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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Erzbergwerk »Alte Hoffnung Gottes«
Adresse:
An der Hohle / Am Silberberg
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
02.07.2008
 
© 2008 Norbert Gilson
-:
    
erbaut: 1769 (Huthaus) / 1879 (Schornstein)
    
Die bereits 1741 gegründete Grube »Alte Hoffnung Gottes« gehörte zeitweise zu den größten und ertragreichsten Betrieben des Freiberger Reviers. Das 1769 im Erdgeschoss massiv, im Obergeschoss teilweise in Fachwerk errichtete Huthaus (Foto 3) wurde 1834 um einen aufgesetzten Dachreiter ergänzt, in dem sich die Bergglocke befindet. Mit ihr wurde den Bergleuten im Dorf der Schichtbeginn angekündigt. Das Huthaus war das zentrale Verwaltungsgebäude der Grube. Hier wurden Material und wichtige Unterlagen aufbewahrt. Häufig enthielten die Huthäuser neben der Wohnung des Hutmanns eine Betstube mit Orgel, manchmal auch eine Schankwirtschaft.
    
    Förderung und Entwässerung des Schachtes wurden zunächst mit einem Pferdegöpel betrieben, bevor 1789 zwei untertägige Kunsträder zur Wasserhaltung und 1791 ein Kehrrad, ebenfalls untertägig, für die Förderung installiert wurden. 1879 ersetzte man das Kehrrad durch eine 40-PS-Dampffördermaschine für den Personen- und Materialtransport. Der aus dieser Zeit stammende Schornstein (Fotos 1 und 2) ist noch erhalten, während das ehemalige Kessel- und Maschinenhaus 1955 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Damals wurde auch das den Dachfirst des Schachtgebäudes überragende Fördergerüst (Foto 1, im Hintergrund) erstellt.
    
    Die Grube war zunächst bis 1936 in Betrieb und wurde dann stillgelegt. 1955 erfolgte eine erneute Inbetriebnahme. Der Schacht erreichte zuletzt eine Teufe von 530 m.
   
-> Hohentanne (?)
Grube Alte Hoffnung Gottes: Teilstrecken eines Kunstgrabens, Teilabschnitt gleichzeitig Aufschlagrösche zur Grube „Alte Hoffnung Gottes″, und Mundlöcher 18. Jh. (Kunstgraben); 18. Jh. (Mundloch) bergbaugeschichtliches Zeugnis der Region, s. auch Objekt Nr. 08991697 (OT Kleinvoigtsberg) u. 08992221 (OT Rothenfurth)
    
-> Kleinvoigtsberg
Grube Alte Hoffnung Gottes: Teilstrecken eines Kunstgrabens, Teilabschnitt gleichzeitig Aufschlagrösche zur Grube „Alte Hoffnung Gottes″ mitsamt Mundloch, sowie Kunstgraben zur ehem. Erzwäsche der Fundgrube Gesegnete Bergmanns Hoffnung mitsamt Rösche einschließlich Mundlöchern ?(Karte) 18. Jh. bergbaugeschichtliches Zeugnis der Region, s. auch Objekt Nummer 08992220 (OT Hohentanne) u. 08992221 (OT Rothenfurth) u. 09201256 (OT Obergruna) Gemarkung Kleinvoigtsberg, Flurstücke 259/1, 64a, 266, 267, 215/35 (Teil) 08991697

Halde des Neuglückschachtes; Grube Alte Hoffnung Gottes (Halde) ?(Karte) 1883 (Schachtabteufung) Zeugnis des historischen Bergbaus im nördlichen Freiberger Revier, von ortsgeschichtlicher und bergbaugeschichtlicher sowie von landschaftsprägender Bedeutung.

Mehrere markante Halden (vgl. obj. 08991693, 08991692 und 08991696) kennzeichnen auch heute noch die Standorte der wichtigsten Schächte der 1741 verliehenen Grube Alte Hoffnung Gottes. So ist die vorliegende, relativ kleine Halde Zeugnis des 1883 abgeteuften Neuglücker Schachts – benannt nach dem hier abzubauenden Erzgang Neuglück Stehenden. Aufgrund der fortschreitenden Verlagerung des Erzabbaus in das südliche Grubenfeld sollte dieser als weiterer Hauptschacht dienen, konnte diese Bedeutung allerdings nie erlangen, da das Erz weiterhin per untertägiger Eisenbahn zum Einigkeiter Kunst- und Treibeschacht verbracht und dort nach über Tage gefördert wurde. So erhielt der Neuglücker Schacht lediglich eine heute nicht mehr erhaltene hölzerne Kaue mit Handpumpe sowie manuellem Grubenlüfter.

Halden sind zum Teil die letzten Zeugnisse des ehemals regen Erzbergbaus im Freiberger Revier und dokumentieren die Lage oder gar den Verlauf von abgebauten Erzgängen sowie in ihrer Gesamtheit die Ausdehnung der untertägigen Grubenfelder. Auch lassen sie aufgrund der Unterschiede in Größe und Form Rückschlüsse auf Alter und eingesetzte Fördertechnik zu. So zeugt die vergleichsweise geringe Dimensionierung der Halde des Neuglücker Schachtes von dessen untergeordneter Funktion als Kunst- und Wetterschacht. Besonders anschaulich wird dies im Vergleich mit der Halde des Einigkeiter Kunst- und Treibeschachtes. Diese umgab den mit Fördermaschine ausgestatteten Hauptschacht der Grube Alte Hoffnung Gottes und wurde noch bis in das 20. Jahrhundert hinein weiter aufgeschüttet. Schließlich bilden Halden wie die vorliegende in der Bergbaufolgelandschaft durch Form und Bewuchs teils weithin sichtbare Marken und besitzen daher in ihrer Gesamtheit eine besondere landschaftsprägende Bedeutung sowie einen hohen Erlebnis- und Erinnerungswert. LfD/2012
08991695

Halde des Burkhardtschachtes; Grube Alte Hoffnung Gottes (Halde) ?(Karte) 18. Jh. Zeugnis des historischen Bergbaus im nördlichen Freiberger Revier, von ortsgeschichtlicher und bergbaugeschichtlicher sowie von landschaftsprägender Bedeutung.

Mehrere markante Halden (vgl. obj. 08991693, 08991692 und 08991695) kennzeichnen auch heute noch die Standorte der wichtigsten Schächte der 1741 verliehenen Grube Alte Hoffnung Gottes. So ist die vorliegende, relativ kleine Halde Zeugnis eines vermutlich gegen Ende des 18. Jahrhunderts zum Abbau des Erzganges Burkhardt Stehender abgeteuften gleichnamigen Schachts. Halden sind zum Teil die letzten Zeugnisse des ehemals regen Erzbergbaus im Freiberger Revier und dokumentieren die Lage oder gar den Verlauf von abgebauten Erzgängen sowie in ihrer Gesamtheit die Ausdehnung der untertägigen Grubenfelder. Auch lassen sie aufgrund der Unterschiede in Größe und Form Rückschlüsse auf die eingesetzte Fördertechnik zu. So zeugt die vergleichsweise geringe Dimensionierung der vorliegenden Halde von geringeren Fördermengen und -tiefen, die noch mittels Haspelförderung erreicht werden konnten. Besonders anschaulich wird dieser Unterschied im Vergleich mit der benachbarten Halde des Einigkeiter Kunst- und Treibeschachtes, welche als Halde eines Hauptschachtes mit Fördermaschine noch bis in das 20. Jahrhundert hinein weiter aufgeschüttet wurde. Schließlich bilden Halden wie die vorliegende in der Bergbaufolgelandschaft durch Form und Bewuchs teils weithin sichtbare Marken und besitzen daher in ihrer Gesamtheit eine besondere landschaftsprägende Bedeutung sowie einen hohen Erlebnis- und Erinnerungswert. LfD/2012
    
Einigkeiter Kunst- und Treibeschacht; Grube Alte Hoffnung Gottes: Treibehaus mit Seilscheibenstuhl, Schornstein, Halde, Haldenstützmauern und Untertageanlagen (die Schachtaufsattelung, zwei Radstuben sowie ein Kunstrad) An der Hohle 2
?(Karte) ab 2. Hälfte 18. Jh. (Bergbau) wichtiges, singuläres Zeugnis der Bergbaugeschichte des nördlichen Freiberger Reviers, von ortsgeschichtlicher, bergbaugeschichtlicher und ortsbildprägender Bedeutung.

Das Treibehaus besteht aus zwei massiven, verputzten Geschossen mit markantem Fachwerkgiebel, Krüppelwalmdach und später aufgesetztem eisernen Seilscheibenstuhl. Nördlich schließen sich das Maschinenhaus, ein eingeschossiges Gebäude mit Satteldach, sowie der aus Backstein gemauerte, polygonale Schornstein mit quadratischem Sockel an. Am Sockel befindet sich eine Tafel mit Schlägel und Eisen, der Jahreszahl 1879 sowie den Buchstaben „AHG″ für „Alte Hoffnung Gottes″. Weitere zweigeschossige und mit Satteldach versehene Gebäude bilden zusammen mit dem Treibehaus einen U-förmigen Grundriss. Die Tagesgebäude befinden sich auf einer typischen, großen und von Haldenstützmauern eingefassten Halde des 19. Jahrhunderts, welche durch die Straße An der Hohle zweigeteilt wird. Die Untertageanlagen umfassen die Schachtaufmauerung im Haldenkörper sowie zwei Radstuben mit einem erhaltenen Kunstrad (Durchmesser ca. 10 Meter). (Putzbauten, 1 1/2-geschossig oder zweigeschossig in U-förmiger Anordnung, unterschiedlich geneigte Satteldächer, Schornstein: Backstein, quadratischer Sockel, polygonaler Aufbau, Unterlageanlagen: Schachtmauerung, zwei Radstuben, ein erhaltenes Kunstrad zur Wasserförderung). Das Treibehaus wurde 1789/1790 als Wassergöpel für den Hauptschacht der Grube Alte Hoffnung Gottes, dem Einigkeiter Kunst- und Treibeschacht, gebaut. Die Grube gehörte zu den bedeutendsten und ertragreichsten Grubenanlagen des Freiberger Reviers. 1741 wurde sie verliehen und stand auch nach der Stilllegung des staatlichen Freiberger Bergbaus im Jahre 1913 als privat geführte Grube bis 1929 ununterbrochen, bis etwa 1937 mit kleinen Unterbrechungen im Abbau. Zwischen 1955 und 1959 erfolgten hier zudem noch Sümpfungs- und Erkundungsarbeiten auf Blei und Zinnerze.

Die Erzförderung im Einigkeiter Kunst- und Treibeschacht wurde ursprünglich über ein obertägiges Kunstrad nahe der Erzwäsche (vgl. obj. 08991698) und ein etwa 400 Meter langes Kunstgestänge bewerkstelligt. Das Aufschlagwasser führte ein bei Großvoigtsberg von der Freiberger Mulde abzweigender Kunstgraben heran (vgl. Bergwerkskanal, Teilstrecken obj. 08991697, 08992220 und 08992221). Um 1785 erhielt der Schacht dann einen Pferdegöpel. 1791, nach Fertigstellung der Aufschlagrösche (vgl. ebf. obj. 08991698) zwischen Kunstgraben und Einigkeiter Kunst- und Treibeschacht, wurde ein durch die Rösche beaufschlagter Wassergöpel in den Schacht eingebaut und das Wassergöpeltreibehaus errichtet. 1879 ersetzte schließlich eine Dampffördermaschine das alte Kehrrad, das Treibehaus wurde daher um ein Kessel- und Maschinenhaus erweitert. Die beiden Wasserräder blieben noch bis ins 20. Jahrhundert hinein zur Hebung von Grubenwasser in Gebrauch. In den 1930er Jahren wurden moderne Aufbereitungsanlagen in die Gebäude nahe dem Hauptschacht integriert, darunter ein Steinbrecher sowie eine Kugelmühle zum Zerkleinern der Erze und Flotationszellen zum Abscheiden von Erz und taubem Gestein. 1955 erhielt der Schacht eine neue Fördermaschine. Das alte Kessel- und Maschinenhaus wich einem Neubau, lediglich der Schornstein blieb erhalten. Zugleich wurde ein modernes Fördergerüst mit Seilscheibenstuhl in das Treibehaus eingebaut.

Denkmalwert: Das Treibehaus und die große Halde des Einigkeiter Kunst- und Treibeschachts lässt die frühere Bedeutung der Grube Alte Hoffnung Gottes noch heute erkennen. Auch eine große Anzahl weiterer bergbaulicher Anlagen hat sich bis heute erhalten, darunter Huthaus (obj. 08991691), Bergschmiede, Pulverturm (obj. 08991692) und Erzwäsche (obj. 08991698), die allesamt notwendige funktionelle Einheiten einer solchen Grube repräsentieren. Dem erhaltenen Gebäudebestand, aber besonders auch dem Treibehaus, kommt daher ein hoher bergbaugeschichtlicher Zeugniswert zu. Das Treibehaus ist zudem trotz seiner baulichen Veränderungen der wohl älteste erhaltene Wassergöpel im Freiberger Revier und damit singulär für diese Region. Im Kontext mit den untertägig erhaltenen Grubenbauen mit Wasserrad und der Aufschlagrösche (obj. 08991698) sowie dem Fördergerüst und dem Maschinenhaus aus den 1950er Jahren wird die technologische Entwicklung der hier eingesetzten, maschinell unterstützten Förderung anschaulich. Neben den weiteren, im Ort verstreut liegenden Tagesgebäuden der Grube Alte Hoffnung Gottes prägt vor allem das Treibehaus mit seinem Fachwerkgiebel und dem das Dach überragenden Seilscheibenstuhl sowie seiner herausgehobenen Lage auf der zugehörigen Halde das Ortsbild von Kleinvoigtsberg. Es besitzt damit auch einen hohen Erlebnis- und Erinnerungswert für die vom Bergbau geformte Region. LfD/2012.
    
Alte Wäsche; Grube Alte Hoffnung Gottes: Erzwäsche, Mauerreste der Scheidebank, Trockenmauern mit Erzrolle, Mundlöcher der Aufschlagrösche An der Wäsche 3
?(Karte) 1855 Zeugnisse der Bergbaugeschichte im nördlichen Freiberger Revier und insbesondere auch der Erzaufbereitung der Grube Alte Hoffnung Gottes.

Die Grube Alte Hoffnung Gottes gehörte zu den bedeutendsten und ertragreichsten Grubenanlagen des Freiberger Reviers. 1741 wurde sie verliehen und stand auch nach der Stilllegung des staatlichen Freiberger Bergbaus im Jahre 1913 als privat geführte Grube bis 1929 ununterbrochen, bis etwa 1937 mit kleinen Unterbrechungen im Abbau. Zwischen 1955 und 1959 erfolgten hier zudem noch Sümpfungs- und Erkundungsarbeiten auf Blei und Zinnerze. Eine große Anzahl der Tagesgebäude der Grube hat sich bis heute erhalten, darunter Treibehaus (obj. 08991693), Huthaus (obj. 08991691), Bergschmiede und Pulverturm (obj. 08991692). Weiterhin haben sich die im Folgenden beschriebenen Anlagen der Alten Wäsche – einem der ursprünglich zwei Aufbereitungsstandorte der Grube Alte Hoffnung Gottes im Tal der Freiberger Mulde – erhalten, wenn auch teils nur in Resten.

Erzwäsche: Die Erzwäsche der Grube Alte Hoffnung Gottes wurde 1855 errichtet und diente bis Mitte der 1920er Jahre hinein der Aufbereitung der vor Ort geförderten Silbererze. Nach der Stilllegung war das Obergeschoss noch bis in die 1990er Jahre bewohnt. Das zweigeschossige, langgestreckte Gebäude aus Bruchsteinmauerwerk sowie giebelseitig aus Ziegelmauerwerk weist ein für die Bauzeit und im Vergleich mit anderen Erzwäschen verhältnismäßig flaches, schiefergedecktes Satteldach auf. Die Fenster sind mit gemauerten Stürzen und den für Bergwerksgebäude des 19. Jahrhunderts typischen Holzgewänden versehen. Das etwa vier Meter hohe durchgängige Erdgeschoss der sogenannten Stoßherdwäsche beherbergte ursprünglich die Stoßherde zum Waschen der Erzschlämme, es wird überspannt von einer auf Gusseisensäulen gelagerten Holzbalkendecke. In der muldenseitigen Gebäudewand ist neben den Fenster- und Toröffnungen auch eine Öffnung für die ehemals vorhandene Wasserradwelle zu erkennen. Im niedrigeren Obergeschoss der Erzwäsche befand sich der Erzboden, das Grubeninventar sowie im nördlichen Teil die Wohnung des Wäschsteigers. An der Muldenseite des Gebäudes ist zudem noch ein Teilstück des ursprünglich flussaufwärts von der Mulde abzweigenden Aufschlaggrabens sichtbar. Dieser führte nicht nur Aufschlagwasser für das Wasserrad der oberhalb gelegenen Mühle, sondern auch für das Wasserrad der Wäsche heran.
Mundlöcher der Aufschlagrösche: Ein weiterer, von Großvoigtsberg herangeführter Kunstgraben endete oberhalb der Alten Wäsche am Mundloch einer 1789 fertiggestellten Aufschlagrösche, die zum Einigkeiter Kunst- und Treibeschacht führte und die dortigen Kunst- und Kehrräder 46 Meter unter Tage beaufschlagte. 1847/48 wurde die Rösche neu hergerichtet und mit einem weiteren, gewölbt gemauerten Mundloch versehen. Der Schlussstein trägt die Inschrift „Alt Hoffnung Gotteser Aufschlag-Rösche 1848″. Zugleich erhielt die Rösche eine Eisenschienenbahn, die den Erztransport vom Schacht zur Alten Wäsche erleichterte. Ab 1849 konnten die Aufbereitungsanlagen zudem mit warmem Schachtwasser versorgt und derart auch im Winter ohne Beeinträchtigung betrieben werden.
Scheidebank, Trockenmauern mit Erzrolle: Die Scheidebank hat sich bis heute zumindest in ihren Grundmauern erhalten und begrenzt zusammen mit anschließenden Trockenmauern den zwischen Scheidebank, Rösche und dem neueren Mundloch der Aufschlagrösche gelegenen Ausschlageplatz. Hier wurde das über die Aufschlagrösche transportierte Erz aufgeschüttet und anschließend über die Erzrolle den Aufbereitungsanlagen zugeführt. In der Scheidebank trennte man das grob verwachsene Erz manuell vom tauben Gestein, während das feiner verwachsene Erz mit Pochwerken und Stoßherden mechanisch aufbereitet wurde.

Denkmalwert: Von den genannten Anlagen der Alten Wäsche sind heute lediglich Teile erhalten, so die inzwischen zum Teil verfallene Stoßherdwäsche mit einem Teilstück des Mühl- und Wäschgrabens, die Grundmauern der ehemaligen Scheidebank, die Trockenmauern mit Erzrolle des Ausschlageplatzes dahinter sowie die Mundlöcher der Aufschlagrösche. Auch wenn die zwei ehemals vorhandenen Pochwerke des Komplexes nicht mehr erhalten sind, bleibt der große Zeugniswert dieser Anlagen für den ehemaligen Bergbaubetrieb der Grube Alte Hoffnung Gottes bestehen. Da von der Langen Wäsche, dem zweiten Aufbereitungsstandort der Grube etwas weiter flussabwärts, nur noch Reste der einstigen Wehranlage vorhanden sind, kommt den Anlagen der Alten Wäsche als einzigen Sachzeugnissen der Erzaufbereitung dieser Grube zudem ein besonderer Dokumentwert zu. Ebenso lassen die Dimensionen der ehemaligen Stoßherdwäsche Rückschlüsse auf die geförderten und aufbereiteten Erzmengen und damit auf die Größe und Bedeutung der Grube Alte Hoffnung Gottes zu. Die funktionalen Beziehungen zwischen den einzelnen Bergbau- und Aufbereitungsanlagen können anhand der erhaltenen Sachzeugnisse nachvollzogen werden. Dabei sind die Mundlöcher der Aufschlagrösche zusammen mit dem zugehörigen Bergwerkskanal (Teilstrecken vgl. obj. 08991697, 08992220 und 08992221) nicht nur wesentlich für das Verständnis der Aufschlagwasserversorgung der Grube oder des Erztransportes von der Grube zur Hütte in Halsbrücke (vgl. ebd). Vor allem verdeutlicht die zusätzliche Nutzung der Rösche ab der Mitte des 19. Jahrhunderts für den Erztransport sowie die winterliche Rückleitung von warmem Grubenwasser hin zu den Stoßherden der Erzwäsche die Vernetzung zwischen den einzelnen, in Kleinvoigtsberg verstreut liegenden Bergbauanlagen. Vom Ausschlageplatz vor dem Mundloch über die Erzrolle zu Scheidebank und Stoßherdwäsche ist auch der weitere Weg des Erzes innerhalb des ehemaligen Aufbereitungskomplexes nachvollziehbar, so dass die erhaltenen Anlagen insgesamt einen hohen wissenschaftlich-dokumentarischen Wert besitzen. Ihr problematischer Allgemeinzustand beeinträchtigt ihre bergbaugeschichtliche Bedeutung aufgrund der weiterhin ablesbaren Zusammenhänge nur wenig. In Verbindung mit den anderen im Ort verstreut liegenden bergbaulichen Sachzeugnissen der Grube Alte Hoffnung Gottes, so z. B. dem von der Alten Wäsche aus zu sehenden Treibehaus, kommt ihnen zudem ein hoher Erlebnis- und Erinnerungswert zu, sie sind als prägend für das Ortsbild und die umgebende Landschaft von Kleinvoigtsberg anzusehen. LfD/2012
    
Caspar Treibeschacht; Grube Alte Hoffnung Gottes: Bergschmiede, Pulverhaus und Halde Steigerweg 2
?(Karte) 1773 Zeugnisse des historischen Bergbaus im nördlichen Freiberger Revier, von orts- und bergbaugeschichtlicher sowie von ortsbildprägender Bedeutung.

Nach der Aufnahme der Grube Alte Hoffnung Gottes im Jahre 1741 erweiterte sich der Grubenbetrieb stetig. Neben einem Hauptschacht, dem Einigkeiter Kunst- und Treibeschacht (vgl. obj. 08991693), wurden weitere Tagesschächte zur Erschließung der untertägigen Erzvorkommen angelegt, so auch der nach dem Obersteiger Caspar Beckert benannte Caspar Treibeschacht. 1785 kam hier der erste Pferdegöpel der Grube zum Einsatz, allerdings verlor der Treibeschacht nach der 1791 erfolgten Umrüstung des Hauptschachtes zum Wassergöpel an Bedeutung. Südlich der Halde bzw. direkt auf ihr befinden sich heute noch die ehemalige Bergschmiede sowie das Pulverhaus der Grube.

Bergschmiede: Die ehemalige Bergschmiede ist ein z. Zt. stark verändertes eingeschossiges massives Gebäude mit verschiefertem Giebel sowie einem alten Satteldach mit Schieferdeckung, zwei Giebelgauben und einer Fledermausgaube. Sie wurde 1773 als Ersatz für eine im Huthaus (vgl. obj. 08991691) vorhandene Schmiedewerkstatt errichtet. Diese war den Anforderungen des sich stetig ausweitenden Bergbaubetriebs der Grube Alte Hoffnung Gottes nicht mehr gewachsen. In der neuen, mit zwei Schmiedefeuern ausgestatteten Bergschmiede fertigten oder schärften die Schmiede die Gezähe der Bergleute, stellten aber auch größere Maschinen für den Grubenbetrieb oder die Aufbereitungsanlagen her. Im Obergeschoss befand sich bereits eine Wohnung, aber erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude zu einem reinen Wohngebäude umgestaltet.
Pulverhaus: Der achteckige Putzbau mit einem Zeltdach mit hölzerner Traufe und originaler Biberschwanzdeckung aus handgestrichenen Ziegeln diente als Lagerhaus für Sprengmittel, die für die seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts einsetzende Schießarbeit im Grubenbetrieb notwendig waren. Es wurde 1795 aus Sicherheitsgründen abseits anderer Tagesgebäude erbaut. Massive Mauern und ein leichtes Dach, aber auch der alte Blitzableiter lassen noch heute die Explosionsgefahr des Gelagerten erkennen. Im 20. Jahrhundert beherbergte das Pulverhaus eine Andachtstätte für Gefallene des 1. Weltkriegs. Ein originales Schild mit der Aufschrift „Pulver-Thurm″ weist allerdings noch auf die ursprüngliche Nutzung hin.

Denkmalwert: Zusammen mit dem vorgelagerten Huthaus (vgl. obj. 08991691) bilden Bergschmiede, Pulverhaus und Halde ein Ensemble, welches sich in den Bestand erhaltener Tagesgebäude der Grube Alte Hoffnung Gottes einreiht und von orts- und bergbaugeschichtlicher Bedeutung ist. Obwohl die Bergschmiede einem stark in das ursprüngliche Erscheinungsbild eingreifenden Umbau unterzogen wurde, bleibt dennoch die für diesen Funktionsbau typische Grundform mit niedrigem Erdgeschoss und steilem Satteldach ablesbar, auch eine von zwei Essen der zentral angelegten Schmiedefeuer hat sich noch erhalten. Zudem ist die Bergschmiede ein Zeugnis für die rasche Erweiterung der Grube, die nach bereits 32 Betriebsjahren eine leistungsfähigere Einrichtung für die Versorgung der größer werdenden, noch 1890 über 300 Mann starken Belegschaft benötigte. Das Pulverhaus ist aufgrund seiner achteckigen Form – üblich waren runde, teils auch quadratische Grundrisse – singulär und hat zudem als ältestes erhaltenes derartiges Tagesgebäude des Freiberger Reviers einen besonderen Dokumentwert. Seine Lage abseits anderer Gebäude sowie die gedrungene, solide Formgebung veranschaulicht das Gefährdungspotential der gelagerten Sprengmittel und trägt zum Erlebniswert des Sachzeugnisses bei. Zusammen mit dem recht flachen, aber durch Bewuchs deutlich abgegrenzten Haldenkörper prägen beide Gebäude als Teil der verstreuten Tagesgebäude der Grube Alte Hoffnung Gottes das Ortsbild und sind von hohem Erlebnis- und Erinnerungswert. LfD/2012
08991692

Huthaus; Grube Alte Hoffnung Gottes (Huthaus und Scheune) Steigerweg 3
?(Karte) 1769 Dendro von ortsgeschichtlicher und bergbaugeschichtlicher sowie von ortsbildprägender Bedeutung.

Das 1769 errichtete Huthaus war das zentrale Verwaltungsgebäude der 1741 aufgenommenen Grube Alte Hoffnung Gottes. Neben der Meldestube des Obersteigers, einer Gezähekammer und eines Materiallagers beherbergte es im Erdgeschoss eine Schmiedewerkstatt, bis diese 1773 in einen benachbarten Neubau (vgl. obj. 08991692) verlegt wurde. Stattdessen wurde hier nun eine Betstube mit Orgel eingerichtet. Im Obergeschoss befand sich die Wohnung des Hutmannes, des Grubenaufsehers, sowie eine Gaststube und ein Ausschank. Heute wird das Huthaus als Wohngebäude genutzt. Das zweigeschossige Gebäude besteht aus zwei Gebäudeteilen, der rechte ist gänzlich massiv ausgeführt, während der linke im Erdgeschoss verputztes Bruchsteinmauerwerk und im Obergeschoss Fachwerk aufweist. Die Giebelseite, noch um 1920 verbrettert (vgl. Bleyl 1917), ist heute verschiefert. Die mehrsprossigen und zum Teil erneuerten Holzfenster können im Erdgeschoss durch Brettfensterläden verschlossen werden. Das steile, schiefergedeckte Satteldach weist ein nicht ganz mittig aufgesetztes Glockentürmchen mit Helmdach und Wetterfahne auf. Sie trägt den Schriftzug „AHG 1834″. Die Bergglocke von 1818 kündigte ursprünglich den Bergleuten im Dorf den Schichtbeginn an und ist noch funktionstüchtig.
Scheune: Die zugleich mit dem Huthaus errichtete nebenstehende Scheune aus Bruchsteinmauerwerk weist derzeit ein Satteldach mit Wellplatten-Deckung – ursprünglich Biberschwanzdeckung – auf. Als Besonderheiten sind das hölzerne Türgewände sowie das Tonnengewölbe im Keller zu nennen.

Denkmalwert: Das Huthaus bildet mit der Scheune sowie der nördlich anschließenden ehemaligen Bergschmiede und dem Pulverhaus (vgl. obj. 08991692) ein Ensemble, welches sich in den Bestand der erhaltenen Tagesgebäude der Grube Alte Hoffnung Gottes einreiht und zusammen von orts- und bergbaugeschichtlicher Bedeutung ist. Nur wenigen baulichen Veränderungen unterworfen zeigt sich das zentrale Verwaltungsgebäude der Grube in seiner für diese Region und die Errichtungszeit typischen Form mit steilem Dach und Dachreiter mit Glocke und Wetterfahne. Dass die Bergglocke auch heute noch läutet, gibt der authentischen Anmutung des Gebäudes zudem einen hohen Erlebniswert bei. Neben den weiteren, im Ort verstreut liegenden Tagesgebäuden der Grube Alte Hoffnung Gottes prägt daher vor allem das zentral gelegene Huthaus das Ortsbild von Kleinvoigtsberg. Ihm kommt auch ein hoher Erinnerungswert für die vom Bergbau geformte Region zu. LfD/2012
08991691

Wohnhaus (ehem. Steigerhaus) und Scheune Steigerweg 4
?(Karte) 1754 (Inschrift) mit Fachwerk im Obergeschoss, heimatgeschichtliche und bergbaugeschichtliche Bedeutung.

Wohnhaus: Hakengrundriss, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss zweiriegeliges Fachwerk mit Diagonalstreben, Fenster mit Sprossung, eine Giebelseite massiv, eine Giebelseite verbrettert, Satteldach
Scheune: teils massiv, teils Fachwerk-Konstruktion, Giebel verbrettert, Satteldach, Schieferdeckung

08991818

Wohnhaus (ehem. Steigerhaus) und Seitengebäude Steigerweg 5
?(Karte) um 1890 zeittypischer Putzbau, bergbaugeschichtliche Bedeutung.

Wohnhaus: eingeschossig mit hohem Sockelgeschoss, Sandsteingewände mit Verdachung erneuert, Eckquaderung, Satteldach mit Überstand, Schieferdeckung, zentraler Dacherker, innen noch originale Türen
Seitengebäude: eingeschossig mit Drempel, Sandsteingewände, schmales Gurtgesims, Satteldach

08991817

Meridianstein der Grube Alte Hoffnung Gottes Steigerweg 5 (bei) 2. Hälfte 19. Jh. vermessungstechnisches Zeugnis des Bergbaus mit Seltenheitswert.

Unmittelbar am Zaun des Grundstücks des ehemaligen Steigerhauses der Grube Alte Hoffnung Gottes befindet sich ein in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgestellter Meridianstein, ein etwa 80 cm aus dem Erdreich herausragender Sandsteinquader mit Messpunkt auf der Abschlussfläche und einer eisernen und zum Teil korrodierten Abdeckung als Witterungsschutz. Der Meridianstein kennzeichnete die astronomische Nordrichtung und diente als geodätischer Fixpunkt des lokalen Koordinatensystems der 1741 verliehenen Grube Alte Hoffnung Gottes. So ermöglichte der Meridianstein bei Kompassmessungen die Bestimmung der sich aufgrund der Magnetpolwanderung stetig verändernden Nadelabweichung und damit die rechnerische Bereinigung der Messergebnisse. Auch für die lokale Höhenmessung war er Bezugspunkt. Ausgehend von diesem Koordinatennullpunkt konnten daher die zur Grube gehörigen Berggebäude trigonometrisch vermessen, berechnet und nachfolgend in Form von Grubenrissen aufgezeichnet werden.

Der Meridianstein ist Zeugnis der fortschrittlichen bergmännischen Vermessungstechnik – der Markscheidekunde – des 19. Jahrhunderts, die von Julius Ludwig Weisbach, Professor an der Bergakademie Freiberg, begründet wurde. Er hat damit nicht nur eine technik- und bergbaugeschichtliche Bedeutung als lokaler Bezugspunkt für die Vermessung und weitere Erschließung der Grube Alte Hoffnung Gottes, sondern besitzt auch für die Wissenschaftsgeschichte des Markscheidewesens einen hohen Dokumentwert. Es haben sich nur wenige weitere Meridiansteine des sächsischen Bergbaus erhalten, so z. B. im Altenberger (vgl. obj. 09277682 und 09277802) sowie im Schneeberger Revier (vgl. obj. 08958038), so dass auch von einem hohen Seltenheitswert des vorliegenden Sachzeugnisses ausgegangen werden kann. LfD/2012. ca. 80 cm hoher Quader mit Messpunkten auf der Abschlussfläche sowie eine Abdeckung

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 2. Neue Länder. Berlin, Stuttgart 1998
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