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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Kraftwerk Harbke
Adresse:
Am Kraftwerk
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
01.11.2008
 
© 2008 Norbert Gilson
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erbaut: 1909
Bauherr: Harbker Kohlenwerke AG
abgerissen: nach 1990
    
1909 ließ die Harbker Kohlenwerke AG am Ortsrand der im Helmstedter Braunkohlenrvier gelegenen Gemeinde Harbke ein eigenes Braunkohlekraftwerk errichten. Es belieferte drei Überlandzentralen (ÜLZ) mit Strom: die ÜLZ Weferlingen und Umgebung eGmbH, die ÜLZ Börde eGmbH sowie die Überland-Zentrale Helmstedt AG. Damit erstreckte sich sein Versorgungsgebiet auf den Raum zwischen Helmstedt im Westen, Burg im Osten und Gardelegen im Norden. Nachdem das Kraftwerk seinen Betrieb zunächst mit einer Leistung von 2.000 kW aufgenommen hatte, wurde diese 1912 auf 4.000 kW verdoppelt. 1916 verfügte das Kraftwerk über eine installierte Leistung von 8.000 kW und lieferte rund 18.000 MWh ins Netz.
    
    Kurz zuvor, im Jahre 1915, hatte die Braunschweigische Kohlen-Bergwerke AG (BKB) die Harbker Kohlenwerke AG übernommen und war damit in den Besitz des Kraftwerks gelangt. Damit dehnte die BKB ihre Aktivitäten über die Landesgrenze des Herzogtums Braunschweig aus, da die Felder der Harbker Kohlenwerke AG auf dem Gebiet der preußischen Provinz Sachsen lagen. 1926 wurde die Leistung des Kraftwerks Harbke auf 25 MW, 1941 schließlich auf 184 MW gesteigert. Noch während des Krieges montierte man eine 40 MW-Vorschaltturbine.
    
    Mit der Gründung der Elektrizitätswerk Sachsen-Anhalt AG (ESAG) im Jahre 1917 durch die Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft AG und den Provinzialverband Sachsen - 1922 kam noch die reichseigene Elektrowerke AG als Anteilseigner hinzu - brachte der Provinzialverband, zu dem sich unter anderem die Überlandzentralen Weferlingen und Börde zusammengeschlossen hatten, seine Stromlieferungsverträge in das neue Unternehmen ein. Somit wurde das Kraftwerk Harbke jetzt zum Stromlieferanten für die ESAG, die sich seit den 1920er Jahren zu einem der führenden Elektrizitätsversorgungsunternehmen in Mitteldeutschland entwickelte.
    
    Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen die Betriebe der BKB teilweise in der britischen, teilweise in der sowjetischen Besatzungszone, unter ihnen das Kraftwerk Harbke. In den Jahren 1947 und 1948 wurden die östlichen Betriebsteile enteignet und zum Volkseigentum erklärt. Um die Energieversorgung der Bevölkerung in den Gebieten beiderseits der Demarkationslinie aufrechtzuerhalten, verblieb die wirtschaftliche und technische Gesamtbetriebsführung aber zunächst bei der BKB. Mit der Abriegelung der Grenze im Mai 1952 seitens der DDR wurden auch die Leitungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR gekappt. Das Kraftwerk Harbke fiel als Stromerzeuger für die BKB aus, die nun in aller Eile ein neues Kraftwerk in Offleben (siehe bei -> »weiter«) errichteten. Das Kraftwerk Harbke wurde unter dem Namen Kraftwerk »Philipp Müller« Harbke dem VEB Energieversorgung Magdeburg zugeordnet .
    
    Während der Zeit als VEB blieben die Kraftwerksanlagen weitgehend unverändert. Es diente zu DDR-Zeiten vor allem für die regionale Stromversorgung und speiste in die 110 kV-, 55 kV- und 15 kV-Ebene ein. bei der Wiedervereinigung war die Kraftwerkstechnik hoffnungslos veraltet und Ende Dezember 1990 erfolgte die Stilllegung. 1992 begann der Rückbau der Gebäude, der inzwischen abgeschlossen ist. Lediglich das Gebäude der 110 kV-Schaltanlage des Kraftwerks (siehe bei -> »weiter«) erhielt unter der veränderten Netzstruktur zunächst eine neue Aufgabe und blieb erhalten. 2008 war an einer Wandaufschrift der Schriftzug »Kraftwerk Harbke« noch deutlich erkennbar (Foto 3).
    Am Rande des ehemaligen Kraftwerksgeländes kann man noch verschiedene Wohnhäuser für Bedienstete sowie vermutlich das ehemalige Pförtnerhaus entdecken.

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Quelle(n)/Text:
• Christian Bedeschinski, Ein-Blicke. Industriekultur im Osten Deutschlands, Berlin 1995
• Hans Otto Gericke, Die Elektrizitätsversorgung in Sachsen-Anhalt. Ein Abriss der regionalen Entwicklung von den Anfängen bis 1946/47, Halle (Saale) 2012
• Otto Seidler / u.a., Die Stromversorgung in den Zonenrandgebieten; in: Energiewirtschaftliche Tagesfragen 14(1964), Heft 124/125, S. 229-241
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