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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Zeche Erin (Schacht 3)
Adresse:
Bodelschwingher Straße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
07.06.2009
 
© 2009 Norbert Gilson
-:
    
erbaut: 1929-30
    
Die Bauarbeiten für den Schacht 3 der Zeche »Erin« begannen 1889, rund 20 Jahre nach der Gründung der Zeche im Jahre 1867. Gründer der Anlage war William Thomas Mulvany (1806 - 1885), als irischer Staatsbürger einer der prominentesten im Ruhrgebiet tätigen "Ausländer" (siehe -> »Link« unten). Mulvany hatte nach Beendigung seiner Aufgabe als Organisator öffentlicher Notstandsarbeiten in Irland 1856 das Angebot zur Leitung der in Gründung begriffenen Gelsenkirchener Zeche »Hibernia« erhalten. Fünf Jahre später übernahm er auch die Leitung der Zeche »Shamrock« in Herne und machte die Gesellschaft bis 1870 zu einem der drei großen Bergwerksunternehmen des Ruhrgebiets, neben der Harpener Bergbau AG und der Gelsenkirchener Bergwerk AG. Mulvanys Leistung bestand vor allem darin, dass er die technische Innovation des Schachtbergbaus mit Hilfe großer eiserner Ringe, so genannter »Tübbings«, im Ruhrgebiet einführte, mit der sich viele bis dahin als undurchführbar erscheinende Schachtbauprobleme lösen ließen.
    
    Mit der Gründung der Zeche »Erin« startete Mulvany den Versuch, einen gemischten Kohle-Eisen-Konzern, die Preußische Bergbau- und Eisenwerksgesellschaft, zu gründen, zu der später auch die Zechen »Hansa«, »Zollverein« und die Vulkan-Eisenwerke in Duisburg gehörten. Mulvanys Vorhaben scheiterte jedoch in der Gründerkrise von 1873 und die einzelnen Teilbetriebe wurden von anderen Unternehmen übernommen. Mulvany blieb Zechenleiter und fungierte zudem als Sprecher des 1871 gegründeten so genannten »Langnam-Vereins«, des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interesses in Rheinland und Westfalen.
    
    Der »Erin«-Schacht 3 war ursprünglich als Wetterschacht geplant, diente aber ab 1904 auch als Förder- und Seilfahrt-Schacht. Der auf den Fotos gezeigte 38 m hohe Förderturm entstand 1929/30 in ausgefachter Stahlkonstruktion. Wegen des verbreiterten Kopfes wird diese Bauart auch als »Hammerkopfturm« bezeichnet. Die Bauform wurde gewählt, um die Antriebsmaschinen und Maschinenführerstände im Kopf des Turms, unmittelbar neben den Treibscheiben unterbringen zu können. Dies war damals aufgrund der Fortschritte in der Maschinentechnik möglich, so dass man nicht mehr auf die kostenintensivere Errichtung gesonderter Maschinenhäuser angewiesen war.
    
    Seit der Stilllegung der Zechenanlage 1983 dokumentiert der Schacht 3, zusammen mit dem in der Stadtmitte von Castrop-Rauxel gelegenen Fördergerüst von Schacht 7 (siehe bei -> »weiter«), einen bedeutenden bau- und technikgeschichtlichen Abschnitt in der Industriegeschichte des nördlichen Ruhrgebietes (siehe -> »Link« unten).

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Quelle(n)/Text:
• Wolfgang Köllmann, u.a. (Hg.), Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter. Geschichte und Entwicklung. Bd. 1, Düsseldorf 1990
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
• Erinnerungstafel am Objekt
Informationsstand:
 
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weiter:
Link:
zum Lebenslauf von William Thomas Mulvany
 
Link:
Zeche Erin 3 bei baukunst-nrw
 
 
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