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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Nieverner Hütte
Adresse:
Abzweig von Koblenzer Straße (B 260) / Auf der Oberau
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
07.05.2011
 
© 2011 Norbert Gilson
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erbaut: 1865
    
Die Nieverner Hütte geht auf eine 1661 durch den Trierer Kurfürsten Carl Caspar von der Leyen erteilte Konzession für einen Eisenhammer auf der in der Lahn gelegenen Insel Oberau zurück. Bereits zu dieser Zeit entstand neben dem Hammerwerk und einer Schneidmühle auch ein Holzkohle-Hochofen. Hier wurden Eisenerze geschmolzen, die vorwiegend aus dem vorderen Westerwald über die Lahn angeliefert wurden.
    
   Nach den unruhigen Zeiten der Napoleonischen Kriege stabilisierten sich nach mehrfachen Besitzerwechseln die Verhältnisse für die Hütte im Jahre 1817 wieder. Mehrere, in Nievern und in Antwerpen ansässige Mitglieder der Familie Grisar wurden neue Eigentümer. Die Wirtschaftspolitik des Großherzogtums Nassau erhöhte die Absatzchancen der in Nievern produzierten Eisen- und Stahlprodukte bedeutend. Auch die 1850 abgeschlossene Kanalisierung der Lahn und die Ende der 1850er Jahre in Betrieb genommene Eisenbahnstrecke von Lahnstein nach Ems bedeuteten eine erhebliche Verbesserung der Transportsituation. Zur Intensivierung des Betriebs gründete sich 1861 die Nieverner Bergwerks- und Hüttenverein Aktiengesellschaft. Anteilseigner waren neben der Familie Grisar die Geschwister Frank aus Eschweiler sowie Julius Wurmbach von einer Siegener Eisenhütte. Die Anlagen wurden modernisiert und ausgebaut. Zentral war der Erstaz des alten Holzkohle-Hochofens durch einen - allerdings nicht erhaltenen - 12 m hohen Koks-Hochofen in Bruchsteinbauweise. Gleichzeitig entstanden der nach oben sich verjüngende Schornstein sowie die im neoromanischen Stil gestalteten Gebäude des Sandmagazins und des Holzmodelllagers.
    
    Nachdem die Familie Frank 1871 in den Alleinbesitz der Aktien gelangt war, wurde das Unternehmen 1903 unter Leitung von Hermann Schröder, des Schwiegersohns des vorherigen Direktors Franz Frank, in die Frank'sche Eisenwerke Nieverner Hütte GmbH umgewandelt. Aus der Zeit nach dem Besitzwechsel von 1871 stammen der Gichtturm und die mit Fachwerkobergeschossen versehene Schreinerei. 1897 entstand ein unmittelbar am Lahnufer gelegenes neues zweigeschossiges Büro- und Villengebäude.
    
    Im Ersten Weltkrieg produzierte das Werk Kriegsmaterial, unter Einsatz von Kriegsgefangenen aus Russland, Frankreich und Belgien. Nach der vorübergehenden Besetzung durch französische Truppen konnte 1920 die Produktion wieder aufgenommen werden. Es wurde an das traditionelle Produktspektrum der Gusswarenherstellung angeknüpft, zu dem neben Maschinenteilen, Herden und Öfen, Kanaldeckeln, Gartenstühlen auch die vielfältigsten Kleinwaren für den Haushaltsbedarf gehörten. Seit 1927 entwickelte sich der Absatz zunehmend krisenhaft, bis der Betrieb 1932 schließlich aufgegeben werden musste. Die nur noch in wenigen Resten übrig gebliebenen Gebäude der technischen Anlagen werden seitdem in unterschiedlicher Weise genutzt, sind jedoch in ihrer Substanz stark gefährdet.

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Quelle(n)/Text:
• Paul-Georg Custodis, Technische Denkmäler in Rheinland-Pfalz. Spuren der Industrie- und Technikgeschichte, Koblenz 1990
• Agnes Allroggen-Bedel (u.a.), Die Nieverner Hütte in Fachbach bei Bad Ems. (Rheinische Kunststätten, Heft 345), Neuss 1989
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
Informationsstand:
 
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