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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Kraftwerk West
Adresse:
Otternbuchtstraße 11 - 27
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
29.10.2010 / 29.09.2011
 
© 2011 Norbert Gilson
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erbaut: 1929-30, 1932 / 1948-49 (Wiederaufbau)
Architekt: Wilhelm Dohme / Georg Trapp
Ausführung: Arbeitsgemeinschaft (Breest & Co. / Krupp-Druckenmüller GmbH / Mitteldeutsche Stahlwerke AG / Thyssen Eisen- und Stahl-AG / Vereinigte Stahlwerke AG / Dortmunder Union / J. Gollnow & Söhne)
    
Mit dem Bau des - nach dem 1926 fertiggestellten Kraftwerk Klingenberg - zweiten Großkraftwerks in Berlin wurde 1929 begonnen. Das damals als »Kraftwerk West« bezeichnete Bauprojekt wurde von der Siemens-Schuckertwerke AG errichtet. Für den architektonischen Entwurf zeichnete Wilhelm Dohme verantwortlich, ein Mitarbeiter des Siemens-Hausarchitekten Hans Hertlein. Dohme gestaltete den Kraftwerksbau betont im Stil der Neuen Sachlichkeit und entwarf eine klinkerverkleidete Stahlfachwerkkonstruktion als Hülle für Kessel- und Maschinenhaus. Die ehemals auf das Kesselhaus aufgesetzten drei 110 m hohen Schornsteine aus Stahlbeton-Gerippe mit Ausmauerung durch säurefeste Steine, die die Anlage stadtbildprägend überragten, wurden 2008 beseitigt.
    
    Das Kraftwerk wurde als Steinkohlekraftwerk mit einer installierten Leistung von 228 MW konzipiert. Bei der Inbetriebnahme im Oktober 1930 waren vier Kessel mit je 2.400 m² Heizfläche sowie 120 t/h Betriebs- und 150 t/h Höchstdampfleistung vorhanden, die den Dampf an die drei Hauptturbosätze von je 34.000 kW sowie zwei Haus- und Vorwärmturbosätze von je 12.000 kW lieferten. Über eine 30-kV-Schaltanlage wurde die Energie ins Berliner Stromnetz eingespeist. Im Endausbau, der im Mai 1932 erreicht war, verfügte das Kraftwerk über sechs gleichartige Hauptturbosätze, den Betriebsdampf lieferten acht Kessel derselben, bereits 1930 in Betrieb genommenen Bauform. Die Gesamtleistung des Werkes betrug 228.000 kW. Es war seinerzeit das technisch modernste und rationellste Kraftwerk Berlins. Zum Umschlag der großen Kohlenmengen wurden ein eigener Hafen, ein Kohlebahnhof mit Großbunker sowie umfangreiche Transportvorrichtungen angelegt. Die Lieferung der insgesamt 13.000 t Stahl für die Konstruktionen des gesamten Kraftwerks, darunter 8.000 t für das Kesselhaus, übernahm eine Arbeitsgemeinschaft aus den oben genannten Firmen aus Berlin, Lauchhammer und Dortmund.
    
    Den Krieg überstand das Kraftwerk relativ unbeschadet. Nach der Besetzung durch sowjetische Truppen wurden Teile der Kraftwerkseinrichtung zunächst demontiert, bevor diese Aktivitäten nach Festlegung der Sektorengrenzen im Juli 1945 durch die britische Militärverwaltung gestoppt wurden. Auf Antrag der Berliner Kraft- und Licht (Bewag)-AG begannen im Frühjahr 1948 die Wiederaufbauarbeiten, die nach Verschärfung des Konflikts zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion (Berlin-Blockade) mit der höchsten Dringlichkeitsstufe fortgesetzt wurden. Rund 1.500 t an Maschinen und Ausrüstungsgegenständen für den Kraftwerksaufbau wurden während der Blockade von der Bundesrepublik aus eingeflogen. Im Dezember 1949 konnte das Kraftwerk wieder in Betrieb genommen werden. Die Leistung wurde kontinuierlich weiter ausgebaut und erreichte 1956 eine Höhe von 326 MW. Das 1953 nach dem Tod des Regierenden Bürgermeisters und Aufsichtsratsvorsitzenden der Bewag, Ernst Reuter, zu dessen Ehren umbenannte Kraftwerk wurde zur wichtigsten Stütze der Elektrizitätsversorgung Berlins, die sich - ohne Verbindung zu einem übergeordeten Hochspannungsnetz - ausschließlich auf die in Berlin installierte Kraftwerksleistung stützen musste.
    
    Am Ende der 1960er Jahre wurde das Kraftwerk um einen weiteren Block - den »Block C« - erweitert, der in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben nun auch Wärmeleistung in das Wärmeverbundnetz Charlottenburg-Moabit einspeisen konnte. Das Kraftwerk verfügte nun über eine Leistung von 440 MW und deckte damit rund die Hälfte des West-Berliner Strombedarfs.

    Nach der Wende und dem Anschluss von Berlin an das deutsche Hochspannungs-Verbundnetz wurden die inzwischen veralteten Anlagen entbehrlich. Seit Ende der 1980er Jahre erfolgte sukzessive die Außerbetriebnahme der Maschinen aus den 1940er und 1950er Jahren. In modernisierter Form ist das Kraftwerk jedoch weiter in Betrieb und arbeitet heute als Heizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von „nur″ noch 165 MW.
    
    1982 begann die Bewag mit der Errichtung des neuen Heizkraftwerks »Reuter-West« in unmittelbarer Nachbarschaft (siehe dazu bei -> »weiter«).

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 2. Neue Länder - Berlin, Stuttgart 1998
• Karl Bernhard, Das stählerne Kesselhaus im Großkraftwerk West der Berliner Städtische Elektrizitäts-Werke A.-G.; in: Der Stahlbau 4(1931), Heft 17, S. 193-203
• Inbetriebsetzung des Kraftwerkes „West″; in: Siemens-Zeitschrift 11(1931), Heft 1, S. 45-46
• http://de.wikipedia.org/wiki/Heizkraftwerk_Reuter (abgerufen am 03.11.2011)
• Landesdenkmalamt Berlin, Denkmalliste Berlin (Stand: 16.04.2013), Nr. 09085705
Informationsstand:
 
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weiter:
Link:
Geschichte des Kraftwerks Reuter
 
 
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