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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Wasserkraftwerk Neu-Ulm
Adresse:
Am Illerkanal
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
09.09.2017
 
© 2017 Norbert Gilson
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erbaut: 1905-06
Bauherr: Stadt Neu-Ulm
Betreiber: Bayerische Elektrizitäts-Werke AG / Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH (SWU)
    
Als kurz vor 1900 die Stromversorgung von Neu-Ulm zur Debatte stand und sich die Fertigstellung des Illerkanals weiter verzögerte, sah die Stadtgemeinde zunächst von der Gründung eines stadteigenen Kraftwerks ab und wandte sich stattdessen an die kurz zuvor, 1898, gegründete Bayerische Elektrizitäts-Werke AG (BEW). Im März 1899 wurde zwischen der BEW und der Stadt Neu-Ulm ein Stromversorgungsvertrag abgeschlossen. Die BEW schloss Neu-Ulm über eine 25 km lange Freileitung an ihr kombiniertes Wasser- und Dampfkraftwerk in Kleinkötz an.
    
    Nachdem die Aushubarbeiten für den Illerkanal bis zum geplanten Kraftwerksstandort in Neu-Ulm vorgedrungen waren, konnte 1905 mit dem Bau des Kraftwerks begonnen werden. Das Maschinenhaus wurde quer über dem Illerkanal erbaut. 1906 konnte die erste Turbine in Betrieb genommen weren, die zweite folgte einige Zeit später. Bei den Turbinen handelte es sich um Francis-Turbinen mit senkrechten Wellen und jeweils 384 PS Leistung (bei 92 U/min und 7,95 m³/s Schluckfähigkeit), die von der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (MAN) geliefert worden waren. Die Turbinen konnten hier ein Gefälle von 4,50 m ausnutzen. Die Generatoren erzeugten Einphasen-Wechselstrom von 5.000 V Spannung, da man an das von der BEW vorgegebene Stromsystem gebunden war. Nach Fertigstellung des Kraftwerks wurde die Betriebsführung der BEW übertragen.
    
    Das Maschinenhaus wurde auf rechteckigem Grundriss als verputzte Eisenbetonkonstruktion mit angebautem Schalt- und Transformatorenhaus (Foto 1, rechts) errichtet. Auf der Einlaufseite wird das Krafthaus von zwei großen, rundbogigen Sprossenfenstern belichtet. Das Gebäude wird von einem Satteldach abgeschlossen. Vor den Turbineneinläufen liegt ein Rechen. Auf der linken Seite des Gebäudes befindet sich ein durch ein Wehr regulierbarer Überlauf. Der Schalt- und Transformatorentrakt wurde später stillgelegt, nachdem eine - heute weiterhin vorhandene - Freiluft-Schaltanlage erstellt worden war.
    
    Nach dem Ersten Weltkrieg begannen die BEW, ihr Netz mit dem der Lech-Elektrizitätswerke AG (LEW) zu verbinden. Wegen der unterschiedlichen Stromsysteme erforderte dies umfangreiche Anpassungseinrichtungen und Betriebsumstellungen. Im Zuge dieser Umbaumaßnahmen wurden zu Beginn der 1930er Jahre die Turbinen von J. M. Voith abgeändert und die ursprünglichen Generatoren ersetzt. Die neuen Drehstrom-Synchrongeneratoren der Siemens-Schuckertwerke AG waren nun nicht mehr direkt auf die Turbinenwelle aufgesetzt, sondern mit dieser über ein Stirnkegelrad-Getriebe von J. M. Voith verbunden. Die Generatoren waren für eine Leistung von 450 kVA (bei cos phi = 0,6) bei einer Maschinenspannung von 400 V und einer Nennstromstärke von 650 A ausgelegt. Beide Maschinen verfügten über eine eigene Erregermaschine von 11,4 kW Leistung. Die komplette Umstellung auf Drehstrom war in Neu-Ulm 1937 abgeschlossen.
    
    Ende 1977 lief die Versorgung von Neu-Ulm durch die BEW aus und stattdessen übernahm die LEW die Belieferung mit elektrischer Energie. Zum Jahresbeginn 1984 ging die Versorgung von Neu-Ulm auf die neu gegründete Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH über. Außer aus ihren eigenen sechs Wasserkraftwerken Öpfingen, Donaustetten, Wiblingen, Neu-Ulm, Ludwigsfeld und Böfinger Halde (siehe bei -> »weiter«) bezog das Unternehmen jetzt Fremdstrom von der LEW und von der Energie-Versorgung Schwaben AG (EVS).

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Quelle(n)/Text:
• Rainer Slotta, Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland. Bd. 2. Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgung, Entsorgung, Bochum 1977
• Albert Haug, 100 Jahre Strom in Ulm. Zur Geschichte der Ulmer Kraftwerke und Stromversorgung, Ulm 1995
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