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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Elektro-Thermit GmbH
Adresse:
Colditzstraße 33
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
12.10.2008
 
© 2008 Norbert Gilson
-:
    
erbaut: 1927-28 / 1939-40 (Erweiterung)
Architekten: Otto Bartning / Ernst Neufert (Erweiterung)
    
Im Jahre 1919 gründeten die Th. Goldschmidt AG und die Accumulatoren-Fabrik AG (AFA) gemeinsam die Elektro-Thermit GmbH in Tempelhof. Das neue Unternehmen verfolgte das Ziel, die bisher vorwiegend für die Schweißung von eingepflasterten Straßenbahn-Schienen angewandte Thermit-Schweißung auch für freiliegende Eisenbahngleise weiter zu entwickeln. Das für das Unternehmen patentierte und seitdem stetig verbesserte und perfektionierte Schweißverfahren sorgt heute dafür, dass Hochgeschwindigkeitszüge, Güterzüge, Straßenbahnen und Metros weltweit ruhig, verschleißarm und damit umweltfreundlich auf lückenlos verbundenen Gleisen fahren können. Schon damals war die Firma mit diesem Verfahren außerordentlich erfolgreich und führend auf dem Weltmarkt. Das neben einer Straßenbahn-Schiene ins Pflaster eingelassene Firmenschild konnte 2007 am Straßenbahndepot in der Muggenhofer Straße in Nürnberg (siehe bei -> »weiter«) fotografiert werden (Foto 4).
    
    Unter Thermitschweißung versteht man eine Reaktion, die von Hans Goldschmidt in den 1890er Jahren entdeckt und für ihn 1895 patentiert wurde, bei der ein Gemisch aus Aluminiumgrieß und Eisenoxidpulver unter straker Wärmeentwicklung in die Bestandteile Aluminiumoxid und elementares Eisen verwandelt wird. Dabei dient Aluminium als Reduktionsmittel, um Eisen(III)-------oxid zu Eisen zu reduzieren. Auf diese Weise ließ sich hochwertiger flüssiger Stahl in kleinen Mengen erzeugen, der zum Beispiel für die exakte Verschweißung zweier Metallenden, wie bei Schienen, verwendet werden konnte.
    
    In den Jahren 1927/28 entstand das von Otto Bartning im Stil der Neuen Sachlichkeit entworfene dreigeschossige Verwaltungsgebäude in der Tempelhofer Colditzstraße. Ausgeführt wurde der Bau in einer Stahlskelettkonstruktion mit Betondecken und Verkleidung mit roten Klinkern. Die übereinanderliegenden Klinker-, Fenster- und Sichtbetonbänder und das langgestreckte Pförtnerhaus mit markant abgerundeter Ecke verleihen dem Gebäude das Erscheinungsbild einer stark horizontalen Gliederung, von der sich der Eckturm mit Treppenhaus durch die Betonung der Vertikalen abhebt.
   
    Auf dem rückwärtigen Werksgelände befindet sich ein (auf den Fotos nicht sichtbarer) weiterer bedeutender Industriebau. Es handelt sich dabei um ein von Ernst Neufert 1939/40 als zwei- bis dreigeschossiger Klinkerbau errichtetes Werkstattgebäude, das die Bezeichnung »Kanalhalle« trägt. Die Halle beherbergte Teile der Rüstungsproduktion der in Kiel ansässigen Hanseatischen Apparatebau-Gesellschaft Neufeldt & Kuhnke GmbH (Hagenuk), die die Th. Goldschmidt AG während der Inflationszeit zu Beginn der 1920er Jahre als Geldanlage erworben hatte.

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 2. Neue Länder - Berlin, Stuttgart 1998
• John Zukowsky (Hg.), Architektur in Deutschland 1919 - 1939. Die Vielfalt der Moderne, München / New York 1994
• Matthias Donath / Gabriele Schulz / Michael Hofmann, Denkmale in Berlin. Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Ortsteile Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade, Petersberg 2007
• Thorsten Dame, Elektropolis Berlin. Architektur- und Denkmalführer, Berlin 2014
Informationsstand:
 
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zur Geschichte des Unternehmens
 
 
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