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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Wasserkraftwerk Mühltal
Adresse:
Kanalstraße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
2017
 
© Bernhard Thiem
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erbaut: 1920-24
Architekt / Bauleitung: Franz Langlotz
Bauherr: Isarwerke AG
Betreiber: Uniper Kraftwerke GmbH
    
Das 1924 eröffnete Laufwasserkraftwerk an der Isar liegt westlich von Straßlach im oberbayerischen Landkreis München. Das Kraftwerk liegt nicht direkt an der Isar, sondern wird über den Mühltalkanal mit Wasser versorgt, der rund 7,3 km oberhalb des Kraftwerks am Ickinger Wehr aus der Isar ausgeleitet wird und rund 2 km unterhalb des Kraftwerks wieder in die Isar mündet. Durch den Kanal können maximal 90 m³/s Wasser zum Kraftwerk fließen, bei dem ein Gefälle von 17,4 m besteht.
    
    Das Kraftwerk samt Ickinger Wehr und Mühltalkanal wurde als Zentrale III der Isarwerke AG in den Jahren 1920 bis 1924 gebaut. Das Projekt Mühltal wurde unter der Leitung von Landesbaurat Franz Langlotz ausgeführt. Das Kraftwerk besteht aus dem sogenannten Rechenhaus, einem Einlaufbauwerk mit Rechen zur Entfernung von grobem Schmutz und neun Absperrschützen, der dahinter parallel angeordneten, quer über der Isar liegenden Maschinenhalle und der rechtwinklig dazu stehenden Schalthalle mit einem Uhrturm. Neben dem Rechenhaus befinden sich zwei große Schütze vor dem Leerschuss, mit dem das Wasser am Kraftwerk vorbei geleitet werden kann, sowie die Einfahrt zur Floßrutsche.
    
    Die Ausrüstung des Kraftwerks besteht aus drei großen, von Escher, Wyss & Cie. in Ravensburg hergestellten Francis-Spiralturbinen mit senkrechter Welle von jeweils 6.200 PS (Drehzahl 167 U/min, Schluckfähigkeit 31 m³/s) und über ihnen angeordneten Drehstromgeneratoren von Brown, Boveri & Cie. von jeweils 6.000 kVA (= 4.200 kW bei cos phi = 0,7) Leistung. Der von ihnen mit einer Spannung von 5.000 V erzeugte elektrische Strom wird von einer Gruppe von drei Transformatoren vor der Südseite des Kraftwerks auf 20.000 V umgespannt und ins Stromnetz des Verteilnetzbetreibers Bayernwerk Netz GmbH eingespeist. Die gesamte elektrische Leistung des Kraftwerks beträgt 11,2 MW. Der Betreiber des Kraftwerks ist seit 2016 die Uniper Kraftwerke GmbH. Bis auf eine Optimierung der Turbinen im Jahre 1936 befinden sich die Maschinen noch weitgehend im ursprünglichen Zustand. Die Steuerungsanlagen wurden im Lauf der Zeit immer wieder modernisiert, bis hin zur gegenwärtigen Regelungseinrichtung, die eine Fernsteuerung aus Landshut erlaubt.
    
    Die im Stil eines reduzierten Klassizismus errichteten Kraftwerksgebäude stehen unter Denkmalschutz. An der Decke des Schalthauses befindet sich eine Deckenmalerei von Gottlob Gottfried Klemm (1871-1955), einem Schüler Franz von Stucks. Sie stellt eine Windrose dar mit den Himmelsrichtungen und vier Figuren aus der griechischen Mythologie, nämlich dem Blitze schleudernden Göttervater Zeus, dem Meeresgott Poseidon, dem Herrn der Winde Aiolos sowie dem Sonnengott Helios. Sie stehen als Sinnbild für Kraft, Wasser, Energieerzeugung und -verteilung. In den Jahren 1996/97 wurden aufwendige Sanierungsarbeiten am stillgelegten Kraftwerk, dem Ickinger Wehr und dem entleerten Kanal ausgeführt. Das Deckengemälde in der Schalthalle, das in den fünfziger Jahren übermalt worden war, wurde im Zuge dieser Renovierung freigelegt und restauriert.
    
    Die Nutzung der Isar zur Stromgewinnung im Zuge des Ausbaus der Kraftwerke der »Mittleren Isar« (1919-1924) änderte die schon durch den Bau des Walchenseekraftwerks mit seiner Isar-Überleitung stark beeinträchtigte Flößerei grundlegend. Damit sie nicht vollständig zum Erliegen kam, wurde am Kraftwerk Mühltal - wie auch an den anderen Kraftwerken an der Isar - eine Floßrutsche eingebaut, die mit 345 m Länge die längste Floßrutsche Europas ist. Ihre Benutzung wird durch eine Ampel geregelt. Für viele Touristen auf den Ausflugsflößen, die von Wolfratshausen nach München verkehren, ist die rasante Durchfahrt mit einem Gischtschwall vor und auf dem vorderen Floß einer der Höhepunkte des Ausflugs.
    
    Das Kraftwerk ist auch Bestandteil des vom Kloster Schäftlarn ausgehenden „Isar-Erlebnispfads Technik″ (siehe -> »Link« unten).
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Quelle(n)/Text:
• Bernhard Thiem (VDE-Südbayern)
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
• Rainer Slotta, Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland. Bd. 2. Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgung, Entsorgung, Bochum 1977
• Werner Kraus, Schauplätze der Industriekultur in Bayern, Regensburg 2006
Informationsstand:
 
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Link:
Website der Isar Erlebnispfade
 
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