Impressionen aus der Datenbank
User Online: 2 | Timeout: 19:49Uhr ⟳ | Kontakt | Impressum | Datenschutz | Home | Info | Startseite | Logout | AAA  Mobil →
Datensätze des Ergebnisses
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen
Anfang der Liste Ende der Liste
1. Historische Bauten / Objekte
zu Favoriten hinzufügen Anmerkung Db TechTour Merken
Bauwerk / Objekt:
Verband Deutscher Elektrotechniker (Geschäftsstelle)
Adresse:
Bismarckstraße 33
 
Lage:
 
Kleinbild
Kleinbild
Kleinbild
Foto(s) vom:
28.09.2011
 
© 2011 Norbert Gilson
-:
    
erbaut: 1929-31
Architekt: Hans Hertlein
    
Als Vorläufer des Verbandes Deutscher Elektrotechniker (VDE) hatte sich In Berlin am 20. Dezember 1879 der Elektrotechnische Verein (ETV) gegründet. Treibende Kräfte dieser Vereinsgründung waren der General-Postmeister Heinrich Stephan und Werner Siemens. Anfang 1880 zählte der Verein bereits über 600 Mitglieder. Die meisten von ihnen waren Beamte der Post- und Telegraphenverwaltung. Ziel des ETV war es, "die technische Anwendung der Elektrizität und die Fortbildung ihrer Kenntnis durch Vorträge, gemeinsame Besprechungen und Herausgabe einer Vereins-Zeitschrift zu fördern."
   Ähnliche Vereine und Gesellschaften gründeten sich in den folgenden Jahren auch in anderen deutschen Städten, vornehmlich an Standorten von Technischen Hochschulen und Zentren der noch jungen Elektroindustrie. Am 22. Januar 1893 beschlossen Vertreter des Berliner ETV, der inziwschen entstandenen übrigen zehn elektrotechnischen Vereine sowie Abgesandte von elektrotechnischen Firmen die Gründung eines Dachverbandes, des VDE. Seine Aufgabe sollte darin bestehen, den wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Interessen der deutschen Elektrotechnik ein Sprachrohr zu verleihen und sie wirkungsvoll in der Öffentlichkeit zu vertreten.
    
    Zunächst teilten sich ETV und VDE eine gemeinsame Geschäftsstelle. Der Verlag Julius Springer, in dem auch die »Elektrotechnische Zeitschrift« (ETZ) erschien, stellte dazu Räume in seinem Verlagshaus am Berliner Montbijouplatz zur Verfügung. 1911 wurde ein Umzug in gemietete Räume in der Königsgrätzer Straße 106 erforderlich, nachdem die Verhältnisse zu beengt geworden waren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden neue, größere Räume in der Potsdamer Straße bezogen. Aufgrund der sich stetig erweiternden Aufgaben - beispielsweise kam 1920 die VDE-Prüfstelle als eigene Einrichtung hinzu - reichten die Räumlichkeiten jedoch Mitte der 1920er Jahre nicht mehr aus. Daher wurde der »Siemens-Hausarchitekt« Hans Hertlein 1928 mit dem Entwurf eines Neubaus in Charlottenburg beauftragt.
    
    In zeitgenössischen Berichten wird die besondere städtebauliche Aufgabe des Projektes hervorgehoben. Sie ergab sich aus der Lage des Neubaus in unmittelbarer Nachbarschaft zum Städtischen Opernhaus. Als Kontrast zur aufgelösten Front des Opernhauses entwarf Hertlein das VDE-Haus an der Ecke Bismarckstraße / Krumme Straße als »Baukörper von großer Einfachheit«, die sowohl in der Gliederung als auch in der Gestaltung der Oberflächen der Fassaden zum Ausdruck kommen sollte. Es entstand ein fünfgeschossiger Stahlbetonskelettbau, der mit 3 cm starken Platten aus Kirchheimer Muschelkalk verblendet wurde. Die Decken liegen auf den Außenwänden auf und werden im Innern nur durch ein Stahlbeton-Stützen- und -Unterzugsystem getragen, so dass jede Etage frei von massiven Trennwänden ist und so beliebig unterteilt werden konnte.
    Das Bürogebäude wird durch einen risalitartig wirkenden Treppenturm mit Eingang an der Bismarckstraße erschlossen. Der plastische Schmuck am Eingangsportal mit der Darstellung von Blitzen als Symbol der Elektrotechnik sowie von Versinnbildlichungen der vier Elemente stammt von Joseph Wackerle (1880-1959), der von 1924 bis 1950 an der Münchener Akademie lehrte, unter anderem eine Reihe von Plastiken für Siemens-Bauten in Berlin schuf und im Übrigen in der NS-Zeit hoch geschätzt wurde.
    Das als Ladengeschoss gestaltete Erdgeschoss nahm Ausstellungs- und Ladenräume auf. Das erste Obergeschoss war für das Vorstandszimmer mit Sekretariat, einen Besprechungsraum und einen großen Sitzungssaal von 20 m Länge und 8 m Breite reserviert. Außer weiteren Büroräumen war das neue VDE-Haus mit einer Bibliothek, Laboratorien und Räumen für die VDE-Prüfstelle ausgestattet. Selbstverständlich wurde das Gebäude mit allen errungenschaften eines modernen Geschäftsgebäudes ausgestattet: Warmwasserheizung, die über Gegenstromapparate aus dem städtischen Dampf-Fernheinznetz gespeist wurde, eine eigene Zu- und Abluftanlage, Personen- und Lastenaufzug, vollautomatische Fernsprechanlage, Feuermeldeanlage, Feuerlöscheinrichtungen sowie Uhren- und Klingelanlage.
Als der Neubau im Oktober 1931 bezogen werden konnte, fanden neben der Prüfstelle und der Geschäftsleitung des VDE hier auch die Geschäftsstelle des ETV und der neu gegründete ETZ-Verlag eine Bleibe.
    
    Anfang Mai 1945 brannte das VDE-Haus vollständig aus. Zwar begannen in Berlin verbliebene VDE-Mitglieder wenige Monate nach Kriegsende wieder mit der Organisation von Fachvorträgen, jedoch wurden Ende 1945 alle Aktivitäten des VDE untersagt und der Verband am 6. Mai 1946 durch Befehl der Alliierten Kommandatur aufgelöst. Das VDE-Haus und die Berliner VDE-Geschäftsstelle wurden unter Vermögenskontrolle gestellt. Der Grund für diese Maßnahmen lag in der Zugehörigkeit des VDE zum Nationalsozialistischen Bund Deutscher Technik (NSBDT), in dem Ende 1935 alle technisch-wissenschaftlichen Verbände unter Führung des NSDAP-Hauptamtes für Technik vereinigt worden waren.
    
    In Westdeutschland gründeten sich im Laufe des Jahres 1946 neue Elektrotechnische Vereine und VDE-Bezirksvereine, die sich am 16. Mai 1949 zum neuen VDE zusammenschlossen. In Berlin entstand im Dezember 1949 der ETV neu, der jedoch aufgrund der besonderen politischen Stellung Berlins erst 1957 Mitglied des VDE werden konnte. Inzwischen war die Geschäftsstelle des VDE nach Frankfurt am Main verlegt worden, nicht zuletzt aufgrund der Übersiedlung wichtiger Unternehmen der Elektroindustrie, unter anderem der Hauptverwaltung der AEG, in die Mainmetropole. Die erste Unterkunft der Geschäftsstelle befand sich am Frankfurter Osthafenplatz in der ehemaligen Lencoryt-Spinnerei (siehe bei -> »weiter«). Später wurde ein Neubau in der Stresemannallee bezogen.

    Nach dem Fall der Mauer stand der VDE nun auch den Elektroingenieuren in den neuen Bundesländern offen. Bis 1992 entstanden hier sieben neue Bezirksvereine mit über 4.000 neuen Mitgliedern. Der Berliner ETV schloss sich 2000 mit dem Brandenburger VDE-Bezirksverein zum Bezirksverein Berlin-Brandenburg im VDE zusammen.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Quelle(n)/Text:
• Walter Konhäuser / Heinz-Helmut Schramm (Hrsg.), Elektrizität bedeutet Zukunft. 125 Jahre ETV. 1879 - 2004. VDE-Bezirksverein Berlin-Brandenburg, Berlin / Offenbach 2004
• Das VDE-Haus in Charlottenburg; in: Deutsche Bauzeitung 66(1932), Heft 40
• Artur Günther, Das VDE-Haus; in: Elektrotechnische Zeitschrift 52(1931), Heft 42
• Landesdenkmalamt Berlin, Denkmalliste Berlin (Stand: 16.04.2013), Nr. 09096098
Informationsstand:
 
____________________________________________________________________________________________________
    
weiter:
 
____________________________________________________________________________________________________
    
Schlagworte:
Stichwörter:
Land/Kreis/Ort:
Adresse:


Anfang der Liste Ende der Liste
Permalink zu diesem Treffer
X Permalink öffnen