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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Fernmeldeturm Willstätt
Adresse:
Waldsiedlung
 
Lage:
 
Kleinbild
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Foto(s) vom:
19.06.2016
 
© 2016 Norbert Gilson
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erbaut: 1984-85
Architekten: Fritz Leonhardt, Erwin Heinle
Bauherr: Deutsche Bundespost
    
Der 108 m hohe Fernmeldeturm Willstätt wurde Mitte der 1980er Jahre westlich des Willstätter Ortsteils Legelshurst erbaut. Es handelt sich um einen Typenturm des Typs »FMT 11«.
    
Die Fernmeldetürme der Typen »FMT 11«, »FMT 12« und »FMT 13« sind eine 1973/74 bearbeitete Weiterentwicklung der Typentürme »FMT 1« und »FMT 2« (siehe bei -> »mehr«) und unterscheiden sich von ihnen durch die andersartige Nutzung des Turmfußes und die fernmeldetechnischen Einrichtungen im Turmkopf. Charakteristisch für die neue Typenreihe ist der stark aufgeweitete Turmfuß, in dem in vier übereinanderliegenden Geschossen Notstromversorgung, Sanitärräume und Personalräume untergebracht sind. Ein gesondertes Flachgebäude für die Stromversorgung und eventuelle Sendereinrichtungen, wie bei den Typen »FMT 1« und »FMT 2« erforderlich, erübrigt sich daher, so dass in der Auswahl der Standorte eine größere Freiheit besteht. Die Typen »FMT 11« bis »FMT 13« unterscheiden sich voneinander lediglich in der Gesamthöhe und der Höhe des Turmkopfes über Gelände, ansonsten sind sie konstruktiv und funktionell gleichartig. Als Fundament wurden jeweils einfache Kreisplatten beziehungsweise 6-eckige Platten gewählt, bei denen durch eine besondere Ausführung eine modifizierte Kreisring-Tragwirkung erzielt wurde. Die Turmköpfe sind, wie bei den überarbeiteten Typen »FMT 1/73« und »FMT 2/73« in einer Kombination aus Stahlbeton- und Stahlfachwerk-Konstruktionen ausgeführt.
    
Der Willstätter Fernmeldeturm wurde auf einem modifizierten Kreisringfundament (Plattenringfundament) von 16 m Durchmesser und 2,80 m Stärke gegründet. Der konische Stahlbetonschaft verjüngt sich von 6,45 m Durchmesser am Fuß auf 4,90 m im Bereich des Turmkopfes und weiter auf 2,40 m Durchmesser in 78 m Höhe. Der Schaft wurde in Kletterschalung hergestellt, bei der jeweils 2,50 m hohe Turmabschnitte geschalt, armiert und betoniert wurden. Um die Turmachse exakt im Lot zu halten und die verschiedenen bautechnischen Elemente genau einmessen zu können, kamen Lasergeräte, Theodoliten sowie die bewährten handwerklichen Schlauchwaagen zum Einsatz. Der Turmkopf mit den beiden Betriebsgeschossen und den Antennenplattformen mit einer am Schaft angehängten Tragkonstruktion aus 18 radial angeordneten Stahlfachwerkträgern wurde zwischen 49,60 m und 58,60 m angebracht. Über dem Turmkopf ragt ein 25 m hoher Schleuderbetonmast von 90 cm Durchmesser auf, in den ein 5 m hoher Stahlrohrmast als Antennenträger eingespannt wurde.
    
Der bei seiner Inbetriebnahme als wichtige Relaisstation sowohl für die Nord-Süd-Verbindung von Frankfurt am Main über Baden-Baden und Kaiserstuhl bis in die Schweiz als auch für die Ost-West-Verbindung zur Verbindung mit dem französischen Kommunikationsnetz dienende Fernmeldeturm ist heute vermutlich nur noch für den Mobilfunkverkehr in Betrieb.

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Quelle(n)/Text:
• Sadlowski, Neubau des Fernmeldeturmes Willstätt-Legelshurst; in: Mitteilungen der Südwestlichen Bau-Berufsgenossenschaft, 1984, Nr. 3, S. 54-56
• Erwin Heinle, Fernmeldetürme in der Bundesrepublik Deutschland - Funktion, Kosten, Gestaltung; in: Jahrbuch des elektrischen Fernmeldewesens 25(1974), S. 9-64
    
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