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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Kraftwerk Klingenberg
Adresse:
Köpenicker Chaussee 42 - 45
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
05.06.2008
 
© 2008 Norbert Gilson
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erbaut: 1925-27
technischer Entwurf: Georg Klingenberg
Architekten: Waltar Klingenberg, Werner Issel
    
Aufgrund des stark steigenden Stromverbrauchs entschloss sich die Berliner Städtische Elektrizitätswerke AG (Bewag) 1924, ein neues Großkraftwerk für die Eigenerzeugung zu errichten. Mit der Ausführung wurde die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) als Generalunternehmer beauftragt. Nach dem Konzept von Georg Klingenberg, Leiter des Kraftwerksressorts und Vorstandsmitglied der AEG, entstand das neue Großkraftwerk in nur fünfzehnmonatiger Bauzeit in den Jahren 1925/27 im Berliner Stadtteil Rummelsburg. Als es 1927 mit einer Leistung von 270.000 kW in Betrieb ging, zählte es zu den größten und modernsten Kraftwerken Europas. Es war mit drei Hauptmaschinengruppen von je 80.000 kW, drei Vorschaltturbinen von jeweils 10.000 kW und 16 mit Braunkohlenstaub befeuerten Hochdruckkesseln von 37 atü ausgerüstet. Technisch aufwendig gestaltet war die Kohlenmahlanlage und die sich anschließende Kohlenstaubaufbereitung mit Röhrentrocknern.
    
    Die architektonische Gestaltung wurde der bekannten, vielfach im Industriebau tätigen Architektengemeinschaft von Waltar Klingenberg, einem Bruder des Vorstandsmitglieds der AEG, und Werner Issel übertragen. Sie entwarfen die umfangreiche Anlage im Stil der Neuen Sachlichkeit mit vielfachen expressionistischen Details. Außer dem als reinem Mauerwerksbau errichteten Schalthaus entstanden alle anderen Gebäude in Stahlskelettbauweise unter Verblendung bzw. Ausfachung mit roten Klinkern.
    Für das Erscheinungsbild der Anlage heute noch prägend ist das elfgeschossige Verwaltungsgebäude, als Stahlskelettbau errichtet, mit teilweise ornamentaler Klinkerverkleidung und zurückgesetztem Dachaufbau. Das gegenüber liegende, langgestreckte und durch acht Treppentürme rhythmisierte 30 kV-Schalthaus (Fotos 6 bis 8) ist durch eine umbaute, als Kabeltrasse und Personalgang fungierende Brücke mit den nordöstlich der Straße gelegenen Kraftwerksteilen verbunden. Bild 9 zeigt die Ansicht des Großkraftwerks von der Köpenicker Chaussee aus in einer Entwurfszeichnung aus dem Jahre 1926. Kurz nach der Inbetriebnahme wurde die zunächst als »Großkraftwerk Rummelsburg« bezeichnete Anlage zu Ehren des 1925 verstorbenen Georg Klingenberg in »Großkraftwerk Klingenberg« umbenannt.
    
    Die Fotos 10 bis 14 zeigen verschiedene Ansichten des Kraftwerks aus dem Jahr 1927, und zwar die Ansichten von der Köpenicker Chaussee (Foto 10) und von der Spree (Foto 11) aus, das 30 kV-Schalthaus (Foto 12), den Blick auf Kesselhäuser mit Schornsteinen und Verwaltungsgebäude vom Kohlenlagerplatz (Foto 13) sowie die Ansicht der Zentralwarte (Foto 14).
    
    In den Jahren zwischen 1974 und 1987 erfolgte der Umbau des ehemaligen Großkraftwerks zu einem Heizkraftwerk. Diese Umnutzung war verbunden mit einer Erneuerung der gesamten technischen Anlagen, dem Abbruch der acht alten Schornsteine sowie mit weiteren Eingriffen in die Bausubstanz. Während die an der Köpenicker Chaussee gelegenen historischen Bauten - das 30 kV-Schalthaus, die 6 kV-Anlage mit Verbindungsbrücke zur 30 kV-Anlage und das Verwaltungsgebäude - weitgehend unverändert erhalten blieben, wurden die hinter dem Verwaltungsgebäude in nordöstlicher Richtung bis zur Bahntrasse sich erstreckenden technischen Anlagen modernisiert und zu größeren Teilen vollkommen neu gestaltet. 2011 verfügte das als Heizkraftwerk betriebene und wahlweise mit Braunkohle, Erdgas oder Erdöl befeuerte Kraftwerk Klingenberg über eine elektrische Leistung von 188 MW und eine installierte thermische Leistung von 1.238 MW.
    
    Inzwischen genügen auch diese modernisierten Anlagen den künftigen Ansprüchen an eine effiziente und umweltschonende Energieerzeugung nicht mehr. Es sind daher erneute umfangreiche Baumaßnahmen geplant. Hintergrund ist die zwischen Vattenfall und dem Berliner Senat geschlossene Klimaschutzvereinbarung, nach der die Reduktion des CO2-Ausstoßes bis 2020 weiter forciert und die Versorgung des Ostteils der Stadt weiterhin sichergestellt werden soll. Bis 2019 soll das braunkohlegefeuerte Heinzkraftwerk Klingenberg durch drei neue Anlagen ersetzt werden, ein erdgasbefeuertes Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk (GuD-Heizkraftwerk) sowie zwei Biomasse-Heizkraftwerke. In einem Besucherzentrum am Standort kann man sich über die Fortschritte der Neubaumaßnahme informieren. (siehe untenstehenden -> »Link«)

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 2. Neue Länder - Berlin, Stuttgart 1998
• Martin Rehmer, Großkraftwerk Rummelsburg; in: Elektrotechnische Zeitschrift 47(1926), Heft 43
• Die Bauanlagen des Großkraftwerkes Klingenberg; in: Die Bautechnik 6(1928), Heft 16, S. 220-224
• R. Laube (Hrsg.), Das Großkraftwerk Klingenberg, Berlin 1928
• http://de.wikipedia.org/wiki/Vattenfall_Europe_Berlin (abgerufen am 31.10.2011)
• Landesdenkmalamt Berlin, Denkmalliste Berlin (Stand: 16.04.2013), Nr. 09040001
Informationsstand:
 
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Link:
Kraftwerk Klingenberg auf der Website der Denkmale aus Industrie und Technik in Berlin
 
Link:
Neubaupläne des Heizkraftwerks am Standort Klingenberg
 
 
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