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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Adam Opel AG
Adresse:
Marktstraße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
23.05.2009
 
© 2009 Norbert Gilson
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erbaut: ab 1907 / spätere Erweiterungsbauten
Architekt: Paul Meißner
    
Der Firmengründer Adam Opel, 1837 in Rüsselsheim geboren, erlernte in der Werkstatt seines Vaters das Schlosserhandwerk. Nach der Lehre verließ er den Marktflecken am Main und siedelte nach Paris über, wo er von 1859 bis 1862 in zwei Nähmaschinen-Fabriken arbeitete. In seinen Heimatort zurückgekehrt, nahm er hier, zunächst in der väterlichen Werkstatt, den Bau von Nähmaschinen auf. Vorbild für die ersten Modelle war ein Nähmaschinen-Exemplar, das der Bruder von Adam Opel ihm aus Paris nachgeschickt hatte. Ab 1863 produzierte er in einer eigenen Werkstatt, die nach und nach die Dimensionen einer Fabrikanlage annahm. Erfindungen waren nicht die Stärken von Adam Opel, wohl aber das Gespür für den Bedarf neuer Produkte, die er zudem hervorragend zu vermarkten verstand. So wurde auch die vier Jahre später, 1866, begonnene Fahrradproduktion ein voller Erfolg. Diese wurden nach englischem Vorbild produziert. Bis 1911 wurden 1 Million Opel-Nähmaschinen gebaut und die Fahrradproduktion entwickelte sich bis 1937 mit insgesamt 2,5 Millionen Stück zur größten der Welt. Eine normal ausgeführte Nähmaschine kostete 1910 zwischen 100 und 165 Mark. Im Vergleich dazu lag der Wochenlohn eines Opel-Arbeiters bei 25 bis 45 Mark.
    
    Als Adam Opel bereits 1895 im Alter von 58 Jahren starb, waren in der Fabrik rund 1.000 Personen beschäftigt. Die Firma wurde nun von Sophie Opel, der Witwe Adams, und ihren Söhnen weitergeführt. Sie setzten die Diversifikationspolitik erfolgreich fort und erwarben 1898 die kleine, in Dessau ansässige Anhaltische Motorwagen-Fabrik von Friedrich Lutzmann (-> siehe Link). Die Produktion wurde nach Rüsselsheim verlegt und 1899 verließ der erste »Opel-Patent-Motorwagen, System Lutzmann« das Werk. Als sich die »Lutzmann«-Produkte nicht gut verkauften, wurde die Autoproduktion 1901 - in Kooperation mit den Firmen Renault und Darraq - an französischen Konstruktionsvorbildern orientiert. Bis zum Ersten Weltkrieg schnellten die Produktionszahlen in die Höhe. Den 11 im ersten Betriebsjahr (1899) gebauten Exemplaren standen 1914 bereits mehr als 3.500 Automobile gegenüber.
    
    In den Jahren von 1907 bis 1917 wurde entlang der Weisenauer Straße ein neues, langgestrecktes Fabrikgebäude errichtet (Foto 3, Hofansicht Foto 4). Die dabei entstandene Motorwagen-Montagehalle, die Halle »C 1«, mit einer seltenen Betonbinder-Konstruktion und Glasdächern (Fotos 5 bis 8) ist heute noch - als die älteste erhaltene Fabrikationshalle des Opel-Werks - vorhanden. Im Süden des Fabrikgeländes, entlang der Bahnlinie, wurde 1909 die Errichtung eines neuen, viergeschossigen Baus in Eisen-Beton-Konstruktion begonnen, in dessen Innern sich weite und langgestreckte, von Betonpfeilern getragene Produktionsflächen erstreckten (Foto 9).
    
    Ein Großbrand im August 1911 vernichtete insbesondere die ältesten Fabrikbauten, während die neueren, vorwiegend in Eisen-Beton errichteten Gebäude den Brand relativ gut überstanden. Im Zuge des Wiederaufbaus entstand zwischen 1912 und 1921 in mehreren Bauabschnitten das neue Eingangsbauwerk der Opel-Werke entlang der heutigen Marktstraße. Der Gebäudekomplex umfasst zwei parallel in der Nord-Süd-Achse verlaufende Gebäudezüge, zwischen denen ein offener Innenhof liegt. Die Konstruktion wurde in Eisen-Beton-Bauweise ausgeführt, die mit rotem Backstein verblendet wurde. Der Portalbau enthielt zwar auch Verwaltungsräume der Firmenleitung, in erster Linie dient er aber - wie der gesamte Gebäudekomplex - der Produktion. Für die in einer Symbiose von Tradition und Moderne im Stil des Neoklassizismus ausgeführte architektonische Gestaltung zeichnete Paul Meißner verantwortlich, der seit 1906 Professor für Baukunst an der TH Darmstadt war. Das Innere des Fabrikgeländes wurde durch zentrale Fabrikstraßen strukturiert, die bis 1925 erbaut wurden (Fotos 10, 11). 1915 entstand an einer Kreuzung dieser Straßen der neoklassizistische Turmbau (Foto 12) als Abschluss eines langgestreckten Produktionsgebäudes. Im ersten Obergeschoss dieses Gebäudes (Fotos 13, 14) wurde 1924 das erste Fließband untergebracht, mit dem sich die Adam Opel AG zum Vorreiter der Modernisierung und Produktivitätssteigerung in der deutschen Automobilproduktion machte.
    
    Zwischen 1916 und 1929 wurde auf der Südseite des Areals in fünf Bauabschnitten - entworfen ebenfalls von Paul Meißner - ein neuer, rund 500 m langer Fabrikbau errichtet, dessen Abschluss nach Westen hin ein 14-stöckiger Turmbau bildet. (Fotos 15 bis 17) Während die mit Pilastern, Kapitellen und Gesimsen gegliederte Hauptfassade noch die Formensprache des Neoklassizismus aufweist, kann der als ornamentloser Kubus gestaltete Turmbau dem »Neuen Bauen« zugerechnet werden. Um die gleiche Zeit, 1925, wurde auch eine neue, weitläufige Fabrikhalle errichtet. Die nun übliche Konstruktion aus Stahlträgern und Stahlstützen (Fotos 18, 19) unterscheidet sich deutlich von den vor dem Ersten Weltkrieg üblichen Eisen-Beton-Konstruktionen.
    
    Mit der Übernahme der Adam Opel AG durch die amerikanische Automobilfirma General Motors im Jahre 1929 wurde das Rüsselsheimer Unternehmen Teil eines multinationalen Konzerns. Im Zuge der Wiederaufrüstung während der NS-Diktatur wurden die Werksanlagen im Rüsselsheimer Stammwerk seit 1935/36 erheblich erweitert. Eigens für die LKW-Produktion entstand in Brandenburg an der Havel seit 1935 ein neues Zweigwerk. Aus Anlass des 75-jährigen Firmenjubiläums und gleichzeitig des hundertsten Geburtstages von Adam Opel wurde 1937 eine überlebensgroße, von Emil Hub gestaltete monumentale Bronze-Plastik des Firmengründers aufgestellt, die heute vor dem Portalgebäude platziert ist. (Foto 20)

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Quelle(n)/Text:
• Peter Schirmbeck, Fabrikstadt Opel. 130 Jahre Industriearchitektur von Weltrang, Tübingen / Berlin 2001
• Magistrat der Stadt Rüsselsheim (Hrsg.), Route der Industriekultur Rhein-Main. 19 Objekte der Industriegeschichte in Rüsselsheim, (Lokaler Routenführer, Nr. 14), Frankfurt am Main 2006
• Walter Buschmann / Rolf Höhmann / Norbert Gilson, Faszination Autoindustrie; in: Industriekultur 21(2015), Heft 70 (1.15), S. 2-4
Informationsstand:
 
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Link:
zur Biographie von Friedrich Lutzmann
 
Link:
zur Firmengeschichte von Opel
 
 
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