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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Heinrich-Hertz-Institut für Schwingungsforschung
Adresse:
Einsteinufer 37
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
28.09.2011
 
© 2011 Norbert Gilson
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erbaut: 1964-68
Architekt: Karl-Heinrich Schwennicke
    
Anfang 1927 gründeten die Deutsche Reichspost, die Preußische Unterrichtsverwaltung, die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft, der Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) sowie die Großfirmen der Elektroindustrie eine »Studiengesellschaft für Schwingungsforschung«. Deren Aufgabe sollte darin bestehen, ein Institut zur Erforschung von elektrischen und akustischen Schwingungen ins Leben zu rufen. Es wurde beschlossen, das Institut der Technischen Hochschule Berlin anzugliedern, um es auch in die Ausbildung des Ingenieurnachwuchses einbeziehen zu können.
    
    Die eigentliche Gründung erfolgte 1928 unter dem Namen Heinrich-Hertz-Institut für Schwingungsforschung (HHI) mit den vier Abteilungen Hochfrequenztechnik, Fernsprechtechnik und Telegraphentechnik, Akustik sowie Mechanik. Mit Karl Willy Wagner (1883-1953), Inhaber des Lehrstuhls für Schwingungslehre, stellte die Technische Hochschule den Direktor. Wagner hatte von 1909 bis 1913 im Berliner Telegraphen-Versuchsamt gearbeitet und übernahm nach vorübergehender Tätigkeit bei der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt (PTR) 1918 dessen Leitung. Er führte im Telefondienst der Reichspost das Trägerfrequenzverfahren ein und schuf damit die technischen Grundlagen für den Nachrichtenverkehr in der Weimarer Republik. 1923 übernahm er die Leitung des Telegrafentechnischen Reichsamtes, des späteren Reichspostzentralamtes (siehe bei -> »weiter«), bevor er 1926 an die TH Berlin berufen wurde.
    
    Die Forschungsgebiete des neuen HHI lagen unter anderem in der Rundfunk- und Fernsehtechnik, der Raumakustik und der Elektronischen Musik. 1930 konnte das Institut in einem in der Charlottenburger Franklinstraße (Ecke Salzufer) errichteten Neubau den Betrieb aufnehmen. 1936 erfolgte im Sinne der NS-Politik eine Umorganisation des Instituts. Politisch und „rassisch missliebige″ Mitarbeiter wurden entlassen und der Name von Heinrich Hertz musste aus der Institutsbezeichnung verschwinden. Wagner legte sein Amt aus politischen Gründen nieder. Sein Nachfolger wurde Heinrich Fassbender (1884-1970), Professor für Hochfrequenztechnik an der TH Berlin.
    
    Nach der völligen Zerstörung des Institutsgebäudes 1945 erfolgte noch im gleichen Jahr die Neugründung des Instituts unter dem ursprünglichen Namen und mit der alten Abteilungsstruktur. Neuer Institutsleiter wurde Gustav Leithäuser (1881-1969). Dieser hatte nach dem Studium der Mathematik und Physik und nach Promotion an der Universität Berlin 1910 einen Ruf als Professor für Physik an die Technische Hochschule Hannover erhalten und beschäftigte sich dort mit der drahtlosen Telegrafie. 1920 wurde er Mitarbeiter von Karl Willy Wagner und übernahm am Telegraphen-Versuchsamt die Leitung der Abteilung »Hochfrequenz«. Seine wissenschaftlichen Arbeiten erstreckten sich unter anderem auf die mit dem Start des deutschen Rundfunks (1923) sich stürmisch entwickelnde Rundfunktechnik, für die er die Audionschaltung mit kapazitiv regelbarer Rückkopplung erfand. 1927 wurde er ordentlicher Professor für »Hochfrequentechnik« an der TH Berlin. 1937 wurde er von der NS-Regierung zwangsweise in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.
    
    Neben dem Wiederaufbau seines Hochschulinstituts widmete sich Leithäuser der Reorganisation des HHI, das zunächst eine schwierige Phase zu überwinden hatte. Nach Währungsreform und Berlinblockade erfolgte Ende der 1940er Jahre eine Zweiteilung des Instituts in einen Ostteil in Berlin-Adlershof und einen in der Charlottenburger Jebensstraße untergebrachten Westteil. Nachdem das Institut zunächst wieder in die Technische Hochschule eingegliedert worden war, musste 1954 aus formalen Gründen wieder eine Trennung vollzogen werden. Ein Neubau wurde nun unausweichlich. An einem Standort genau gegenüber dem zerstörten ehemaligen Institutsgebäude entstand in den Jahren von 1964 bis 1968 am Berliner Einsteinufer 37 der 14-geschossige Hochhausneubau auf H-förmigem Grundriss. Ein Charakteristikum des Gebäudes ist die Radom-Kuppel auf dem Dach, die den markanten oberen Abschluss des Gebäudes bildet. Die gesamte Sockelzone des Gebäudes wird von einem eingeschossigen Flachbau umschlossen. Das Hochhaus ist als Stahlbeton-Skelettbau mit abgehängten Stahlbeton-Rippendecken konstruiert. Die Konstruktion wurde verkleidet mit einheitlich 1,80 x 1,30 m großen Platten aus Waschbeton, Glas (Fenster) oder emailliertem Stahlblech.
    
    1975 erhielt das Institut einen neuen Namen und heißt seitdem Heinrich-Hertz-Institut für Nachrichtentechnik Berlin GmbH. Gesellschafter sind das Land Berlin und die Bundesrepublik Deutschland. Auch die Forschungsschwerpunkte wurden mit Photonik, elektronischer Bildtechnik und erdgebundener Breitbandtechnik neu definiert. Seit 2003 gehört das Institut unter dem Namen Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut zur Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.

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Quelle(n)/Text:
• Christoph Brachmann / Robert Suckale (Hrsg.), Die Technische Universität Berlin und ihre Bauten. Ein Rundgang durch zwei Jahrhunderte Architektur- und Hochschulgeschichte, Berlin 1999
• de.wikipedia.org/wiki/Heinrich-Hertz-Institut (abgerufen am 30.10.2011)
• Willi Paul, Technische Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Band V, Berlin / München 1980
• Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Denkmaldatenbank, Eintrag Nr. 09096146
• Klaus Beyrer, Zum Gedenken an den 50. Todestag von Gustav Engelbert Leithäuser. Ein vielseitiger Pionier der Funktechnik (1881-1969); in: Das Archiv. Magazin für Kommunikationsgeschichte, (2919), Heft 3, S. 50
Informationsstand:
 
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weiter:
Link:
Website des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut
 
 
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