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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Reichspostzentralamt
Adresse:
Ringbahnstraße 128 - 132
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
21.08.2013
 
© 2013 Norbert Gilson
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erbaut: 1925-28
Architekten: Edmund Beisel (Vorentwurf), Karl Pfuhl
Ausführung: Krupp-Druckenmüller GmbH / vorm. Ravené'scher Eisenhandelund Eisenbau GmbH
    
Zum 1. Oktober 1920 wurden verschiedene Arbeitsbereiche der Telegrafie und des Funks in der Reichspost zum Telegraphentechnischen Reichsamt zusammengefasst, das dem Reichspostministerium unterstellt war. Um für die neue Dienststelle eine Unterkunft zu schaffen, wurde ein rund 44.000 qm großes Grundstück vom ehemaligen Heeres-Proviantamt erworben. Die Bauarbeiten für den Neubau begannen im Mai 1925, drei Jahre später war das Gebäude bezugsfertig. Gleichzeitig erhielt die Behörde die Bezeichnung »Reichspostzentralamt«.
    
    Den ersten Entwurf für den Neubau stellte Postbaurat Edmund Beisel auf, anschließend übernahm Postbaurat Karl Pfuhl als Bauleiter die weitere Bearbeitung des Bauentwurfs. Die 172 m lange Front des fünfgeschossigen Bauwerks wurde zur Ringbahnstraße hin vollkommen symmetrisch angelegt mit einem zurückgesetzten Haupttrakt und zwei Seitenflügeln. Die Umfassungsmauern und Aussteifungswände wurden in Mauerwerk ausgeführt, die Innenkonstruktion als Stahlskelettbau. Die Mauerwerksfassade wurde mit blauroten Klinkern verkleidet, die Bauornamentik ist im Stil des Expressionismus gehalten. Der Haupttrakt ist von zwei sechsgeschossigen Turmbauten flankiert, die durch eine umlaufende Spitzbogenattika abgeschlossen werden. Die ursprünglich vorhandenen hölzernen Turmaufsätze, hinter denen sich die Antennen verbargen, sind nicht erhalten. Stattdessen sind die Türme heute mit Mobilfunkantennen besetzt.
    
    Der Bau beherbergte verschiedene Labors und Versuchsabteilungen, die insbesondere die Aufgabe hatten, die Fortschritte in der Bauelemente- und Funktechnik für die Anwendung im Telegrafen- und Fernsprechbetrieb nutzbar zu machen. Die für die Versorgung der Labors erforderlichen elektrischen Ströme unterschiedlicher Art und Stärke erzeugten Maschinen im Kellergeschoss. Hier erfolgte auch die Stromverteilung mit Hilfe einer 85 m langen Schalttafel. Außerdem wurde das Gebäude mit einer automatischen Fernsprechanlage ausgestattet. Um zu vermeiden, dass sich über das innere Traggerippe Induktionsstörungen der Laboreinrichtungen unter sich und mit der Fernsprechanlage ausbreiteten, wurde das gesamte Gerippe mit angeschweißten Drähten verbunden und geerdet. Das Dach wurde aus funktechnischen Gründen in einer Holzkonstruktion ausgeführt.
    
    Auf dem Grundstück wurde ab 1937 auch die in diesem Jahr gegründete Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost untergebracht, die sich hauptsächlich mit der Entwicklung des Fernsehens befasste. 1943 verlegte diese Behörde ihren Sitz nach Kleinmachnow.
    
    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Behörde zunächst nach Frankfurt und dann nach Darmstadt verlegt, wo sie seit 1949 unter dem Namen Fernmeldetechnisches Zentralamt (FTZ) arbeitete. Mit der Privatisierung des Postwesens ging das FTZ in der Deutschen Telekom AG auf. Verschiedene Abteilungen des Unternehmens sind heute weiterhin im ehemaligen Reichspostzentralamt untergebracht.

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Quelle(n)/Text:
• Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (Hg.): Berlin und seine Bauten. Teil X. Band B, Anlagen und Bauten für den Verkehr, (4) Post- und Fernmeldewesen, Berlin 1987
• F. Hentschke, Die Neubauten des Reichspostzentralamtes in Berlin-Tempelhof und der Oberpostdirektion in Charlottenburg; in: Der Stahlbau 3(1930), Heft 26, S. 309-311
• Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Denkmaldatenbank, Eintrag 09055126,T,001
Informationsstand:
 
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