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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Technische Hochschule Aachen (Institut für Elektrotechnik II)
Adresse:
Schinkelstraße 4 - 6
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
12.03.2017
 
© 2017 Norbert Gilson
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erbaut: 1931-34
Architekt / Bauleitung: Erwin Kropp (Preußisches Staatshochbauamt Aachen) / P.K. Knoch
    
Parallel zu dem von Walter Rogowski initiierten Neubau für das »Elektrotechnisch-Physikalische Institut« der Technischen Hochschule Aachen (siehe bei -> »weiter«) wurde ein weiterer Neubau geplant, in dem das von Leo Finzi vertretene Lehrgebiet der »Praktischen Elektrotechnik« untergebracht werden sollte. Die Umsetzung des Bauvorhabens gestaltete sich ähnlich langwierig und schwierig wie das andere Neubauprojekt. Zwar konnte ein Teil der Baukosten von 200.000 RM sowie der Kosten für die Nebenanlagen, Einrichtung und die apparative Ausstattung des Instituts von insgesamt 300.000 RM durch Spenden von der Industrie und Zuschüsse aus dem Privatvermögen von Finzi aufgebracht werden, jedoch war der Bau 1933 immer noch nicht fertiggestellt. Ein weiterer Baukostenzuschuss durch das Reichserziehungsministerium, der schließlich die Vollendung des Baus im Jahre 1934 erlaubte, markiert auch den Stellenwert, den die NS-Regierung der praktischen Elektrotechnik beimaß. Vorentwurf und Ausführungsentwurf für den im Stil der »Neuen Sachlichkeit« gestalteten kubischen Bau mit Flachdach wurden vom Preußischen Staatshochbauamt Aachen unter Oberregierungs- und Baurat Erwin Kropp erarbeitet. Der aus zwei Kuben zusammengesetzte Baukörper erhielt unterschiedlich große Rechteckfenster, die in die verputzten Fassaden ohne Gewände eingeschnitten sind. Zum Hauteingang führt eine breite Treppe mit massiven Wangen hinauf. Auf der rechten Gebäudeseite gibt es einen Nebeneingang, über dem sich ein hohes vertikales Fensterband erstreckt.
    
    Nach dem Tod von Leo Finzi Ende Dezember 1936 übernahm zunächst Heinrich Heß vertretungsweise den Lehrstuhl für »Praktische Elektrotechnik«. Er war seit 1932 Assistent von Finzi und hatte sich Mitte 1936 für »Starkstromtechnik« habilitiert. Die Auswahl von Finzis Nachfolger fiel Mitte 1937 unter mehreren Bewerbern zugunsten von Robert Brüderlink, der unter anderem durch die Mitarbeit an dem von dem Karlsruher Elektrotechnik-Professor Rudolf Richter (siehe bei -> »weiter«) herausgegebenen und weltweit bekannten mehrbändigen Standardwerk „Elektrische Maschinen″ fachlich ausgewiesen war. Nach der Berufung von Brüderlink wurde für seinen Lehrstuhl das »Institut für Elektrotechnik II« gegründet, das 1939 auf seine Initiative hin in »Institut für Starkstromtechnik« umbenannt wurde. Das neue Institut umfasste mehrere Versuchsfelder, die im Unter- und im Erdgeschoss untergebracht waren. Hier standen Gleich- und Drehstromkraftquellen für eine Leistung von insgesamt etwa 700 kW zur Verfügung, eine für damalige Hochschulinstitute beachtliche Ausstattung. Ein besonderer Prüfstand war für das Spezialgebiet des Elektro-Schweißmaschinenbaus vorhanden. Er umfasste mehrere Schweißmaschinen für die verschiedenen Stromarten und mehrere Schweißtransformatoren. Eine moderne Stromrichteranlage diente dazu, sowohl die Prüffelder hinreichend mit Gleichspannung zu versorgen als auch durch Verwendung der Gittersteuerung alle bekannten Stromrichter-Schaltungen auszuführen. Außerdem waren Versuchsstände für Untersuchungen an elektrotechnischen Werkstoffen zur Prüfung von deren elektrischen, magnetischen und thermischen Eigenschaften sowie auf die Erfüllung der VDE-Bestimmungen vorhanden.
    
    Nach dem Ausscheiden von Brüderlink wurde die Starkstromtechnik als Aufgabengebiet für das Institut als zu umfassend und nicht mehr zeitgemäß aufgegeben. Stattdessen wurde das Institut für »Elektrische Maschinen« geschaffen, auf dessen zugehörigen Lehrstuhl 1964 Philipp Klaus Sattler berufen wurde. Zu seinem Forschungsgebiet wurden Stromrichtermotoren, dynamisches Verhalten und Regelung elektrischer Maschinen sowie Kleinmaschinen. Gegründet auf seine Erfahrungen als Leiter der Großmaschinen-Konstruktion in der Forschungsabteilung der Brown, Boveri & Cie. AG (BBC) beschäftigte er sich umfassend mit der Entwicklung spezieller Feldberechnungs-Verfahren für elektrische Maschinen.
    
    Das Gebäude ist in die Denkmalliste der Stadt Aachen eingetragen. Es wurde in den Jahren von 2013 bis 2015 umfassend saniert, wobei vor allem auch die gesamte Elektrik ausgetauscht und auf einen für die modernen Forschungen an Motoren, Generatoren und Transformatoren tauglichen Stand gebracht wurden.

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Quelle(n)/Text:
• Heinrich Hess, Das Institut für Elektrotechnik 2 der Technischen Hochschule zu Aachen; in: Elektrotechnische Zeitschrift 58(1937), Heft 45, S. 1209-1213
• Norbert Gilson / Walter Kaiser, Elektrizität - Energie - Information. Die Geschichte der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der RWTH Aachen, (Aachener Beiträge zur Wissenschafts- und Technikgeschichte des 20. Jahrhunderts, Bd. 6), Diepholz / Stuttgart / Berlin 2010
• Marina Stöhr, Altes Gebäude in neuem Gewand. Denkmalgeschütztes Institut modernisiert; in: Aachener Zeitung, Nr. 287, 9. Dezember 2015
• Holger A. Dux, Geschichte(n) aus Stein und Stuck. Aachener Baugeschichte zwischen den beiden Weltkriegen, Aachen 1997
• Kurt Jäger / Friedrich Heilbronner, Lexikon der Elektrotechniker, 2. Aufl., Berlin / Offenbach 2010
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