zu kühlende Wasser im mittleren Bereich einen Teil der Abwärme über Rippenrohre (Wärmetauscher) an die Luft ab. Anschließend rieselt das Wasser im unteren Bereich als Sprühregen in das Kühlturmbecken herab und wird dabei durch Verdunstung weiter gekühlt. Die Kühlluft für die Verdunstung (Nasskühlung) und den Wärmetauscherbetrieb (Trockenkühlung) wird von großen Ventilatoren angesaugt und im Gegenstrombetrieb nach oben gedrückt. Im oberen Drittel des Hybridkühlturms mischen sich schließlich feuchte und trockene Abluft von Nass- und Trockenbereich, womit sich die Schwadenbildung erheblich reduziert.
    
    Erwähnung verdient auch der 250 m hohe Schornstein, der aus einem äußeren Stahlbetonschaft, einem begehbaren Zwischenraum und einer inneren Rauchgasröhre besteht. Der Stahlbetonschaft wurde in Gleitschalung innerhalb von 92 Tagen hochgezogen. Die Rauchgasröhre mit einer lichten Weite von 5,80 m besteht aus 10 cm dicken säurefesten Steinen mit umlaufender Nut und Feder, die in Kaliwasserglaskit vermauert sind. Die Vertikallasten des Rauchrohrs werden durch sieben im Stahlbetonschaft verankerte, schräg stehende Stützen aus Betonfertigteilen abgefangen.

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Quelle(n)/Text:
• EnBW Kraftwerke AG (Hrsg.), Primärenergie veredeln. Die fossil befeuerten Kraftwerke der EnBW, Karlsruhe 2010 [PDF-Datei, Download am 12.05.2015]
• Jörg Schlaich / Matthias Schüller, Ingenieurbauführer Baden-Württemberg, Berlin 1999
Informationsstand:
 
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weiter:
Link:
Standortflyer des Heizkraftwerks (EnBW Kraftwerke AG)
 
 
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