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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Fernamt Berlin
Adresse:
Winterfeldtstraße 19 - 23
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
18.04.2012
 
© 2012 Norbert Gilson
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erbaut: 1922-24 / 1926-29
Architekten: Otto Spalding / Otto Spalding, Kurt Kuhlow
Ausführung: Siemens & Halske AG, E. Zwietusch & Co. GmbH
    
Die Entwicklungen in der Fernsprechtechnik der 1920er Jahre waren wesentlich geprägt durch die Umgestaltung der Vermittlungstechnik, bei der die Handvermittlung nach und nach durch die Selbstwähltechnik ersetzt wurde. Die neue Selbstwähltechnik wurde zunächst jeweils im lokalen Rahmen eingeführt, bevor an eine Selbstwählvermittlung im Fernverkehr zu denken war. Es mussten zunächst überhaupt die Grundlagen für überregionale Fernsprechverbindungen geschaffen werden. Der Ausbau eines Fernkabelnetzes in den 1920er Jahren markierte die Anfänge eines umfassenden Fernsprech-Fernverkehrs.
    
    Die sich abzeichnenden Entwicklungen im Fernsprechverkehr erforderten in organisatorischer Hinsicht sowie in der technischen Ausrüstung die Vorwegnahme einer durchgreifenden Modernisierung. Das bisher als Zentrale für Fernsprechverbindungen genutzte Generaltelegrafenamt in der Berliner Jägerstraße (siehe bei -> »weiter«) war den zunehmenden Anforderungen nicht mehr gewachsen. So wurde für Berlin ein neues »Fernamt« geplant, das für die Entwicklungen der nächsten zehn bis zwanzig Jahre tragfähig sein sollte. Das Gebäude wurde für bis zu 8.000 Personen Dienstpersonal berechnet und die Zahl der Betriebsräume auf den Bedarf der kommenden Jahre abgestimmt. Nach dem Entwurf von Otto Spalding, den Kurt Kuhlow später ablöste, entstand in zentraler Lage in der Winterfeldtstraße in zwei Bauabschnitten ein gewaltiger Neubau von 90 m Frontlänge und einer Tiefe von 140 m. Um die Kabelzuführung und -verteilung in die Betriebsräume optimal zu gestalten, wurden die inneren Gebäudetrakte kreuzförmig mit einem aus vier Flügeln bestehenden, umgebenden Rechteck angeordnet. Einer dieser Flügel bildet die Straßenfront zur Winterfeldtstraße.
    
    Der siebengeschossige Stahlskelettbau wurde mit rotbraunen Klinkern verkleidet, wobei die Fassade mit expressionistischen Stilelementen gestaltet wurde. In der Mitte des Gebäudes erhebt sich das risalitartig hervorgehobene Treppenhaus, dessen vertikale Fensterbänder die Vertikale zusätzlich betonen. Über den Fensterbändern schwebt eine Plastik des Reichsadlers.
    
    Das Fernamt Berlin war die damals größte Fernsprecheinrichtung Europas. Vielerlei Dienststellen waren hier untergebracht: außer den Fernsprecheinrichtungen auch der Überseefunk, das Fernschreib-Wählamt, eine Dienststelle für die Bereitstellung von Leitungen für Rundfunk- und Fernsehübertragungen sowie in den unmittelbaren Nachkriegsjahren auch der »Drahtfunk im amerikanischen Sektor«, ein Vorläufer des »Radios im amerikanischen Sektor« (RIAS).
    Zur Anpassung an die veränderten Bedürfnisse wurde das Gebäude im Innern mehrfach umgebaut, unter anderem durch den Einbau von Zwischendecken. Die Einführung der elektronischen Vermittlungstechnik stellte schließlich vollkommen neue Anforderungen an die Raumqualität, so dass in den Jahren von 1985 bis 1989 in unmittelbarer Nachbarschaft eine neue Zentrale Vermittlungsstelle errichtet wurde.

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Quelle(n)/Text:
• Auftrag für das neue Fernamt Berlin; in: Siemens-Zeitschrift 5(1925), Heft 3, S. 140-141
• A. Kruckow, Die neuzeitliche deutsche Entwicklung des Fernsprechämterbaus für den Orts- und Fernverkehr; in: Elektrotechnische Zeitschrift 45(1924), Heft 46, S. 1233-1238 und Heft 47, S. 1273-1278
• Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (Hrsg.): Berlin und seine Bauten. Teil X. Band B, Anlagen und Bauten für den Verkehr, (4) Post- und Fernmeldewesen, Berlin 1987
• Martin Wörner / Doris Mollenschott / Karl-Heinz Hüter, Architekturführer Berlin, 3. Aufl., Berlin 1991
• Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Denkmaldatenbank, Eintrag 09066737
• Thorsten Dame, Elektropolis Berlin. Architektur- und Denkmalführer, Berlin 2014
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