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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Hartmann & Braun AG
Adresse:
Gräfstraße 99 / Falkstraße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
26.07.2008
 
© 2008 Norbert Gilson
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erbaut: seit 1876 (nur nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaute Gebäudesubstanz in veränderter Form erhalten)
    
Die Geschichte des Unternehmens, eines der bedeutendsten der Frankfurter Elektroindustrie, begann 1882 in Würzburg. Damals trat der Frankfurter Kaufmann Wunibald Braun in die 1879 von Wilhelm Eugen Hartmann gegründete Optische Anstalt ------- Physikalisch-astronomische Werkstatt Würzburg ein. Hartmann hatte in den 1870er Jahren als Werkführer in der Schwabinger Optisch-astronomischen Anstalt C.A. Steinheil & Söhne gearbeitet und dort fundierte Kenntnisse in der Glasschleiferei erworben. Im Oktober 1884 verlegten die beiden Firmeninhaber die Produktionsstätte unter dem Namen Hartmann & Braun von Würzburg in den damaligen Frankfurter Vorort Bockenheim, auf das Gelände einer 1876 liquidierten Waggonfabrik. Die bestehenden Produktions-, Büro- und Wohngebäude in der Gräfstraße, der damaligen Oberen Königstraße, boten zunächst genug Platz für die weitgehend handwerklich arbeitende feinmechanische Werkstatt. Schwerpunktmäßig wurden optische und wissenschaftliche Instrumente gebaut, daneben auch elektrische und magnetische Messgeräte, Temperaturmessgeräte sowie Telefone. 1888 wurde die optische Abteilung zugunsten der Ausweitung der Produktion elektrotechnischer Mess- und Schaltgeräte aufgegeben. 1892 beschäftigte die Firma bereits rund 140 Arbeiter.
    
    Wie alle in Frankfurt und Umgebung ansässigen Firmen der Elektroindustrie profitierte auch Hartmann & Braun stark von der 1891 in Frankfurt veranstalteten »Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung«. Nach einer amerikanischen Anregung nahm die Firma nach Ende der Ausstellung die Fertigung der neuen Drehspul-Messgeräte auf. In den folgenden Jahren wurden Messgeräte für fast alle wichtigen Bereiche elektrischer Messmethoden entwickelt. Der enorme Aufschwung des Unternehmens lässt sich daran ablesen, dass 1907 insgesamt 40.000 Geräte das Werk verließen und 430 Arbeiter sowie 209 Angestellte hier tätig waren. 1910 begann man außerdem mit der Fertigung von Magneto-Zündapparaten für Benzinmotoren. Trotz vorübergehender Einbeziehung in die Rüstungsproduktion mit dem Bau von Granatzündern während des Ersten Weltkriegs konnte das Unternehmen in der Weimarer Republik seine inzwischen bedeutende Stellung im Messgerätebau weiter ausbauen.
    
    1900 erfolgte die Umwandlung der Unternehmensform von der bisherigen oHG in eine Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 1,7 Mio. Mark. Die Produktionsanlagen waren seit 1887 kontinuierlich ausgebaut worden. Von den zwischen 1887 und 1913 errichteten, teilweise in historisierenden Formen der Neorenaissance gestalteten Backsteinbauten sind heute keine Reste mehr vorhanden. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bockenheimer Werksanlagen fast vollständig zerstört. Nach dem zunächst langsamen Wiederaufbau konnte sich das Unternehmen in den 1950er Jahren wieder am Weltmarkt etablieren.
    
    Seit Ende der 1960er Jahre gestaltete sich die Unternehmensgeschichte höchst wechselvoll, gekennzeichnet durch mehrfache Besitzerwechsel. Nachdem 1968 die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) die Mehrheit an dem bis dahin noch weitgehend in Familienbesitz befindlichen Unternehmen erworben hatte, wurden die Anteile 1981 an die Mannesmann AG verkauft. Schließlich gelangte das Unternehmen 1999 an die Asea Brown Boveri AG (ABB).
    
    Anders als die meisten übrigen großen Frankfurter Unternehmen der Elektroindustrie hatte die Hartmann & Braun AG ihren ursprünglichen Standort in der Innenstadt beibehalten, bis der Sitz nach Eschborn verlegt wurde. Das Gelände wurde an ein Standortentwicklungs-Unternehmen verkauft, das die Gebäude entkernen und einen Gebäudekomplex aus Wohnungen und Büros entstehen ließ.

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Fabrikarchitektur in Frankfurt am Main 1774 - 1924. Die Geschichte der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1986
• Peter Westerfeld, Wilhelm Eugen Hartmann; in: Kurt Jäger / Friedrich Heilbronner, Lexikon der Elektrotechniker, 2. Aufl., Berlin / Offenbach 2010, S. 183
Informationsstand:
 
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Link:
ausführlich zur Geschichte von Hartmann & Braun
 
Link:
zur Geschichte von Hartmann & Braun im Webarchiv »Frankfurt baut auf«
 
 
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