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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Siemens-Schuckertwerke GmbH (Dynamowerk)
Adresse:
Nonnendammallee 72
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
28.08.2009 / 29.10.2010
 
© 2009/10 Norbert Gilson
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erbaut: 1906, 1909-10, 1910-11 / 1922, 1940-42 (Erweiterungen)
Architekten: Karl Janisch, Carl Dihlmann / Hans Hertlein
    
Nachdem in der ersten Bauphase auf dem Erweiterungsgelände im Bereich der »Nonnenwiesen« (-> siehe bei »mehr«) zwischen 1898 und 1906 das Kabelwerk, die Gelbgießerei, das Kraftwerk, das Wernerwerk I sowie das Kleinbauwerk und das Blockwerk - alle diese Bauten sind nicht erhalten geblieben - entstanden waren, begann 1906 auf einem neu erworbenen Nachbargrundstück der Aufbau der Großmaschinen-Produktionseinrichtungen. Als erster Komplex wurde 1906 der südliche Teil des Dynamowerks errichtet.
    
    Beim Dynamowerk handelt es sich um die älteste erhaltene Siemens-Werksanlage in der Siemensstadt. Zwischen 1909 und 1911 wurde der 1906 begonnene Bau nach Norden hin bis zur Nonnendammallee erweitert, ebenfalls nach Plänen von Karl Janisch und Carl Dihlmann. 1911 erfolgte am Ostrand der Großmontagehalle der Anbau der Lokomotivmontagehalle. Die späteren Erweiterungen der Lokomotivhalle von 1922 und von Anfang der 1940er Jahre stammen von Hans Hertlein. Der riesige, als Stahlskelettkonstruktion ausgeführte Hallenkomplex mit einer Grundfläche von 185 x 215 m besteht aus vier bis zu 20 m hohen Großmontagehallen sowie den westlich daran anschließenden Flachbauhallen in Shedbauweise. Im Norden und Süden sind diese Hallen durch jeweils viergeschossige, in Massivbauweise errichtete Bürotrakte eingefasst.
    Nach Norden, zur Nonnendammallee hin, werden die Großmontagehallen durch markante, antikisierende Kopfbauten abgeschlossen (Fotos 1 bis 4). Das Erscheinungsbild prägen die beiden mächtigen Giebelfronten der Eckrisalite mit den Triumphbogen-Fenstern, die von Doppelpilastern eingefasst sind. Der Eingang ist jeweils von dorischen Säulen mit Gebälk gerahmt, auf dem sich das große Rundbogenfenster abstützt. Die Front der zwischen den beiden großen Hallen liegenden kleineren Halle (Foto 5) zeichnet sich durch drei Arkadenfenster mit eingestellten dorischen Säulen und einem darüber liegenden durchfensterten Galeriegeschoss aus. Die Fassaden sind im Wesentlichen in Backsteinmauerwerk, zu Teilen in Sandstein ausgeführt. An die Fassade der westlichen Halle schließt sich die Nordfassade des Bürotraktes an. Der auffallende Mittelrisalt (Fotos 6 und 7) mit Rundbogenfenster, das von schlanken jonischen Kollossalpilastern gerahmt ist, zeigt ebenfalls das Triumphbogenmotiv. Die Fassadengestaltung der 1906 an der Motardstraße entstandenen Hallen der ersten Ausbaustufe (Fotos 8 bis 10) war im Gegensatz zum Erscheinungsbild an der Nonnendammallee betont einfach gehalten.
    
    Mit der Fertigstellung der ersten Erweiterung 1910 konnte der gesamte Großmaschinenbau im neuen Werk konzentriert werden. Der Fertigungsfluss verlief von Süden nach Norden, von der Motardstraße in Richtung Nonnendammallee. Dementsprechend befanden sich im Süden die Werkstätten zur Bearbeitung der über die Schmal- oder Normalspur-Gleisanschlüsse angelieferten Rohmaterialien: Hobelei, Bohrerei, Fräserei, Stanzerei sowie Klein- und Großdreherei. Die Großdreherei verfügte unter anderem über eine Karusselldrehbank für Drehdruchmesser bis zu 11,50 m. An die Werkstätten schloss sich der Bereich der Vormontage an mit Spulenwickelei, Kollektorbau, Anker- und Statorpackerei sowie Rotorenbau. Anschließend folgte die Fertigmontage mit den Abteilungen Bahnmotorenmontage sowie Turbo- und Großmaschinenmontage. Den Abschluss bildeten die zur Nonnendammallee hin gelegenen Prüffelder.
    Das Fertigungsprogramm umfasste zum einen den Bau von Wasserkraftgeneratoren sowie Turbogeneratoren für Gleich- und Drehstrom. Zum einen wurden Großmotoren aller Stromarten (Gleichstrom, Einphasenwechselstrom und Drehstrom) für die unterschiedlichsten Spezialzwecke gebaut. Motoren für Umkehrwalzenstraßen und Bergwerksförderanlagen waren ebenso im Produktionsprogramm vertreten wie Gleich- und Wechselstrom-Bahnmotoren, Aufzugsmotoren, Motoren für Spinnereiantriebe, Motoren für Schiffshilfsbetriebe oder U-Bootmotoren. Auch Einanker- und Kaskadenumformer wurden geliefert.
    
    Das Dynamowerk hatte 1911 bereits mehr als 2.800 Mitarbeiter. Es wurde zum Hauptentwicklungswerk für alle, auch die ausländischen Zweigbetriebe, unter anderem in St. Petersburg, London, Wien oder Barcelona. Ebenfalls wurden die rechnerischen und konstruktiven Unterlagen für die Normalmotorenfertigung, die nach der 1902 vollzogenen Fusion der Starkstromabteilungen der Siemens & Halske AG und der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. zur Siemens-Schuckertwerke GmbH nach Nürnberg verlagert worden war, im Berliner Werk gefertigt.
    Seit dem Geschäftsjahr 1910/11 firmierte das nunmehr selbständige Werk unter dem Namen Dynamowerk der Siemens-Schuckertwerke GmbH. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Produktionsanlagen mit der Herstellung kriegswichtiger Güter, vor allem von Granaten, ausgelastet. Daneben lief die Produktion von Marineausrüstungen, insbesondere für U-Boote, und von Torpedomotoren auf Hochtouren. Nach Anlauf des Hindenburg-Programms im Sommer 1916 kam auch der Bau von Flugzeugen hinzu.
    Die 1920er Jahre brachten, sogar während der Inflationszeit, eine Expansion des Großmaschinenbaus mit sicht, in deren Folge zahlreiche Abteilungen neu organisiert und in Erweiterungsbauten untergebracht wurden. Der Beginn der Weltwirtschaftskrise beendete diese Aufwärtsentwicklung und bis Anfang 1933 ging die Belegschaftsstärke, die 1923 rund 5.000 betragen hatte, auf nur noch knapp 2.000 zurück. Nicht nur die Umsetzung des Vierjahresplans ab 1936, auch größere Bestellungen von Wasserkraftgeneratoren aus dem Ausland verbesserten die Beschäftigungslage seit Mitt der 1930er Jahre wieder.
    Bis zum Winter 1943/44 blieb Siemensstadt vor schweren Luftangriffen verschont. Ein Nachtangriff im Februar 1944 führte dann zu erheblichen Zerstörungen. Die großen Montagehallen wurden jedoch sofort notdürftig wieder instandgesetzt, so dass die Produktion bis gegen Kriegsende weiter lief. Unmittelbar danach wurden die noch intakten Anlagenteile demontiert. Nach Beseitigung der gravierendsten Kriegsschäden erfolgte der Wiederaufbau der Hallen in der ursprünglichen, von Janisch und Dihlmann entwickelten Konzeption. 1956 war diese Maßnahme vollständig abgeschlossen. Eine Erweiterung des Dynamowerk-Komplexes erfolgte 1962 an der Nordostecke, als bisher verstreut liegende Funktionen von Tischlerei, Packerei und Versand in einer neuen zentralen »Versand-Halle« an der Nonnendammallee zusamengefasst wurden. Zudem wurde 1975 der nördliche Büro-Kopfbau, dessen im Krieg zerstörtes Walmdach nicht erneuert worden war, um ein als Stahlkonstruktion ausgeführtes Geschoss in »Penthouse-Bauweise« aufgestockt.

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Quelle(n)/Text:
• Wolfgang Schäche (Hrsg.) / Manfred Strielinsky / Dietrich Worbs (Redaktion), Denkmalschutzkonzeption. Siemensbauten in Siemensstadt. Teil 1: Industriegebäude, Berlin 1994
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 2. Neue Länder - Berlin, Stuttgart 1998
• Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Denkmaldatenbank, Eintrag 09085696
    
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