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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Kraftwerk Moabit
Adresse:
Friedrich-Krause-Ufer 10 - 15
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
04.06.2008 / 26.11.2013
 
© 2008/13 Norbert Gilson
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erbaut: 1899-1900, 1907-08 / 1925 / 1986-88
Architekten: Franz Schwechten / Hans Heinrich Müller / Walter Henn, Fritz Hierl
    
Das Kraftwerk Moabit wurde im Auftrag der Berliner Elektricitäts-Werke (BEW) von der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) errichtet. Es war nach der drei Jahre zuvor am Schiffbauerdamm errichteten Zentralstation das zweite städtische Drehstromkraftwerk von Berlin und steht für die Ablösung der bis dahin bei städtischen Elektrizitätswerken allgemein führenden Gleichstromversorgung. Die Uferlage des Kraftwerks am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal ermöglichte eine günstige Versorgung mit Kohle über den Wasserweg. Infolge einer durchgreifenden Modernisierung 1987 blieben von der Gründungsanlage nur wenige Reste erhalten. Dazu gehören der Hallengiebel mit einem dahinter liegenden rund 10 m tiefen Segment der ehemaligen Maschinenhalle sowie das benachbarte Turmbauwerk (Fotos 1 bis 4). Auch Reste der ursprünglichen Umfassungsmauer (Foto 5) sind noch vorhanden.
    
    In den Jahren 1907 bis 1908 wurde das Kraftwerk um ein zweites Kessel- und Maschinenhaus erweitert. Während die Planrostkessel des alten Kraftwerks noch manuell beschickt werden mussten, verfügten die neuen Kessel jetzt über eine mechanische Befeuerung. Und auch die neuen Kraftmaschinen spiegelten den technischen Fortschritt wieder. Statt der großvolumigen Kolbendampfmaschinen kamen nun Dampfturbinen zur Aufstellung.
    
    Technikhistorisch bedeutend für das Kraftwerk Moabit waren die Jahre 1924/25. Die Leistungsfähigkeit der Dampfkessel mit Rostfeuerung war inzwischen erheblich hinter die Turbinenleistungen zurückgefallen, so dass nach neuen Feuerungsarten für die Dampfkessel gesucht wurde. Als aussichtsreich bot sich die Kohlenstaubfeuerung an, die zudem die Regelfähigkeit der Dampferzeuger verbessern konnte. 1924 wurden in Moabit erstmals Versuche mit einer Kohlenstaubfeuerung an einem umgebauten Rostkessel durchgeführt. Nachdem die Ergebnisse mit gekauftem Kohlenstaub nicht zufriedenstellend waren, fiel die Entscheidung zur Errichtung einer eigenen Kohlenstaubherstellung. Vermutlich wurde Kohlenstaub sowohl aus Steinkohle als auch aus Braunkohle erzeugt.
    Nach den Entwürfen von Hans Heinrich Müller entstand südlich der Kraftwerksanlage eine zentrale Mahl- und Aufbereitungsanlage für Kohlenstaub. In dem mit einem Walmdach versehenen zweistöckigen Gebäude fanden die zentralen Einrichtungen wie Kohlenmühlen, Trommeltrockner und Förderanlagen Platz. Zwölf vorhandene Kessel wurden auf diese Feuerungsart umgerüstet und das Kraftwerk Moabit wurde auf diese Weise zur "Wiege" der Kohlenstaubfeuerung.
    Die Halle der Kohlenmahlanlage besteht heute noch, wurde jedoch stark verändert. Dem Umbau zu einem Werkstatt- und Sozialgebäude in den 1950er Jahren folgte 1987 die Aufstockung um drei Geschosse (Fotos 6 und 7), bei der das charakteristische Walmdach beseitigt wurde. Ob das auf den Fotos 8 und 9 sichtbare Bauwerk auch noch Bestandteil der Kohlenstauberzeugung war, ist nicht bekannt.
    Heute wieder genutzt wird ein vermutlich in den 1950er Jahren errichteter Bandbrücken-Eckturm in Stahlfachwerkbauweise mit Backsteinausmauerung (Fotos 11 und 12) .
    
    In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kraftwerk Moabit nach der Teildemonatge des jahres 1945 trotz seiner veralteten und in den letzten Kreigsjahren stark beanspruchten Technik weiter betrieben. Die installierte Leistung, die 1953 35 MW betrug, wurde in den 1950er Jahren durch Aufstellung verschiedener neuer Kessel und Maschinen kontinuierlich erweitert. Ausgeführt wurden 1953 eine 27 MW-Anlage zur Spitzendeckung, 1957 eine Grundlastanlage mit 55 MW elektrischer Leistung, aus der gleichzeitig Fernwärme für die Versorgung des Fernwärmenetzes von Wedding ausgekoppelt wurde, sowie 1958 ein 50 MW-Block zur Deckung der Mittellast und zur Frequenzhaltung. Wegen der infolge des Flugverkehrs eingeschränkten Bauhöhe der Kesselhäuser wurden Kessel mit liegenden Zügen eingebaut. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde das Kraftwerk um drei Gasturbinen von jeweils 17 MW Leistung erweitert, die nicht nur zur Verstärkung der Engpassleistung, sondern wegen ihrer „Schwarzstartfähigkeit″ (Start ohne Fremdstromunterstützung) vor allem auch als Momentanreserve bei Netzstörungen unentbehrlich waren.
    
    Erneut lenkte das Kraftwerk Ende der 1980er Jahre die Aufmerksamkeit auf sich, als hier eine weitere technische Neuerung installiert wurde. Da sich die Altanlagen des Kraftwerks für eine umweltschutzgerechte Umrüstung (Rauchgasentschwefelung und Staubverminderung) als nicht mehr tauglich erwiesen, fiel die Entscheidung für einen kompletten Neubau. Ihm musste die 1900 errichtete, 117 m lange Maschinenhalle zusammen mit dem Kesselhaus weichen. Lediglich die Außenfassaden und kleinere Teile der Gebäudestrukturen blieben erhalten. Mit der Gestaltung des Neubaus (Fotos 12 bis 14) wurde der Braunschweiger Architekt Walter Henn beauftragt, der in Berlin bereits mehrere Industriebauten errichtet hatte.
    Für die neue Anlage wurde ein Dampferzeuger aufgestellt, der nach dem Prinzip der Zirkulierenden Wirbelschichtfeuerung (ZWS) arbeitet. Er wird wahlweise mit Steinkohle oder mit einem Steinkohle-Braunkohlengemisch befeuert. Mit der zugehörigen Turbine von 100 MW Leistung war das Kraftwerk bei seiner Inbetriebnahme 1989 die europaweit modernste ZWS-Anlage. Die Vorteile der ZWS-Feuerung bestehen in den geringen Emissionen an Schwefeldioxid und Stickoxiden, die damals unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte lagen. Aus dem Mitteldruckteil der Turbine kann zusätzlich eine Heizleistung von maximal 136 MW ausgekoppelt werden.

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Quelle(n)/Text:
• Hans Bade / Günther Kühne, Günther / Lothar Romain, Kraftwerk Moabit. Architektur und Kunst. 1900 - 1990, Berlin 1990
• http://de.wikipedia.org/wiki/Vattenfall_Europe_Berlin (abgerufen am 31.10.2011)
• Bewag Aktiengesellschaft (Hrsg.), Kraftwerke in Berlin. Das Erbe der Elektropolis, Berlin 2003
• Berliner Kraft- und Licht (Bewag)-AG (Hrsg.), Zirkulierende Wirbelschichtfeuerung für das Heizkraftwerk Moabit, 2. Aufl., Stand: August 1990
• Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Denkmaldatenbank, Eintrag 09050441, T
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Link:
Informationen zum Heizkraftwerk Moabit auf der Website von Vattenfall
 
 
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