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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Wasserkraftwerk Rheinfelden (altes Kraftwerk)
Adresse:
Untere Kanalstrasse
 
Lage:
 
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(1-2) Fotos vom Kraftwerk Rheinfelden, um 1900 und um 1905
 
(3-5) Blick auf die Generatoren in der Maschinenhalle des Kraftwerks
 
© Energiedienst AG Rheinfelden
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erbaut: 1894-98
Bauherr: Kraftübertragungswerke Rheinfelden AG (KWR)
    
Rheinfelden ist ein am Hochrhein gelegener Kraftwerksstandort, der seit den Anfängen der Stromerzeugung aus Wasserkraft bis in die Gegenwart eine herausragende Stellung einnimmt. Hier entstand in den Jahre 1894-98 die erste Großwasserkraftanlage Europas. Bauherr war die Kraftübertragungswerke Rheinfelden AG (aus der 2002/03 durch Zusammenschluss mit der Kraftwerk Laufenburg AG die Energiedienst AG hervorging). Das Kraftwerk sollte die elektrische Energietechnik nachhaltig mitprägen.
    
    Die Kraftwerksleistung von anfänglich 17.000 Pferdestärken (12.500 kW) erschien nach damaligen Begriffen gewaltig, sie übertraf sogar die Leistung des drei Jahre zuvor fertiggestellten Super-Kraftwerks an den Niagarafällen in Nordamerika. Das Rheinfelder Maschinenhaus, ein langgestreckter Baukörper mit monumentaler Fassade (Foto 1), erhielt insgesamt 20 Maschinensätze aus je einer Wasserturbine und einem Generator. Zwölf Sätze mit Gleichstromdynamos (Foto 3) waren für industrielle Zwecke; acht Sätze mit Drehstromgeneratoren (Fotos 4 und 5) für Kraft und elektrisches Licht reserviert. Die zeitgleich angesiedelten Industriebetriebe (Foto 2) dienten hauptsächlich zur elektrolytischen Gewinnung von Aluminium. Die durch das Kraftwerk ausgelöste Entwicklung auf der deutschen Rheinseite sollte auch zum Entstehen einer neuen Stadt mit dem gleichen Namen wie die alte Zähringerstadt am Schweizer Ufer führen.
    
    Die Planer des Kraftwerks Rheinfelden, an vorderster Stelle die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) in Berlin mit ihrem Generaldirektor Emil Rathenau und dem Chefelektriker Michael von Dolivo-Dobrowolsky, setzten mit der von ihnen bestimmten Technik echte Weltmaßstäbe. Sie entschieden sich – mitten im turbulenten „Stromkrieg″ der 1880er Jahre – für den Dreiphasen-Wechselstrom, auch „Drehstrom″ genannt, der in der Folge weltweite Anwendung fand. Sie legten sich – trotz größter Wirren um die Periodenzahl des elektrischen Stroms – überzeugt auf 50 Hertz fest, eine Frequenz, die später in 4½ Erdteilen als Norm übernommen wurde.
    
    Das Kraftwerk nahm schrittweise einen Verbundbetrieb mit Partnerwerken auf, als erstes mit dem Wasserkraftwerk Beznau an der Aare (Schweiz) im Jahr 1903. Rheinfelden wurde so zur Keimzelle des europäischen Verbundnetzes von heute, selbstredend auf der Grundlage des 50 Hz-Drehstroms.
    
    In einer mehr als 110 Jahre währenden Betriebszeit wurde die Technik im Kraftwerk laufend nachgeführt und den Absatzbedürfnissen angepasst. So ersetzte man sukzessive alle Gleichstromgeneratoren durch solche für Drehstrom. Zwei der ursprünglichen Drehstromgeneratoren, die Nummern 13 und 10 mit Baujahr 1897 und 1898, waren bis zum Schluss noch in Betrieb. Die Kraftwerks-Gesamtleistung konnte auf zuletzt 25.000 kW gesteigert werden.
    
 
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(6-7) Luftbilder des Kraftwerksstandortes, um 2002 und um 2014
 
(8-11) Ausstellungspavillon „Kraftwerk 1898″
 
(12) Verleihung des IEEE-Milestones „Rheinfelden Hydroelectric Power Plant, 1898–2010″
 
© Energiedienst AG Rheinfelden
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    Im Jahr 2010 ist das alte Kraftwerk (Foto 6), das seinerzeit nach bewährtem Mühlenprinzip mit einem Seitenkanal angelegt war, vom Netz genommen und – mitsamt dem Fußgängersteg zwischen beiden Ufern – rückgebaut worden. Es wurde von einer modernen Wasserkraftanlage abgelöst (siehe bei -> »weiter«), jetzt mit einem Stauwehr quer zum Fluss und dem Maschinenhaus am gegenüberliegenden Schweizer Ufer (Foto 7). Vier moderne Rohrturbinen mit dem Generator jeweils in einem wasserdichten Gehäuse erbringen die Gesamtleistung von 100 MW, also das Vierfache der alten Anlage zuletzt.
    
    Das Gebiet des alten Einlaufkanals und Maschinenhauses wurde in ein naturnahes Fischaufstiegs- und Laichgewässer umgewandelt. Dort eröffnete 2012 die Kraftwerksgesellschaft auch einen Ausstellungspavillon, genannt „Kraftwerk 1898″, mit vielen Technik-Originalstücken von damals (Fotos 8 bis 11), so auch mit der »Maschine 10« als Herzstück. Am vorbeiführenden Rheinufer-Rundweg erinnern die Rathenau- und Dolivo-Plattform an zwei der herausragenden Persönlichkeiten der frühen Kraftwerkstechnik. Ausstellungspavillon (Öffnungszeiten siehe unten, siehe auch -> »Link« unten) und Rundweg längs beider Ufer haben sich zu einem Publikumsmagnet am Hochrhein entwickelt, für Wanderfreudige und Fahrradausflügler ein regelrechtes Muss!
    
    Die zuvor geschilderten Besonderheiten haben dazu geführt, dass im Jahr 2014 das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) das alte Kraftwerk Rheinfelden, vertreten durch den Ausstellungspavillon „Kraftwerk 1898″, mit dem Milestone „Rheinfelden Hydroelectric Power Plant, 1898–2010″ auszeichnete (Foto 12). Die in englischer Sprache abgefasste Tafel ist im Infocenter des neuen Kraftwerks auf der Schweizer Seite aufgestellt. Eine deutschsprachige Variante steht beim Pavillon-Eingang am deutschen Ufer.

Öffnungszeiten
    
------- Wintermonate (1. November bis 31. März)
  Montag bis Freitag 14 bis 16 Uhr
  Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11 bis 16 Uhr
    
------- Sommermonate (1. April bis 31. Oktober)
  Montag bis Freitag 14 bis 18 Uhr
  Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11 bis 18 Uhr

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Quelle(n)/Text:
Text: Gerhard Neidhöfer
    
Quellen:
• Emil Rathenau, Die Kraftübertragungswerke zu Rheinfelden; in: Elektrotechnische Zeitschrift 17(1896), Heft 27, S. 402-409
• Wolfgang Bocks, hrsg. von Kraftübertragungswerke Rheinfelden AG, Rheinfelden (Baden), Perspektiven mit Strom. Jubiläumsschrift der Kraftübertragungswerke Rheinfelden AG anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens im Jahre 1994, Maulburg (1994)
• Gerhard Neidhöfer, Technikgeschichtliche Bedeutung des alten Kraftwerks Rheinfelden. Aargauer Heimatschutzpreis 2009, Aargauer Heimatschutz, Geschäftsstelle Rheinfelden / Schweiz
• Gerhard Neidhöfer, Warum haben wir heute die Frequenz 50 Hz? in: ETG Mitgliederinformation 2014, Nr. 1, S. 22-24
• IEEE Global History Network GHN, Rheinfelden Hydroelectric Power Plant, 1898-2010. IEEE Milestone in Electrical Engineering and Computing, September 2014
• Gerhard Neidhöfer, Wasserkraftwerk Rheinfelden: eine Erfolgsgeschichte, gekrönt durch einen IEEE-Milestone 2014; in: ETG Mitgliederinformation 2015, Nr. 1, S. 27-30
Informationsstand:
 
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weiter:
Link:
Informationen auf der Website von Energiedienst
 
 
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