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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Osram GmbH KG (Maschinenglaswerk)
Adresse:
Nonnendammallee 44
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
29.10.2010 / 25.08.2013
 
© 2010/13 Norbert Gilson
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erbaut: 1927-28, 1931
Architekt: Waldemar Pattri
    
Mitte der 1920er Jahre war die Osram GmbH KG (siehe bei -> »mehr«) bestrebt, auch den für die Glühlampenherstellung wichtigen Vorerzeugnisbereich der Kolbenproduktion in der Nähe der Berliner Lampenwerke anzusiedeln. Nach dem Erwerb der Lizenz auf die Westlake-Patente wurde für die automatisierte Glaskolbenherstellung ein neues Werk geplant. Bis dahin mussten Glühlampenkolben noch auf dem Wege der Mundbläserei hergestellt werden. In den Jahren 1927/28 entstand das Maschinenglaswerk in Siemensstadt. Diese Anlage zur vollautomatischen Massenproduktion von Lampenkolben war das erste Werk dieser Art auf dem Kontinent und wurde in den folgenden Jahren immer weiter ausgebaut. Es war für einen Endausbau zur Herstellung von jährlich 250 Millionen Glühlampenkolben vorgesehen.
    Bestandteil des Maschinenglaswerks war auch ein großes, gut ausgestattetes glastechnisches Laboratorium. Hauptarbeitsgebiet war die ständige Verbesserung der Glasqualität.
    
    Bie den Kolbenblasmaschinen handelte es sich um drei auf der Basis der Owens-Maschine entwickelte Aggregate, die in 24 Stunden rund 50.000 Glaskolben herstellen konnten. Der Antrieb erfolgte von je einem 5-kW-Gleichstrommotor mit regelbarer Drehzahl im Verhältnis 1 : 3. Die elektrische Ausrüstung wurde weitgehend von der Siemens-Schuckertwerke GmbH übernommen. Eine eigene Stromerzeugung gab es in beschränktem Umfang, der überwiegende Teil der elektrischen Energie wurde von der Bewag bezogen. Zur Eigenerzeugung diente eine Dampfmaschine der Lokomotiv- und Maschinenfabrik A. Borsig, die einen Drehstrom-Synchrongenerator von 100 kVA Leistung antrieb. Diese Leistung stand für die Kolbenblasmaschinen und die Notbeleuchtung zur Verfügung. Das für die Wanne und die Nebenbetriebe erforderliche Generatorgas wurde im Generatorhaus (Foto5, hinten links, und Foto 6) mit zwei Drehrost-Gasgeneratoren der Julius Pintsch AG erzeugt. Die Generatoren arbeiteten mit Braunkohlenbriketts, das Schwelgas wurde mit Siemens-Elektrofiltern gereinigt.
    
    Mit der Einführung der innenmattierten Glühlampen kamen 1929 neue Aufgaben auf das Glaswerk zu. Für die rationelle Innenmattierung der Kolben wurden zwei Langlaufmaschinen aufgestellt. Eine weitere Neuerung war die Einführung der Quecksilberdampf-Hochdrucklampe Anfang der dreißiger Jahre. Für deren Kolben wurden Quarzröhren in großen Stückzahlen benötigt. Da die bisherige Fertigung in Handarbeit zu teuer war, wurde im Glaswerk eine eigene Quarzrohr-Ziehanlage entwickelt, die 1937 in Betrieb genommen werden konnte.
    
    Um die Herstellung von Leuchtstoff- und Hochdruck-Entladungslampen zu konzentrieren, wurde Ende der 1960er Jahre mit dem Bau einer neuen Lampenfabrik auf dem Grundstück an der Nonnendammallee begonnen. In der neuen großen Werkhalle konnte der Produktionsfluss vom Ausgangsmaterial bis zum Endprodukt nun unter einem Dach vor sich gehen. Produziert wurden hier auch die Ende der 1950er Jahre zunächst von General Electric entwickelten und seit 1968 auch von Osram hergestellten Halogen-Metalldampflampen. Seitdem die Fertigung von Glühwendeln im historischen Berliner »Werk B« (siehe bei -> »weiter«) Anfang der 1990er Jahre eingestellt worden war, konzentriert sich in Berlin die Hightech-Lampenfertigung in Spandau.
    
    Die in den 1920er Jahren nach Entwürfen von Waldemar Pattri errichteten Bauten sind heute noch vorhanden: außer den Kolbenhütten A und B, dem Gemengehaus, dem Maschinen- und Kesselhaus, der Röhrenhütte und dem Generatorhaus sind das Verwaltungs- und das Wohlfahrtsgebäude weitgehend erhalten.

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Quelle(n)/Text:
• Gustav Spengler, Das neuzeitliche Maschinenglaswerk der Osram Kommandit-Gesellschaft in Siemensstadt; in: Siemens-Zeitschrift 8(1928), Heft 2, S. 57-62
• Anneliese Burghart (u.a.): 100 Jahre Osram - Licht hat einen Namen, München 2006
• Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Denkmaldatenbank, Eintrag 09085695
    
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