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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Norddeutsche Kabelwerke AG
Adresse:
Am Oberhafen 5
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
25.04.2013
 
© 2013 Norbert Gilson
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erbaut: 1914-15 / 1923, 1939 (Umbauten)
Archiktekten: Julius Lehr, Fritz Piest / Paul Rudolf Henning
    
Das im Dezember 1910 von der Aktiengesellschaft Mix & Genest, Telephon- und Telegraphen-Werke (siehe bei -> »weiter«) und dem Kaufmann Gustav Stumpe als GmbH gegründete Unternehmen produzierte zunächst in der neuen, großen Fabrikanlage von Mix & Genest in Schöneberg Kabel- und Leitungsmaterial für den Eigenbedarf der Gründergesellschaft. Schon nach kurzer Zeit reichten die Räumlichkeiten für das steigende Produktionsvolumen nicht mehr aus, so dass am Neuköllner Oberhafen ein Neubau errichtet wurde, der 1916 bezogen werden konnte. Gleichzeitig mit der Verselbständigung des Unternehmenssitzes erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.
    
    Zusammen mit den heute nicht mehr erhaltenen Hallenbauten in Eisenfachwerkbauweise mit Backsteinausfachung entstand im ersten Bauabschnitt 1914/15 nach Plänen von Julius Lehr und Fritz Piest auch das Verwaltungsgebäude als fünfstöckiger unterkellerter Hochbau (Fotos 1 bis 3). Der in der Fassade vertikal gegliederte Baukörper wird von einem mächtigen Walmdach abgeschlossen, in das ein weiteres Stockwerk eingelassen ist. Auffallend sind die beiden Frontispize an der langgestreckten Nordseite.
    
    Nachdem das Unternehmen 1921 von der Gesellschaft für elektrische Unternehmungen (Gesfürel), einer Tochtergesellschaft der Ludw. Loewe & Co. AG (siehe bei -> »weiter«), übernommen worden war, entwickelte es sich zu einem universellen Kabelproduzenten. Mitte der 1920er Jahre verfügte das Unternehmen über ein eigenes Gummiwerk, ein Leitungswerk, eine Verseilerei sowie eine eigene Wärme- und Krafterzeugung. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Kabelwerk durch Übernahme der Aktienmehrheit Teil der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) und firmierte fortan unter AEG-Nordkabel. Nach Plänen von Julius Lehr und Paul Rudolf Henning wurden die 1914/15 erbauten Produktionshallen um zwei Schiffe erweitert. 1938/39 entstand ein Erweiterungsbau, bestehend aus vier Sheddachhallen und einer Kranhalle, die durch große Fenster auf der Schmalseite sowie Oberlichter auf dem Dach belichtet wurde.
    
    Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg konnte die Produktion erst 1951 nach Beseitigung der größten Schäden wieder in vollem Umfang anlaufen. 1955 wurde der bestehende Komplex von Produktionshallen nochmals erweitert. Ende der 1980er Jahre wurde am Standort in Neukölln noch produziert, bis das Unternehmen infolge der Krise und Auflösung der AEG liquidiert wurde.
    Einige der ursprünglichen Werkshallen wurden modernisiert und mit Dämmungen versehen, der Rest wurde großflächig abgerissen. Teile der Gebäude werden heute von einem Recycling-Unternehmen und einem Baumarkt genutzt.

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Quelle(n)/Text:
• Werner Hildebrandt / Peter Lemburg / Jörg Wewel: Historische Bauwerke der Berliner Industrie, Berlin 1988
• Die Norddeutsche Kabelwerke AG; in: Die ZEIT, Jg. 1961, Ausgabe 2, 6. Januar 1961 (http://www.zeit.de/1961/02/die-norddeutsche-kabelwerke-ag, abgerufen am 02.06.2015)
• Thorsten Dame, Elektropolis Berlin. Architektur- und Denkmalführer, Berlin 2014
• Landesdenkmalamt Berlin, Denkmalliste Berlin (Stand: 16.04.2013), Nr. 09090457
Informationsstand:
 
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2139
 
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