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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Wasserkraftwerk Kachlet
Adresse:
Regensburger Straße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
05.11.2009
 
© 2009 Norbert Gilson
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erbaut: 1922-27
Bauherr: Rhein-Main-Donau AG
Bauausführung: Konsortium unter Leitung der Grün & Bilfinger AG
Architekt: Theodor Fischer
    
Im Rahmen der Schaffung der Großschifffahrtsstraße Main-Donau-Kanal fiel 1922 der Startschuss für den Bau eines oberhalb der Passauer Innenstadt gelegenen Stauwerks, bestehend aus einem Wasserkraftwerk, einem Stauwehr und einer Doppelschleuse. Das Kraftwerk erhielt seinen Namen von dem mit Felsen und kleinen Inseln durchsetzten und »Kachlet« genannten Donauabschnitt, an dem die Staustufe errichtet wurde. Wegen der hohen Anstauung der Donau mussten flussaufwärts beiderseits Schutzdämme angelegt werden, Straßen, eine Eisenbahnlinie und Bachausläufe verlegt werden sowie mehrere Pumpwerke zum Entwässern der nun niedriger gelegenen Ländereien hinter den Dämmen errichtet werden.
   
    Bei dem Stauwehr (Fotos 4 bis 6) handelt es sich um ein 175 m langes, mit sechs Öffnungen von je 25 m Breite zwischen 5 m breiten Flusspfeilern versehenes Schützenwehr. Die Wehrverschlüsse sind eiserne Doppelschützen mit Rollenabstützungen, die von der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (MAN) geliefert wurden. In die 8,80 m hohe Haupttafel eines Schützes konnte die 3 m hohe obere Tafel eingesenkt werden, um die Feinregulierung des Wasserstandes vorzunehmen oder Eis über die Oberkante abzulassen. Die Windwerke für die Hubketten der beiden Schützentafeln jedes Feldes wurden bei Inbetriebnahme von je einem 22 kW-Drehstrommotor angetrieben.
    
    Die beiden nördlich des Kraftwerks gelegenen Schleusenkammern sind 230 m lang und 24 m breit. Diese Maße wurden damals für einen Schleppzug, bestehend aus einem Raddampfer von 20 m Breite und vier paarweise gekuppelten 1.200 t-Kähnen von 72 m Länge und 10 m Breite bemessen. Den Verschluss der Ober- und Unterhäupter bildeten eiserne Stemmtore, die wegen ihrer großen Abmessungen von 13,20 m Höhe und 12,80 m Breite zur Entlastung der Drehzapfen im unteren Teil mit Schwimmkästen versehen wurden. Derzeit sind Grundinstandsetzungsarbeiten (siehe -> »Link« unten) an Wehr- und Schleusenanlage im Gange.
    
    Das Kraftwerksgebäude (Fotos 1 und 3) hat eine Länge von 144 m, im Unterbau eine Breite von 50 m, im Oberbau von 17 m und es ragt 37 m über den Unterwasserspiegel hinaus. Als maschinelle Ausstattung waren ursprünglich 10 Francis-Turbinen stehender Bauart für 67 U/min mit Zahnradgetriebe vorgesehen. Nach eingehenden Modellversuchen fiel jedoch die Entscheidung zugunsten von acht Kaplan-Turbinen (geliefert von J. M. Voith und von Escher, Wyss & Cie.) mit verstellbaren Schaufeln, ebenfalls stehender Bauart, für 75 U/min ohne Zahnradgetriebe. Das Nutzgefälle betrug im Mittel 7,65 m und konnte bei geringer Wasserführung bis auf 9,20 m steigen. Die Maximalleistung jeder Turbine betrug 6.855 kW, wodurch sich die Ausbauleistung des Werks auf rund 55.000 kW bemaß. Unter Berücksichtigung der im Laufe des Jahres schwankenden Gefälle und Wassermengen lag die mittlere Leistung bei knapp 35.000 kW.
    Die Turbinenwellen waren jeweils mit den Wellen der Drehstromgeneratoren starr gekuppelt. Die Drehstrom-Synchrongeneratoren hatten eine Nennleistung von 8.500 kVA bzw. 5.950 kW (bei cos phi = 0,7), die Nennspannung betrug 6,3 kV. Bei Untererregung waren die Maschinen imstande, bis zu 5.100 kVA Blindleistungsbedarf zu decken. Die Generatoren wurden teils von der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG), teils von der Siemens-Schuckertwerke AG (SSW) geliefert.
    Die im Kraftwerk Kachlet erzeugte elektrische Energie wurde teilweise nach Nürnberg übertragen, ein anderer Teil wurde ins Netz der für die örtliche Überlandversorgung zuständigen Ostbayerischen Stromversorgung AG eingespeist.
    
    Die maschinentechnische Ausrüstung wurde zu Beginn der 1960er Jahre modernisiert und dadurch die installierte mittlere Leistung erhöht. Pro Jahr werden seitdem rund 300 Mio. kWh elektrische Energie erzeugt.

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
• Georg von Troeltsch, Die Statustufe Donau-Kachlet der Großwasserstraße Rhein-Main-Donau; in: Elektrotechnische Zeitschrift 48(1927), Heft 27, S. 957-965
• Karl Hetzel, Die Stau-, Schleusen- und Kraftanlage im Donau-Kachlet bei Passau; in: Die Bautechnik 4(1926), Heft 23, S. 325-328 und Heft 27, S. 406-410
• http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Kachlet
Informationsstand:
 
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Link:
Informationen zur Grundinstandsetzung Kachlet
 
Link:
zeitgenössischer Stummfilm über den Bau der Anlage auf der Website bauforum24.tv
 
 
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