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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Schleswig-Holsteinische Stromversorgungs-Aktiengesellschaft (Hauptverwaltung)
Adresse:
Kieler Straße / Am Eiland
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
29.08.2016
 
© 2016 Norbert Gilson
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erbaut: 1967-69 (neue Verwaltung)
Architekten: Meyer, Schneider (Rendsburg)
    
Als im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Elektrizitätsversorgung der ländlichen Regionen des Deutschen Reichs durch die vielfach gegründeten Überlandversorgungsunternehmen begann, erwies sich eine flächendeckende Stromversorgung in der damaligen preußischen Provinz Schleswig-Holstein infolge seiner geringen Bevölkerungsdichte und der im Wesentlichen stark aufgelockerten Bauweise der ländlichen Anwesen als große Herausforderung. Die große Ausdehnung eines zu errichtenden Überlandnetzes erforderte ein umfangreiches Anlagekapital und der zu erwartende geringe und zudem unregelmäßige Strombedarf ließ keine günstige Benutzungsdauer der Anlagen erwarten. Dennoch begannen verschiedene schleswig-holsteinische Kreise seit 1910 mit dem Ausbau kreiseigener Überlandnetze. 1912 schlossen sich mehrere Kreise im Norden Schleswig-Holsteins zum Schleswig-Holsteinischen Elektrizitäts-Verband zusammen. Sitz des Verbandes wurde die zentral gelegene Stadt Rendsburg, in der das 1920 nach einem Entwurf von Fritz Höger errichtete Verwaltungsgebäude (heute: Elektromuseum Rendsburg, siehe bei -> »heute«) bezogen wurde. Vermutlich entstanden damals auch die übrigen Gebäude des späteren Verwaltungszentrums, des heute zu den Stadtwerken Rendsburg gehörenden Betriebshofs sowie mehrere Wohnhäuser für Betriebsangehörige (Fotos 3 bis 5). Der Strom wurde zunächst von den städtischen Kraftwerken in Kiel, Flensburg und Neumünster bezogen.
    
1922 beteiligte sich der Schleswig-Holsteinische Elektrizitäts-Verband an der Berliner Aktiengesellschaft für Energiewirtschaft (AfE) und gründete Anfang 1924 zusammen mit dieser die Schleswig-Holsteinische Elektrizitäts-Versorgung GmbH. Anfang 1925 umfasste das Versorgungsgebiet der neuen Gesellschaft 11 Landkreise mit 21 Städten, 780 Landgemeinden und 144 Gutsbezirken. Nachdem die Preußische Elektrizitäts-AG (Preußenelektra) die 30%-ige Beteiligung der AfE an der Schleswig-Holsteinischen Elektrizitäts-Versorgung GmbH erworben hatte, gründeten die beiden Unternehmen im Dezember 1929 eine neue Aktiengesellschaft mit dem Namen Schleswig-Holsteinische Elektrizitätsversorgungs-AG (Schleswag), an der die Preußenelektra mit 72,5% beteiligt war. Das von der Reichsregierung Anfang 1937 erlassene „Groß-Hamburg-Gesetz″ brachte auch eine Abtretung von Gebieten der an Hamburg grenzenden schleswig-holsteinischen Landkreise mit sich, so dass eine Abgrenzungsregelung über die Versorgungsgebiete mit der Hamburgischen Electricitäts-Werke AG und der Elektrizitätswerk Unterelbe AG getroffen werden musste. Außerdem konnte durch weitere Verhandlungen in den Jahren 1937 und 1938 erreicht werden, dass sich auch die südlichen und östlichen Landkreise Eutin, Herzogtum Lauenburg, Pinneberg, Segeberg und Stormarn sowie die Kraftwerk Flensburg GmbH an der Schleswag beteiligten.
    
Die Übertragungskapazitäten der ursprünglich für eine Spannung von 15 kV errichteten Überlandleitungen im Norden Schleswig-Holsteins reichten bereits in den 1920er Jahren nicht mehr aus, so dass der Bau eines überlagerten 60-kV-Netzes in Angriff genommen wurde. Die erste 60-kV-Leitung war 1919 zum Strombezug zwischen Kiel und Rendsburg gebaut worden. Allerdings blieben die Verhältnisse infolge der bis 1938 eigenständigen Entwicklung in den südlichen Landkreisen, wo Verteilungsleitungen für den Betrieb mit 10 kV, 11 kV, 15 kV, 25 kV oder 30 kV Spannung errichtet worden waren, noch bis in die 1950er Jahre kompliziert.
    
1966 umfasste das Versorgungsgebiet der Schleswag 14.851 qkm. In 1.333 Städten und Gemeinden von Schleswig-Holstein wurden insgesamt rund 1,76 Millionen Einwohner mit elektrischer Energie versorgt. Die Stromabgabe belief sich auf 2,2 Mrd. kWh, das war mehr als das 15-fache des Wertes von 1938. Eine besondere Herausforderung für das Unternehmen war die Stromversorgung der der Nordseeküste vorgelagerten Inseln und Halligen, die nur mit aufwendigen technischen Einrichtungen sichergestellt werden konnte.
    
Die Kapazität des alten Verwaltungsgebäudes war bereits Anfang der 1960er Jahre nicht mehr ausreichend. Nach dem in einem Architektenwettbewerb preisgekrönten Entwurf der Rendsburger Architekten Meyer und Schneider entstand südlich des alten Verwaltungsbaus ein Neubau, der im Dezember 1969 eingeweiht werden konnte (Fotos 1 und 2). Heute ist dort das Finanzamt untergebracht.
    
Zum 1. September 2003 ging die Schleswag, zusammen mit den Hamburger Gaswerken („HeinGas″), in der neu gebildeten E.ON Hanse AG auf. Als Tochtergesellschaft wurde 2010 die Schleswig-Holstein Netz AG gegründet. Nach einer Umstrukturierung entstand 2014 aus der E.ON Hanse AG die HanseWerk AG, an der die schleswig-holsteinischen Kreise mit insgesamt 31% beteiligt sind.

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Quelle(n)/Text:
• Schleswig-Holsteinische Stromversorgungs-Aktiengesellschaft (Hrsg.) / Helmut Peterlein (Red.), Die Schleswag. Energie für Schleswig-Holstein, Rendsburg 1970
• Schleswig-Holsteinische Stromversorgungs-Aktiengesellschaft (Hrsg.), 25 Jahre Schleswag, Rendsburg 1954
• Schleswag Aktiengesellschaft (Hrsg.), 50 Jahre Schleswag in Schleswig-Holstein, Rendsburg 1979
• Wir und die Elektrizität. Monographien von Elektrizitätsversorgungsunternehmen und ihren Lieferanten; in: Elektrizitätswirtschaft 66(1967), Beilage
Informationsstand:
 
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heute:
 
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