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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Sigmund Bergmann & Co.
Adresse:
Oudenarder Straße 14 - 16
 
Liebenwalder Straße 21, 29 - 31
 
Groninger Straße 25 - 27
 
Seestraße 64 - 65
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
04.06.2008
 
© 2008 Norbert Gilson
-:
    
erbaut: 1887-89 / 1896, 1903, 1904-06, 1905-10 / 1910, 1912-14
Architekten: C. und B. Borchardt / Hermann Enders / Richard Schirop
    
Der Gründer des Unternehmens, der aus Thüringen stammende Sigmund Bergmann (1851-1927), wanderte bereits mit 18 Jahren nach Amerika aus und fand kurz nach seiner Ankunft eine Anstellung bei Edison. Für Edisons Glühlampen-System entwickelte er eine Vielzahl von Installationsteilen wie Schalter, Sockel, Schraubfassungen und dergleichen. Berühmt wurde das »Bergmannrohr«, ein dünnes, biegsames Messingrohr, in das der Kupferdraht in Papierisolation für die Verlegung unter oder über Putz eingebettet werden konnte. Eine eigene Firma, an der sich Edison beteiligte, ging 1989/90 in der General Electric Company (GE) auf. Bergmann kehrte 1891 nach Deutschland zurück und gründete in Berlin ein neues Unternehmen als Offene Handelsgesellschaft (oHG) unter dem Namen Sigmund Bergmann & Co.
    
    Zur Errichtung einer Fabrik erwarb Sigmund Bergmann ein Baugelände zwischen Oudenarder Straße, Liebenwalder Straße und Groninger Straße im Berliner Wedding, das bereits mit einem einfachen, nach Plänen von C. und B. Borchardt errichteten Backsteingebäude (Liebenwalder Straße 31) bebaut war (Foto 1). Zunächst wurden hier Installationsmaterial und elektrische Anlagenteile hergestellt. Nachdem Mitte der 1890er Jahre einige Patente, die Sigmund Bergmann hielt, erloschen waren, musste die Produktionspalette erweitert werden. Hinzu kamen Dynamos, Elektromotoren und elektrische Steuereinrichtungen, die von dem 1897 neu gegründeten Zweigunternehmen, der Bergmann-Elektromotoren und Dynamowerke AG, produziert wurden. 1904 wurde schließlich die Produktion von Glühlampen und zwei Jahre später die von Zählern aufgenommen.
    
    Das erste größere Fabrikgebäude, ein Geschossbau, entstand in den Jahren 1904 bis 1906 nach Entwürfen von Hermann Enders an der Ecke Groninger Straße / Liebenwalder Straße (Fotos 2 bis 4). Der Bauschmuck beschränkte sich auf wenige Einfassungen und Ornamente aus roten Klinkern. Parallel dazu entstand, ebenfalls nach Planung durch Hermann Enders, in den Jahren zwischen 1905 und 1910 in drei Abschnitten eine neue ausgedehnte, mehrgeschossige Geschossfabrik an der Oudernarder Straße / Ecke Seestraße. Die Fassaden des zur verkehrsreichen Seestraße hin ausgerichteten Baukörpers wurden repräsentativ gestaltet (Fotos 5 bis 7).
    
     Bereits um 1905 zeichnete sich ab, dass das Fabrikgelände zwischen Oudenarder und Liebenwalder Straße zu klein war. Im damals noch außerhalb Berlins gelegenen Wilhelmsruh wurde ein ausgedehntes Gelände erworben und dort ab 1907 mit der baulichen Erschließung begonnen (-> siehe bei »weiter«). Während in Wilhelmsruh nun Automobile, Dampf- und Schiffsturbinen und Transformatoren produziert wurden, bildete sich im Werksgelände an der Oudenarder Straße dagegen die Herstellung von Glühlampen und von Ausrüstungen für elektrische Zentralen zum Produktionsschwerpunkt heraus. 1910 verließen täglich rund 16.000 Metallfaden-Glühlampen das Werk.
   
   Inzwischen waren die beiden Bergmann'schen Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden, die nun als Bergmann Electricitäts-Werke Aktien-Gesellschaft firmierte. Auch die Anlagen im Wedding konnten nochmals vergrößert werden, nachdem das Grundstück zwischen Oudenarder und Seestraße erworben worden war. Zur Erweiterung der Glühlampenproduktion entstand hier 1910 nach einem Entwurf von Richard Schirop ein weiteres, viergeschossiges Fabrikgebäude (Fotos 8 bis 10). Mit der gelben Klinkerfassade, den in roten Klinkern gehaltenen, sparsamen Ornamenten und den Rechteckfenstern ähnelt dieser Bau dem gegenüberliegenden älteren Bau von Enders.
    In den Jahren von 1912 bis 1914 wurde das langgestreckte Gebäude zur Seestraße hin um ein Verwaltungs- und Laborgebäude erweitert (Fotos 11 und 12). Im Unterschied zur der bei den bisherigen Bauten einheitlichen Gestaltung mit gelben Backsteinen entschied sich Schirop für den Verwaltungsbau für eine neoklassizistische Putzfassade, die durch Sockel, Streifenquaderung, Wandpfeiler und Lisenen gegliedert ist.
    
    Die Fabrikanlagen entstanden inmitten eines dicht bebauten Wohnviertels und bilden heute noch entlang der Oudenarder, Groninger und Liebenwalder Straße einen geschlossenen Blockrand. Die in den ersten beiden Abschnitten errichteten Produktionsgebäude wurden noch in klassischer Mauerwerks-Bauweise mit von Eisenstützen getragenen Massivdecken errichtet, während für die Gebäude der Jahre 1910/12 bereits die Skelettbauweise mit Fassadenverblendung maßgebend war.
    
    Im Zuge der krisenhaften Entwicklung der Bergmann Elektricitäts-Werke AG als Spätfolge der Weltwirtschaftskrise wurde der größte Teil des Aktienkapitals 1935 von Siemens und der AEG übernommen. Die Produktion von Bergmann wurde nun auf den Standort Wilhelmsruh konzentriert, während das gesamte Produktionsgelände rund um die Oudenarder Straße von der Osram GmbH KG (siehe bei -> »weiter«) übernommen wurde.

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Quelle(n)/Text:
• Matthias Donath / Gabriele Schulz, Denkmale in Berlin. Bezirk Mitte. Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen, Petersberg 2004
• Jörg Raach, Industriekultur in Berlin. Die 115 wichtigsten Bauten des Industriezeitalters, Berlin 2008
• Landesdenkmalamt Berlin, Denkmalliste Berlin (Stand: 16.04.2013), Nr. 09030311,T
• Sigmund Bergmann +; in: Elektrotechnische Zeitschrift 48(1927), Heft 28, S. 1021
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