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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Transformator
 
 
Ganz-Platz
Adresse:
Ingerweg 100
 
Lage:
 
Kleinbild
Foto(s) vom:
26.03.2013
 
© 2013 Norbert Gilson
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Baujahr: 1937
Hersteller: Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG)
    
Bei dem Transformator handelt es sich um einen Fahrzeug-Transformator (60 MVA Leistung) vom Typ »KDRF 64002/110 2/04/01« mit einem für den Bahnbetrieb geeigneten sechsachsigen Fahrzeug, auf dem der Transformator fest montiert ist. Fahrgestell und Transformator bilden eine Einheit mit einem Transportgewicht von insgesamt 107 t. Schaltanlagen, in denen dieser Transformator eingesetzt wurde, mussten über einen Bahnanschluss verfügen. Die Fahrzeug-Transformatoren wurden für Leistungen von 60 und 50 MVA gebaut und waren vornehmlich zur Versorgung größerer Industriebetriebe bestimmt. Der Trafotyp war so konstruiert, dass für Aufstellung und Abbau nur wenige Arbeiten erforderlich waren. Nach dem Abklemmen der Ober- und Unterspannungsanschlüsse, der Drehstrom-Eigenbedarfsversorgung sowie der Steuer- und Schutzleitungen war der Transformator transportbereit. So war im Störungsfall, seit 1939 dann auch bei Kriegszerstörungen, ein schnelles »Verschieben« dieser Transformatoren gewährleistet.
    
    Der Transformator hatte ein Übersetzungsverhältnis von 104/23,4/11,7 kV. Die Umschaltung erfolgte durch Schaltstücke über Deckel. Die Änderung der Übersetzung (Spannungsregulierung) wurde auf der Oberspannungsseite mittels Sternpunkt-Lastumschalter durchgeführt. Dieser bestand aus dem eigentlichen Lastumschalter, der Lastschalterdurchführung und dem Stufenwähler, der unter der Lastschalterdurchführung im Vorbau des Trafokessels untergebracht war. Die Stufenwahl erfolgte stromlos, sodass eine Verschmutzung des Öls durch den Stufenwähler verhindert wurde. Das Öl des Lastschaltertopfes, das durch die Funkenbildung der Verschmutzung unterlag, war vom Öl des Umspanners durch eine Stopfbuchse getrennt. Die Einstellung des Stufenschalters auf eine beliebige Anzapfung der Stufenwicklung geschah über einen Motorantrieb (Schaltung unmittelbar vor Ort oder über Fernsteuerung), wobei die jeweilige Einstellung schrittweise erfolgte. Insgesamt standen für die Spannungsregulierung 27 Stufen einschließlich der Mittelstellung zur Verfügung.
    
    Die Kühlung des Öls erfolgte über fest am Transformator eingebaute Luft-Ölkühler, durch die das Öl mittels zweier Ölumlaufpumpen zwangsgeführt wurde. Die zweimal drei Doppellüfter, die mit je einem 6,5 kW-Antriebsmotor ausgerüstet waren, sorgten für eine hinreichende Luftzufuhr. Zur Überwachung und zum Schutz war der Transformator mit zwei Ölstandsmeldern, einer Temperaturanzeige und zwei Buchholzrelais ausgerüstet. Das Buchholzrelais, das den Trafokessel überwachte, brachte bei einer Gasbildung eine entsprechende Gasmeldung und bei einer sich im Öl ausbildenden Druckwelle schaltete es den Transformator ohne Zeitverzögerung beiderseits ab. Bei dem Buchholzrelais, das den Wählerkessel überwachte, wurde die Gasmeldung wegen der sich bildenden Schaltgase unterdrückt. Darüber hinaus verfügte der Transformator zur Sicherung über einen Differentialschutz und einen zeitabhängigen Überstromschutz. Die hierfür benötigten Messströme lieferten die am Fuße der Oberspannungsdurchführungen angebrachten Ringstromwandler und die auf der Unterspannungsseite in der Trafozelle eingebauten Stromwandler.
    
    Der in der Elektrothek ausgestellte Transformator wurde 1970 im Werk Stuttgart der Trafo Union AG generalüberholt. Sein letzter Einsatzort war die 110 kV-Schaltanlage »Edelstahl« der RV Krefeld der RWE Energie AG, aus der ein Teilbereich der Thyssen Edelstahlwerke versorgt wurde. 1988 wurde der Transformator dort ausgebaut und nach Entfernen des Öls, der Wicklung und des Kerns in der Elektrothek aufgestellt.

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Quelle(n)/Text:
• Heinz Meckel (u.a.), Elektrothek Osterath. 100 Jahre elektrische Energieverteilung. Ein Führer durch die gerätetechnische Sammlung, [Meerbusch-Osterath] 2006
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