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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Döbrich & Heckel, Steatitwerke
Adresse:
Nürnberger Straße 96 - 100
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
27.08.2015
 
© 2015 Norbert Gilson
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erbaut: 1920er Jahre [?]
    
Die Firma Döbrich & Heckel wurde 1911 von Wolfgang Heckel und Bernhard Döbrich zur Produktion von „Steatit″ in Lauf a.d. Pegnitz gegründet. Steatit, meist auch als Synonym für „Speckstein″ verwendet, bezeichnet heute in der Regel eine Technische Keramik, die auf der Basis von Speckstein hergestellt wird. Als Erfinder des heute weiterhin praktizierten Verfahrens der Steatit-Herstellung gilt Oskar Sembach, der bei namhaften Firmen der Porzellanindustrie seine technisch-handwerklichen Erfahrungen gesammelt hatte und 1902 in die Nürnberger Firma Stadelmann & Co. - die 1921 an der Gründung der Steatit-Magnesia AG (Stemag) beteiligt war - eintrat. Seine Aufgabe bestand darin, die Nasspresstechnik für Steatitmassen aus gemahlenem Speckstein, zugesetztem Ton und einem Flussmittel zu verbessern. Sembach erkannte, dass sich die Qualität des Produkts wesentlich erhöhen ließ, wenn man die Massen nicht nass, sondern in getrocknetem Zustand verpresste. Das daraus durch Brennen entstehende Endprodukt erfüllte die gewünschten Anforderungen bestens.
    
    1904 gründete Oskar Sembach, zusammen mit dem Porzellantechniker Peter Molzberger, in Lauf a.d. Pegnitz ein eigenes Unternehmen zur Steatit-Herstellung, die Speckstein Steatit Gesellschaft mbH. In den folgenden Jahren bis zum Ersten Weltkrieg wurden in Lauf zahlreiche Steatit-Firmen gegründet, spalteten sich wieder ab und gründeten sich mit neuen Teilhabern neu. So verließ Molzberger 1907 die Speckstein Steatit GmbH und gründete mit dem Kaufmann Bernhard Döbrich die Firma Döbrich & Molzberger, die jedoch auch nur bis 1911 Bestand hatte und von Döbrich & Heckel abgelöst wurde.
    
    Der neue Werkstoff war dem Porzellan weit überlegen: Steatit verfügt über eine hohe mechanische Festigkeit und Temperaturbelastbarkeit sowie eine hervorragende Verschleiß- und Korrosionsfestigkeit. Keramikbauteile aus Steatit fanden als unverzichtbare Komponenten Eingang in Maschinen- und Anlagenteile und als Konstruktions- und Isolierteile in Büro-, Haushaltsgeräten und Fahrzeugen. Auch in Regel- und Messeinrichtungen für die Raumfahrt finden Bauteile aus Steatit Verwendung. Trotz der starken Konkurrenz von Kunstharzmaterialien in der Isoliertechnik hat Steatit als Werkstoff bis heute seinen Platz in der Elektrotechnik behauptet.
    
    1961 übernahm Wolfgang Lutz, Familienmitglied der dritten Generation, die Leitung des Unternehmens, das sich mit mehr als 100 Mitarbeitern unter den führenden Herstellern Technischer Keramik in Deutschland behaupten konnte. Seit dem Tod von Lutz im Jahre 2006 führt die von ihm errichtete Stiftung das Unternehmen weiter. Die Geschäftsleitung entschied, an einem geeigneten neuen Standort in Altdorf b. Nürnberg ein neues Produktions- und Verwaltungsgebäude zu errichten, um die Marktposition des Unternehmens in der Hochleistungskeramik weiter auszubauen. Nach dem Umzug nach Altdorf wurde die auf den Fotos gezeigte Fabrikanlage in Lauf abgerissen.

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Quelle(n)/Text:
• Georg Schöllhorn (Red.), Elektrotechnik in Nordbayern. Eine Dokumentation. 75 Jahre VDE-Bezirksverein Nordbayern e.V., Nürnberg 1986
• Jubiläen; in: Elektrotechnische Zeitschrift, Ausgabe A 82(1961), Heft 19, S. 617
• W. Soyck, 100 Jahre Speckstein in der Elektrotechnik; in: Stemag-Nachrichten, 1959, Heft 26, S. 707-708
• Peter Kraus, Schlaglichter der Industriealisierung in Franken; in: Industriekultur 23(2017), Heft 80, S. 2-5
Informationsstand:
 
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