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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Kraftwerk Waldshut
Adresse:
Auweg
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
20.06.2016
 
© 2016 Norbert Gilson
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erbaut: 1942-51
Bauherr: Schluchseewerk AG
    
Parallel zur Mittelstufe des Schluchseewerks, dem Kraftwerk Witznau (siehe bei -> »weiter«), wurde 1942 mit dem Bau der dritten, unteren Kraftwerksstufe in Waldshut begonnen. Damit konnten nochmals 160 m Gefälle nutzbar gemacht werden. Das Staubecken Witznau fungierte als Oberbecken für das neue Kraftwerk. Ein Unterbecken wurde nicht angelegt, der Auslauf erfolgt in den Rhein. Hier wird der Stauraum des Kraftwerks Albbruck-Dogern (siehe bei -> »weiter«) als Unterbecken genutzt. Von Witznau aus wurde ein 9,4 km langer Stollen zum Kraftwerk in Waldshut angelegt. 1944 wurden die Arbeiten kriegsbedingt wegen Mangel an Baumaterialien eingestellt. Erst Ende der 1940er Jahre gingen die Arbeiten weiter und im Juni 1951 konnte das Pumpspeicherkraftwerk Waldshut als drittes der Schluchsee-Werksgruppe in Betrieb gehen.
    
    Das mit einem Walmdach gedeckte längliche Maschinenhaus mit Backsteinfassade wurde parallel zum Rhein errichtet. Die Hauptfassade des Maschinenhauses wird durch vertikale Fensterbänder bestimmt. Die längliche Form kam dadurch zustande, dass die Maschinensätze hier im Gegensatz zu den Kraftwerken Häusern (siehe bei -> »weiter«) und Witznau horizontal angeordnet wurden. Wie die beiden anderen Kraftwerksstufen verfügt auch das Kraftwerk Waldshut über vier Maschinensätze mit Francis-Spiralturbinen und mit diesen starr gekuppelten Synchron-Motorgeneratoren, die im Turbinenbetrieb eine Leistung von 4 x 37,5 MW, insgesamt 150 MW, erbringen und eine Pumpleistung von 4 x 20 MW aufnehmen. Die durchschnittliche Jahreserzeugung beträgt 170 Mio. kWh.
    
    Zur Straßenseite hin ist dem Maschinenhaus zwischen zwei dreigeschossigen Querbauten der zweigeschossige Schaltanlagenvorbau (für die 10-kV-Schaltanlage) vorgesetzt. Von den Generatoren gelangt der Strom zu den vor dem Maschinenhaus straßenseitig aufgestellten Transformatoren, die die Maschinenspannung auf 110 kV herauftransformieren. Vor den Transformatoren, zur Straße hin, liegt die 110-kV-Freiluft-Schaltanlage, von der aus die 110-kV-Leitungen zu den Umspannanlagen Tiengen und Gurtweil abgehen.

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
• Rudolf Fettweis, Das Schluchseewerk; in: Elektrotechnische Zeitschrift 50(1929, Heft 8, S. 267-268
• Jörg Schlaich / Matthias Schüller, Ingenieurbauführer Baden-Württemberg, Berlin 1999
• Thomas Herzig, Energiespeicherung im großen Stil. Die Pumpspeicherkraftwerke der Schluchseewerk AG; in: Hans-Joachim Braun (Hrsg.), Technische Netzwerke und Energiespeicher. Ausgewählte Vorträge der Jahrestagungen der Georg-Agricola-Gesellschaft 2012 in Berlin und 2013 in Mannheim. (Die Technikgeschichte als Vorbild moderner Technik, Bd. 36), Freiberg 2014, S. 107-130
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