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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Haus des Rundfunks
Adresse:
Masurenallee 8 - 14
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
12.10.2008 / 25.10.2010
 
© 2008/10 Norbert Gilson
-:
    
erbaut: 1929-31
Architekt: Hans Poelzig
Bauherr: Reichs-Rundfunk-Gesellschaft mbH
Ausführung: Philipp Holzmann AG / Breest & Co. (Stahlkonstruktion)
    
Das Berliner »Haus des Rundfunks« wurde als erstes Funkhaus Deutschlands im Auftrag der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft mbH und der Funk-Stunde AG errichtet. Dem Zweck entsprechend, entwickelte Poelzig einen ungewöhnlichen, jedoch funktionalen Grundriss (Bild 8). Der 150 m lange, an der Masurenallee gelegene Hauptflügel bildet mit den gebogenen Seitenflügeln ein Dreieck, in das drei Hofflügel eingeschlossen sind. Dadurch sind diese Gebäudeteile, in denen die Sendesäle untergebracht wurden, vom Verkehrslärm abgeschirmt. Vorder- und Seitenflügel nahmen die Verwaltungsräume der damals in Berlin existierenden Rundfunk-Gesellschaften auf: der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft mbh, der Funk-Stunde AG und der Deutschen Welle GmbH. Die Gebäudeteile wurden in Stahlskelettbauweise mit Backsteinausmauerung und blau-schwarzer Klinkerverblendung der Fassaden erstellt. Gestützt auf die Erfahrungen aus der wissenschaftlichen Akustik wurde für die Sendesäle ein trapezförmiger Grundriss gewählt. Mit seinen Ausmaßen von 40 m Länge, 21,30 m mittlerer Breite und 12 m Höhe stellte der im mittleren Hofflügel gelegene große Sendesaal eine besondere Neuheit dar.
    
    Besondere Aufmerksamkeit bei der konstruktiven Ausführung wurde auf die Vermeidung gegenseitiger Störungen gelegt. Aus diesem Grunde wurden die Fundamente von Sälen und umgebender Bebauung getrennt ausgeführt und die Verbindungsflächen so klein wie möglich gehalten. Auch für die Ton-Übertragungsleitungen zwischen den Sendesälen und den technischen Sendebetriebs-Räumen wurden Vorkehrungen gegen Störungen getroffen. Durch jeweils besondere Verlegungswege wurden die Mikrophon-Leitungen von den ansonsten im Gebäude verlaufenden Telefon- und Starkstromkabeln getrennt. Auch bei der Anlage des Be- und Entwässerungssystems sowie der Lüftungs- und Warmluftheizungs-Anlage wurden umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um Schallübertragungen über deren Führungskanäle und -schächte auszuschalten.
    
    1945 wurde das Haus des Rundfunks von sowjetischen Truppen besetzt und in die Regie des Berliner Rundfunks gegeben, der bis 1952 von hier sendete. Nach Übergabe des Gebäudes an die Westalliierten 1956 richtete der Sender Freies Berlin (SFB) hier seine Zentrale ein. Bei der Instandsetzung wurde die über fünf Geschosse reichende Eingangshalle damals vollständig verändert. Das Erscheinungsbild der Halle wurde 1986/87 in der ursprünglich von Poelzig entworfenen Form als großer Lichthof mit Umläufen aus gelbem keramischem Gitterwerk und schwarzen Keramikriemchen wieder hergestellt. Auch die mit Keramikplatten und Klinkern verkleidete Außenfassade zeigt das ursprüngliche Erscheinungsbild.
    
    Der Berliner Rundfunk ließ als Ersatz für das Funkhaus in der Masurenallee in Köpenick an der Nalepastraße ein neues, modernes Rundfunkzentrum errichten (-> siehe bei »weiter«).

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 2. Neue Länder - Berlin, Stuttgart 1998
• Das „Haus des Rundfunks″ in Berlin; Elektrotechnische Zeitschrift 51(1931), Heft 4
• A. Dürbeck, Die Stahlkonstruktion zum „Haus des Rundfunks″ in Berlin; in: Der Stahlbau 4(1931), Heft 18, S. 209-212
• Dirk-Jens Rennefeld, Hans Poelzig. Haus des Rundfunks. Hrsg. vom Sender Freies Berlin, Berlin 1984
• Landesdenkmalamt Berlin, Denkmalliste Berlin (Stand: 16.04.2013), Nr. 09096346
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