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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Siemens & Halske AG (Wernerwerk XV)
Adresse:
Siemensdamm 62
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
29.10.2010 / 30.03.2014
 
© 2010/14 Norbert Gilson
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erbaut: 1924-25, 1929-30, 1936-37, 1940-41
Architekt: Hans Hertlein
    
Für eine Erweiterung des so genannten »Blockwerks I« (heute nur noch in Resten stark verändert erhalten), das seinen Namen von der Fabrikation von Blockeinrichtungen für die Eisenbahnsicherungs- und -signaltechnik hat, wurden Anfang der 1920er Jahre die Planungen aufgenommen. Als 1924 eine Erweiterung der Betriebsflächen unumgänglich wurde, fiel die Entscheidung für einen Neubau unmittelbar östlich neben dem Blockwerk I. 1925 war der erste Bauabschnitt des als »Blockwerk II« bezeichneten Gebäudes vollendet, das in seinem Endausbau als neunhöfiger Komplex geplant war.
    Kurze Zeit, nachdem die für die Fertigung von Zugbeeinflussungsanlagen arbeitenden feinmechanischen Werkstätten in das Gebäude eingezogen waren, zeichneten sich umfangreiche organisatorische Änderungen auf diesem Gebiet ab. 1928 wurden die eisenbahnsignaltechnischen Fertigungen der Siemens & Halske AG, der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) und der Eisenbahnsignal-Bauanstalten Max Jüdel, Stahmer, Bruchsal AG zu der neuen Gesellschaft Vereinigte Eisenbahn-Signalwerke GmbH zusammengeschlossen. Die neue Firma erhielt ihren Sitz im Blockwerk I, so dass die Werkstätten ihren Platz im Blockwerk II wieder räumen mussten.
    
    In die leeren Räume von Blockwerk II zog nun die 1922 gegründete »Abteilung für Verstärker« ein, die auch für die damals gerade aufgenommene Fertigung von Rundfunkgeräten verantwortlich war. Das Gebäude wurde zum Stammsitz der Verstärkerabteilung, die auch auf den Gebieten der Verstärkertechnik, der Wechselstrom-Telegrafie, der Bauelemente- und der Röhrenfabrikation tätig war. Seitdem führte das Gebäude die Bezeichnung »Radiowerk«.
    
    In den Jahren 1929/30 wurde das Gebäude umfangreich erweitert, indem der bestehende Bau in Richtung Osten auf die doppelte Länge ausgebaut und um einen rechtwinklig nach Norden abknickenden Bautrakt ergänzt wurde. Nach der Fertigstellung fand in dem Gebäude auch ein Teil der Funkanlagenfertigung der Firma Telefunken Unterkunft, später zogen auch die Lehrlingsausbildung der Siemens & Halske AG (S & H) und die gemeinsame Werksberufsschule von S & H und der Siemens-Schuckertwerke AG ein.
    
    Die mit der Wiederaufrüstung einsetzende starke Produktionsausweitung führte zu zwei weiteren Ausbaumaßnahmen in den Jahren 1936/37 und 1940/41. Zunächst wurde der siebengeschossige Nordflügel nach Norden hin erweitert. 1940/41 wurde an diesen Flügel schließlich ein nach Osten abknickender zehngeschossiger Trakt angefügt und an diesen ein, wiederum nach Norden gerichteter fünfgeschossiger Flügel angebaut. Der gesamte Bau erhielt somit eine Grundrissform von zwei aneinandergesetzten »L«. Während die ersten beiden Bauabschnitte der 1920er Jahre als Stahlskelettbauten ausgeführt worden waren, entstanden die Erweiterungen der 1930er und frühen 1940er Jahren als Stahlbetonskelettbauten. Dies hatte jedoch keine konstruktiven Gründe, sondern war eine Folge der Stahlkontingentierung.
    Die durchgängig rote Backsteinverkleidung prägt das Erscheinungsbild des gesamten, dreifach gewinkelten Baus. Charakteristisch sind auch die teils der Fassade vorgesetzten, teils in sie integrierten Treppentürme. Die Trakte der ersten beiden Bauphasen (Fotos 1 bis 5) lassen sich anhand der engen Pfeilergliederung der Fassaden und den beiden rückspringenden Dachgeschossen von den Gebäudeflügeln der letzten Bauabschnitte (Fotos 6 bis 10) unterscheiden. Diese gestaltete Hertlein, ähnlich wie beim Wernerwerk-Hochbau (siehe bei -> »weiter«), als kubische Baukörper mit glatter Fassade und großflächig gerasterten Fenstern.
    
    In dem Gebäude, das inzwischen den Namen »Wernerwerk XV« führte, expandierte der Verstärkerbau für den gesamten Fernsprechbereich. Die Funkanlagenfertigung wurde ausgelagert, ebenso die Rundfunkfertigung, die in das ehemalige Zwietusch-Gebäude (siehe bei -> »weiter«) in Charlottenburg umzog. Neben den einzelnen Verstärkertypen wurden auch Anlagenteile für die Tonfrequenztelegrafie, Messgeräte und Messschränke für Fern- und Verstärkerämter sowie komplette Verstärkerämter produziert. 1937 erhielt die Abteilung die Bezeichnung »Abteilung für Verstärkergerät« und 1941 erfolgte ihre Umwandlung in das selbständige »Wernerwerk für Verstärkergerät«. Zu dieser Zeit waren rund 5.700 Mitarbeiter beschäftigt.
    
    Die im Krieg - wie bei allen Siemens-Bauten - entstandenen starken Schäden am Wernerwerk XV wurden in einer ersten Phase bis 1952 beseitigt, als alle baulich noch intakten Flügel wieder hergerichtet waren. Der gesamte Wiederaufbau war 1957 abgeschlossen. Das Werk wurde nun unter dem Namen »Wernerwerk für Weitverkehrs- und Kabeltechnik« geführt. Trotz der in den folgenden Jahrzehnten häufig wechselnden Zuordnungen des Werks blieb sein Fertigungsgebiet im Wesentlichen gleich: es erstreckte weiterhin sich auf Anlagen, Geräte und Bautiele für die Nachrichtenübertragung. Auch nach Einzug der Elektronik und Digitaltechnik in diesen Arbeitszweig blieb das frühere »Wernerwerk XV« das Zentrum für diese Fertigung.

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Quelle(n)/Text:
• Wolfgang Schäche / Wolfgang Ribbe, Die Siemensstadt. Geschichte und Architektur eines Industriestandortes, Berlin 1985
• Wolfgang Schäche (Hrsg.) / Manfred Strielinsky / Dietrich Worbs (Redaktion), Denkmalschutzkonzeption. Siemensbauten in Siemensstadt. Teil 1: Industriegebäude, Berlin 1994
• Landesdenkmalamt Berlin, Denkmalliste Berlin (Stand: 16.04.2013), Nr. 09085805
    
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