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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Brikettfabrik »Werminghoff«
Adresse:
Ernst-Thälmann-Straße 8
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
03.07.2008
 
© 2008 Norbert Gilson
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erbaut: 1913-18; Erweiterungen Anfang der 1920er Jahre
    
Die Geschichte der in Knappenrode, südöstlich von Hoyerswerda, erbauten Brikettfabrik reicht bis ins Jahr 1911 zurück. Im Sommer dieses Jahres wurden zwischen den Dörfern Buchwalde und Maukendorf bei Hoyerswerda Bohrungen vorgenommen, um die dortigen Braunkohlevorkommen exakt zu bestimmen. Anfang 1913 erfolgte die Grundsteinlegung für den Aufbau einer Bergarbeiterkolonie und der neuen Brikettfabrik. Gleichzeitig begann der Grubenaufschluss, für den der Fluss Schwarzwasser verlegt werden musste. Eine Bahnstation und die Verlegung eines Werksanschlussgleises zur Strecke Falkenberg - Hoyerswerda - Kohlfurth gehörten ebenso zum Bauprogramm.
    
    Begründer des Standortes, damals mitten in der Heide gelegen, war der preußische Großindustrielle Joseph Werminghoff, der Generaldirektor der Eintracht Braunkohlenwerke und Brikettfabriken AG. Wegen des Ersten Weltkrieges verzögerte sich der Bau der Fabrik stark, so dass sie erst im Oktober 1918 mit sieben Tellertrocknern und zehn Dampfpressen in Betrieb gehen konnte. Nach dem Tod von Joseph Werminghoff (1914) wurde die Fabrik nach seinem Namen benannt. 1915 übernahm der böhmische Industrielle und Hauptaktionär der »Eintracht«, Ignaz Petschek, die Leitung des Unternehmens. Bereits in den 1920er Jahren wurde die Fabrik I um zwei weitere Fabrikteile ergänzt. 1923 wurden die ersten Elektropressen aufgestellt.
    
    Die erste Kohle wurde mit einer Kettenbahn aus dem Tagebau Werminghoff direkt in den Nassdienst der Brikettfabrik gefördert. Um die Versorgungssicherheit durch Bevorratung größerer Kohlemengen zu verbessern, wurde 1922/23 ein Hochbunker, ausgeführt als Schlitzbunker, mit einem 900-mm-Gleisanschluss errichtet. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war der alte Tagebau, aus dem inzwischen der Knappensee und der Graureihersee entstanden sind, ausgekohlt. Die benötigte Rohbraunkohle wurde jetzt aus den Tagebauen Lohsa, Nochten, Bärwalde und Reichwalde herantransportiert. In dem westlich der Fabrikanlage gelegenen Tagebaugebiet Lohsa erfolgte zu Beginn der 1960er Jahre eine durchgreifende Modernisierung durch Umbau des gesamten 900-mm-Spur-Gleisnetzes auf Normalspur. Als Regellokomotiven wurden E-Loks des Typs »EL 2« eingeführt. Ein Exemplar dieser Loks ist im Eingangsbereich zum Museum aufgestellt (Foto 11).
    
    1947 erging der russische Befehl zur Demontage des gesamten Maschinenbestandes. Mit nur noch einer Presse wurde im Mai 1948 die Arbeit wieder aufgenommen. Das Werk hieß nun Braunkohlenwerk Glückauf Knappenrode. Seit dem 1. Januar 1953 unterstand die Fabrik der »Revierleitung Senftenberg« der Verwaltung Volkseigener Betriebe der Kohleindustrie. Der weitere Ausbau des Betriebs stand jetzt auf dem Programm. 1965 erreichte die Fabrik mit 1.577.000 t Briketts ihre höchste Jahresleistung. 1978 wurde die Fabrik I von einer schweren Kohlenstaubexplosion erschüttert, bei der fünf Fabrikarbeiter den Tod fanden.
    
    Nach der Wende verringerte sich die Brikettproduktion im Lausitzer Revier dramatisch von 24,64 Mio. t im Jahr 1989 auf nur noch 6,5 Mio. t 1992. Wie für die meisten Brikettfabriken des Reviers, kam im Februar 1993 auch für die Brikettfabrik Knappenrode das „Aus″. Bereits im Dezember 1992 hatte sich der Förderverein Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode e.V. konstituiert. Die imposanten Backsteinbauten mit ihren Einrichtungen - Feuerungskesseln, Turbinen, Trocknern und Pressen - konnten auf diese Weise erhalten bleiben und sind heute Bestandteil der »Energiefabrik Knappenrode« (siehe Link unten).
    
    In der Mitte des lang gestreckten Gebäuderiegels befindet sich das Maschinenhaus, flankiert von zwei Turmbauten (Fotos 1 und 2). Daran schließen sich nach rechts und links jeweils ein Trocken- und Pressenhaus an. Deutlich erkennbar ist die Lage der Trockner (nach vorne hin) an den auffälligen Elektrofiltern auf dem Dach der Gebäude (Fotos 2, 3 und 4). Die Pressen sind in den rückwärtigen Gebäudeteilen (Foto 4) angeordnet. Deutlich erkennbar sind bei einem Flügel noch die Reste des ehemaligen Rinnenfeldes (Foto 5). Am linken Rand des südlichen Trocken- und Pressenhauses liegt das ehemalige Nassdienstgebäude (Fotos 6 und 7). Rückwärtig an das Maschinenhaus schließt sich die Schaltanlage (Fotos 8 und 9) mit einer moderneren Erweiterung (Foto 10) an.

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Quelle(n)/Text:
• Friedhelm Schulz, Drei Jahrhunderte Lausitzer Braunkohlenbergbau. Zweite, erweiterte Aufl., Bautzen 2005
• Energiefabrik Knappenrode: Lausitzer Bergbaumuseum. Sächsisches Industriemuseum (Besucherinformation)
• Christian Bedeschinski, Ein-Blicke. Industriekultur im Osten Deutschlands, Berlin 1995
Informationsstand:
 
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